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Dienstag, 28. März 2017

[ #bildung ] Öffnet endlich die Bücher!

Es gibt keine Partei, welche nicht von der Bildungsmisere spricht. 

Für Vorarlberg ist die Misere ja besonders evident und bilden wir bei den schon nachweislich schlechten internationalen Studienergebnissen für Österreich auch dort mit Abstand den letzten Waggon mit der roten Laterne.

Die Gründe sind so vielfältig wie die Programme und ideologischen Streitpunkte. Und immer wird die Kritik nach Wien, an ein Ministerium, an die Regierung oder Gesetzgeber und Parteien gerichtet. Dabei sind so viele Probleme einfach hausgemacht und könnten wir hier im Lande regeln.

Öffnet endlich die Bücher. Warum, so frage ich, werden die vom Steuerzahler finanzierten Vorträge und Vorlesungen der beiden Vorarlberger Mini-Hochschulen (Fachhochschule, Pädagogische Hochschule, Schloss Hofen) nicht in Form von OpenAcces-Dokumenten online gestellt? Warum werden die Vorbereitungen, Arbeitspapiere der Schulen, von den Pflichtschulen bis zu den höheren Schulen nicht im Internet für Kinder, Eltern und lebenslang Lernwillige online gestellt?

Die zukünftigen Schulen werden Schulen ohne Mauern sein, so quasi virtuell. Und den Bürgern dieses von ihnen bereits bezahlte Lernmaterial auch zur Verfügung zu stellen wäre weit mehr als nur eine vornehme Pflicht, es wäre ein Standortvorteil Vorarlbergs und ein Modell, das nicht wirklich etwas kostet. Und es wäre zukunftsorientiert.

Commons. Gemeingüter, Allmendegüter ermöglichen es allen gesellschaftlichen Schichten, vom Nutzen eines Gutes zu profitieren. So kommt ihnen vor allem eine soziale Funktion zu: Die kostenlose Bereitstellung des Gutes Wissen zielt darauf ab, auch sozial schwächeren Schichten den Zugang zu ermöglichen.

Stattdessen wird weiter über eine "Verbesserung" der Bildung nur gelabert. Das Einfache und das Naheliegende will man nicht tun, auch wenn es demokratisch und partizipativ wäre. Oder vielleicht gerade darum? Es scheint hier derselbe vordemokratische Bremsklotz zu wirken, der auch "Open Government Data" (OGD) in Vorarlberg blockiert.

Neues zur Bildungsdiskussion habe ich während des Vorarlberger Landtagswahlkampfes kaum gehört. Außer: Schuld sind immer die anderen, in Vorarlberg natürlich immer die Wiener.

Aber das ist wieder eine andere Geschichte.


Commons + OER + OpenGovernmentData + Open Access + Public Domain. 

Commons sind Gemeingüter die für alle potenziellen Nachfrager frei zugänglich sind. Gemeingüter können vom Staat oder von privaten Anbietern (z. B. Wikipedia) bereitgestellt werden. Öffentliche Güter und Allmendegüter sind Gemeingüter mit der Eigenschaft der Nicht-Ausschließbarkeit.

Als Open Educational Resources (englisch, kurz OER) werden freie Lern- und Lehrmaterialien in Anlehnung an den englischen Begriff für Freie Inhalte (open content) bezeichnet. OER ist eng mit der Open Access-Bewegung verwandt.

Diese will wissenschaftliche Texte kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich gemacht werden. Open Access ermöglicht den freien Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen und andere digitale Inhalte wie Forschungsdaten über das Internet.

Open Government Data ist das angelsächsische Synonym für offene Verwaltungsdaten, die im Interesse der Allgemeinheit ohne jede Einschränkung im Sinne eines Open Government frei zugänglich gemacht werden.

Der Begriff Public Domain  steht im angelsächsischen Common Law für „frei von Urheberrechten“. Staatliche Entwicklungen sind nach der guten amerikanischen Tradition und Verfassung Public Domain ("Gemeinfrei"). So beispielsweise auch das CIA World Fact Book.

[ #forumROMANum ] ⇒

Sonntag, 27. November 2016

[ #arbeitsmarkt ] Qualifikationen und Stärken mit dem Europass online darstellen

Wer sich auf eine Stelle in Österreich oder im europäischen Ausland bewirbt, braucht klare und aussagekräftige Unterlagen, die die eigenen Qualifikationen auf den Punkt bringen. 

Genau das leistet der Europass Lebenslauf. Indem er den Blick auf individuelle Kompetenzen und Lernergebnisse lenkt, vermittelt er einen präganten Überblick über die fachlichen und persönlichen Fähigkeiten. Der Europass ist ein kostenloser Service der Europäischen Union.

Die insgesamt fünf Europass Dokumente – neben dem Europass Lebenslauf sind dies der Europass Mobilität, der Europass Sprachenpass, die Europass Zeugniserläuterungen und das Europass Diploma Supplement – bieten ein professionelles Raster, um Erfahrungen und Kompetenzen klar und verständlich darzustellen. Mit ihrer Hilfe lässt sich eine persönliche Ausbildungs- und Berufsbiografie formal korrekt und ansprechend gestalten. Dabei werden spezifische Begabungen, besondere Qualifikationen und Auslandsaufenthalte ebenso berücksichtigt wie Sprachkenntnisse, soziale Kompetenzen und organisatorische Fähigkeiten.

Europass Lebenslauf. Der Weg zum fertigen Europass Lebenslauf ist leicht. Ein Online-Editor führt Schritt für Schritt durch die einzelnen Teile des Dokuments. Er ist intuitiv bedienbar und bietet Usern Erläuterungen und konkrete Hilfen. Der fertige Lebenslauf zeigt nur die Felder an, die im Editor ausgefüllt wurden – wie er aussieht, können sich Nutzerinnen und Nutzer in einer direkten Vorschau anzeigen lassen.

Will man den Lebenslauf später einmal ändern, erweitern oder in anderer Form anpassen, so ist auch dies ganz einfach. Da der Europass Lebenslauf ein dynamisches Dokument ist, kann er kontinuierlich aktualisiert werden. Seit neuestem gibt es außerdem einen Editor, der Bewerberinnen und Bewerben Hilfestellung für die Formulierung ihres Anschreibens bietet.

Das Erstellen der Europass Dokumente trägt auch nachhaltig zur Bewusstseinsbildung und zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Wissen bei. Jugendliche erhalten wertvolle Anregungen für ihren zukünftigen Werdegang. Denn wenn man weiß, was man kann, weiß man auch besser, was man will.
Der Europass
  • unterstützt die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.  
  • hilft bei der Planung von Praktika und Studienaufenthalten im Ausland.
  • fördert die Orientierung in Schul- und Berufslaufbahn. 
  • vereinfacht die Personalauswahl und den Vergleich von Qualifikationen.
  • verstärkt die Internationalisierung von Hochschulen. 
Österreich. In Österreich betreut die Nationalagentur Lebenslanges Lernen im OeAD das EU-Bildungsprogramm. Information und Beratung sind jederzeit möglich.

[ #forumROMANum ] ⇒


Dienstag, 8. Dezember 2015

[ #pension ] Arme Vorarlberger Arbeitnehmer-Pensionisten

Zum Lesen anklicken!
Vorarlbergs Senioren aus dem Arbeitnehmerstand sind nicht zu beneiden. Sie beziehen Österreichs niedrigsten Pensionen. 

Gegenüber einem Wiener Durchschnittspensionisten beziehen sie jährlich 2400 Euro weniger Pension. Aber auch wenn man die Durchschnittspenionen vom Neusiedlersee bis zum Bodensee durchrechnet - da liegen beileibe auch weniger prosperierende Regionen, dann hat der Vorarlberger "Durchschnittspensionist" immer noch am Jahresende 1.800 Euro weniger auf dem Konto als seine "restösterreichischen" Altersgenossen.

Ungereimtheiten. Anders verhält es sich bei den Pensionsbeziehern die selbständig waren. Die haben nach Wien (1.439 Euro) die zweithöchsten Durchschnittspensionen (1.414 Euro) im Bundesländerranking. Wie kann es das geben, dass die Arbeitnehmer in Vorarlberg so schlecht auf das Alter hin abgesichert sind, während die Selbständigen die höchsten Durchschnittspensionen erreichen. Sicher hat das mit den Frauenlöhnen, der mangelnden Mobilität wegen fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen und mit der Lohnsituation in Vorarlberg zu tun. Ein solidarische fortschrittliche Gesellschaft stellt man sich beileibe anders vor. Offenbar wurde für die Selbständigen besser gesorgt als für die Arbeitnehmer. Offenbar hätte man den Arbeitnehmern höhere Löhne bezahlen können und damit auch höhere Pensionen erreicht.

Hausgemachte Ungerechtigkeiten.Vergleicht man die Zahlen in den anderen Bundesländern, dann stellt man fest, dass in Wien die Arbeitnehmer-Pensionen und die Selbständigen Pensionen in etwa gleich hoch sind, in allen anderen Bundesländern - mit Ausnahme von Vorarlberg - liegen die Selbständigen-Pensionen zum Teil sogar deutlich unter den Arbeitnehmerpensionen. Nur in Vorarlberg beziehen die Selbständigen im Jahresdurchschnitt 2.500 Euro mehr an Pensionseinkommen als die pensionierten Arbeitnehmer.

Man würde meinen, dass bei derart niedrigen Pensionen viele Vorarlberger Bezieher von Pensionsleistungen eine Ausgleichszulage (d.i. eine Art Mindestpension) erhalten. Doch dem ist nicht so. Während in Österreich jeder zehnte Pensionist eine Ausgleichszulage erhält, sind es in Vorarlberg weit weniger. Nur 8,7 % der Pensionsbezieher erhalten hier eine Aufbesserung der Pension auf die "Mindestrente". Es darf angenommen werden, dass viele bedürftige Vorarlberger vorsätzlich oder fahrlässig abgehalten werden ihre Ansprüche geltend zu machen.

Wie überhaupt auffällt, dass die wenigen Bauernpensionen sehr häufig von der Republik eine Ausgleichszulage erhalten (23,1 %). Aus dem österreichischen Budget erhalten die bedürftigen Arbeiter im Durchschnitt 274 Euro Ausgleichszulage, Angestellte 246, Eisenbahner 225, Bergbauarbeiter 198, Selbständige hingegen 305 und Bauern gar 399 Euro monatlich. Eine Ungleichverteilung, die die politischen Wahlwerber doch entweder aufzeigen oder erklären können sollten.

Aber das ist wohl eine andere Geschichte.

[Forum ROMANum]⇒

Montag, 16. Februar 2015

[ #schule ] Warum handelt Vorarlberg gegenüber seinen Kindern menschenrechtswidrig?

Vorarlberg macht aus Kindern "Behinderte"!

Die Umsetzung der Bestimmungen der UN-Konvention für Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention) erfordert eine Umwandlung der Sonderschulen in inklusive Schulen für alle Kinder. Der Erhalt von Sonderschulen parallel zu Regelschulen hält nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen auf einem lebenslangen Sonderweg am Rande der Gesellschaft, sondern ist auch kostspielig. Die Experten wissen aus Studien, dass die inklusive Schulbildung mehr Ressourcen einspart als sie Kosten verursacht.

Sprache als Behinderung. Vorarlberg ist kein guter Boden für Kinder. Allzugerne schickt man sie hier in die Sonderschulen. Im Schuljahr 2012/13 waren das 1045 Kinder, denen man die Inklusion verweigert hat. Im Jahr davor waren es gar noch 103 mehr Kinder, die man von ihren Altersgenossen wie Aussätzige separiert hatte.

Nicht selten tut man das auch mit Kindern deren einzige "Behinderung" ist, dass ihre Eltern nicht Deutsch sprechen. Der Anteil der Kinder mit nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft ist mit 20 Prozent der höchste unter allen Vorarlberger Schulformen, 34 Prozent haben nicht Deutsch als Muttersprache!

Leider nur in Anderswo. In den Bundesländern mit einer niedrigen Sonderschulrate werden die Kinder im inklusiven Unterricht gefördert. Welche dramtische Auswirkungen  die Sonderschulphilie der Politik in Vorarlberg hat, zeigt sich daran, dass Vorarlberg im Polytechnischen Lehrgang nur mehr 1,4 % der Kinder (Österreich 5,5 %, in Kärnten hingegen 23,7 %) eine sonderpädagogische Förderung zukommen lässt. Das heißt, die Kinder werden nicht nur nicht gefördert, sondern vom zukünftigen Berufsleben ausgeschlossen. Sie wandern sofort mit dem Schulende in eine "Tagesstruktur", ohne eigenes Einkommen, ohne sozialrechtliche Absicherung. Wie "zufällig" die Entscheidung der Vorarlberger Schulverwaltung für die Sonderschule ist zeigt, dass von 1045 Kindern in den Vorarlberger Sonderschulen fast 65 Prozent Knaben sind. Das ist nicht rational erklärbar, außer ...

So schaut's aus: In Österreich gehen im Durchschnitt 2,42 % der schulpflichtigen Kinder in eine Sonderschule. Das ist immer noch viel zu hoch! In Vorarlberg sind es aber gar 3,31 Prozent! Heuer! Das Jahr davor waren wir noch "Spitze"!
  • Burgenland  2,06 % 
  • Kärtnen 1,05 %
  • Niederösterreich 3,55 %
  • Oberösterreich 1,36 %
  • Salzburg 3,63 %
  • Steiermark 0,89 %
  • Tirol 2,66 %
  • Vorarlberg 3,31 %
  • Wien 2,97 %
Menschenrechtsexpertin Marianne Schulze im Standard: 
... Inklusion ist eine Methodik, die alle Bedürfnisse von allen Kindern abholt. Dies zu reduzieren auf Behinderung ja oder nein, ist zu kurz gegriffen. Es geht um einen Nichtdiskriminierungsansatz. Es geht um die sozioökonomische Diskriminierung, die im Bildungswesen weit verbreitet ist, genauso wie um die sprachliche Diskriminierung - nicht Deutsch als Muttersprache -, genauso wie eben um die Frage, ob ich eine temporäre oder langfristige Beeinträchtigung habe ... 
... Es zeigt sich deutlich, dass Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, sehr oft in der Sonderschule sitzen. Da gibt es momentan einen ganz dramatischen Trend. Im jetzigen Regelschulsystem landen auch sozial schwierige Kinder leichter in der Sonderschule als andere ...  
... Es gibt eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, direkt in eine sogenannte Tagesstruktur zu kommen. Man ist nicht sozialversichert, geht einer Beschäftigung nach, für die es eine Art Taschengeld gibt. Dass diese Kinder keinen Job bekommen, hat auch damit zu tun, dass Arbeitgeber in der eigenen Biografie keine solche Auseinandersetzung hatten. Breche ich das, gibt es andere Erfahrungen, ein anderes Selbstverständnis im Miteinander ...
Wir müssen uns für unsere Kinder engagieren! Bis 2020 sollen die Sonderschulen wegen der Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention abgeschafft sein. Warum tun wir das ohne Not noch weiteren 5.000 Kindern bis dorthin an? Gibt es da kein Licht im Dunkeln? Dieselbe Frage stellt sich übrigens auch hinsichtlich der Vorschulklassen. Auch diese sind Inklusionsverweigerung.

Schäbig. Für eine besonder schäbige Form der Inklusionsverweigerung halte ich die Übergangsklassen.Sie wird als besonders erfolgreich verkauft. Eine reale Statistik, welche den Schulverlauf dokumentiert, würde etwas anderes zutage bringen. Sie sind ein einziges Behinderungsinstitut. Übergangsklassen gibt es in Bludenz, Götzis, Hohenems und Vandans. Es gibt keine in Feldkirch und Bregenz oder im Bregenzerwald. Sind diese deshalb benachteiligt?

Die Dornbirner Schüler, etwa aus Haselstauden haben eine Halbtagesreise zu ihrer Schule in Hohenems im Herrenried anzutreten. Wie "behinderte Kinder" und deren Eltern das bewältigen sollen und wie da die Kinder etwas anderes lernen sollen als den Landbusfahrplan, ist mir ein Rätsel. Wie auch?  Da werden die Kinder um ihre Freunde beraubt und um ihre Zukunft und Kinderfreizeit. Das Märchen, dass sie dann in der "Neuen Mittelschule" bestehen könnten, ist wohl ein Märchen. Ihnen ist ein ganzes Schuljahr gestohlen worden und zudem werden sie mit dem Stigma des Sonderschülers versehen. Sie finden da keinen Weg hinaus. Und warum werden die Kinder von Dornbirn aufwärts damit "beglückt" und nicht das ganze Land?

Die Täuschung. Die Eltern müssen einer solchen Maßnahme zustimmen. Den Kindern die hier aufgewachsen sind, unterstellt man eine Behinderung, weil sie angeblich zu wenig Deutsch können. Den Eltern, die wahrscheinlich viel weniger Deutsch können,  nimmt man eine schriftliche Zustimmung dafür ab, wiewohl sie nicht wissen können, was sie da unterschreiben. Ein Fall für die Kinder- und Jugendanwaltschaft?

Aber das ist wieder eine andere Geschichte ...


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Sonntag, 1. Februar 2015

[ #dornbirn ] Holt die urbane Kulturpolitik zurück!


Die zehntgrößte Stadt Österreichs braucht endlich eine urbane Kulturpolitik!

Besonders der Wandel von der „Spaßgesellschaft“ zu einer Gesellschaft die wieder Sinnzusammenhänge sucht, führt heute zu einem neuen regionalem städtischen Kulturverständnis. Hanno Rauterberg beschreibt in seinen Buch „Wir sind die Stadt! - Urbanes Leben in der Digitalmoderne“ Die Stadt ist tot, es lebe die Stadt: Allen düsteren Prognosen zum Trotz wird der öffentliche Raum neu entdeckt.

Mitten im Hyperindividualismus wächst die Sehnsucht nach kollektiver Erfahrung – und findet in der Stadt ihren Ort. Ein ungewohnter Gemeinschaftsgeist erobert Straßen und Plätze, neue Spielformen des Öffentlichen entstehen.


Impulsloses Dornbirn. Vor über 25 Jahren hat das Sommerkulturereignis «Impuls» 20 Jahre lang den öffentlichsten Raum Dornbirns, den Marktplatz, in eine Bühne für moderne urbane Kultur verwandelt. Ganz im Sinne des erweiterten Kulturbegriffs hat dieses lebendige Kulturfestival mit außergewöhnlichen Kulturereignissen jenseits und abseits von elitären Kunstansprüchen die Innenstadt Dornbirns in einen öffentlichen Theaterraum für alle verzaubert. Das Impuls Festival befand sich in diesen 20 Jahren nicht nur am Puls der internationalen Zeit, sondern im Hoch der innovativen „street art“-Entwicklung moderner Städte die auch eine zukunftsweisende Kulturarbeit beinhaltete.


Eine der Haupt– Säulen des Programms war eigentlich immer die in unseren Breiten kaum gepflegte Kunstform des Straßentheaters. Das Kulturfestival Impuls war immer mit einer zauberhaften Performance nationaler, internationaler Straßen- und Circus-Theater-Künstler ein Großereignis in Dornbirn.

Ohne Zweifel konnten wir immer auf diesen künstlerischen Höhepunkt Stolz sein, wo nationale und internationale Künstler mit ihren unterschiedlichen Performance, alle Besucherinnen ohne Eintritt und ohne Ansehen des sozialen Status oder der Bildung teilgenommen haben.


Dornbirn verlor mit „Impuls“ einen wichtigen kulturellen, kommunikativen und sozialen Impuls und die Stadt verlor durch eine ÖVP Kulturpolitik der Kurzsichtigkeit wichtige Impulse für ihre Lebensqualität, ihre Sinnstiftung, einen Zauber der Gefühle und eine kulturelle Identität.

Dass das 20 jährige Jubiläums-Festival 2008 von Impuls gleichzeitig auch das letzte dieses in breiten Bevölkerungsschichten beliebten Festivals war, ist für uns nach wie vor nicht tragbar. Die politisch Verantwortlichen der regierenden ÖVP,  haben diesem Ende von Impuls unter Hinweis auf fehlende Geldmittel mehr oder weniger tatenlos zugesehen und tragen somit auch die Verantwortung für das Ende des Impuls-Festivals.


Standortfaktor Kultur. Ein Freilufteinkaufszentrum mit riesiger Tiefgarage zu sein, ist zu wenig für eine Stadt, die durch Standort- und Lebensqualität überzeugen will, so formulierte es der Spielboden Dornbirn in einer Pressemeldung am 27.5.2008 passend. Deshalb ist von der Stadt Dornbirn die sofortige Aufnahme neuer Gespräche mit dem Verein „Caravan“ zu fordern - um unserer Stadt in einer globalisierten Welt eine wichtige kulturelle Identität zurück zu geben.


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Sonntag, 23. November 2014

[ #dornbirn ] Die Stadt als Raum für jungen Sport: Skaterplatz und mehr ...


Die Naturfreunde Dornbirn wollen sich für die jungen Dornbirner engagieren.  Wenn es nach ihnen geht, dann soll in der "alten" Stadthalle eine "Abenteuerhalle" eingerichtet werden. Damit könnte nicht nur das aktuelle Problem mit dem Skaterplatz  gelöst werden. Die Junge Generation der SPÖ haben sie bereits als erste Unterstützer ins Boot geholt.

Gute Gründe. Die Skater-Szene in Dornbirn sucht wegen des Umbaus der Messehalle einen neuen Standort. Sie ist aber nicht die einzige Gruppe und nicht das einzige Betätigungsfeld, das in Dornbirn einen Platz benötigt. Dabei bietet sich als geradezu idealer Standort die Stadthalle in Dornbirn an. Dies aus mehreren Gründen:
  1. Die Innenstadt sucht nach Besucherattraktionen, weil sie wegen der Erweiterung des Messeparkes einen Kaufkraftverlust fürchtet. 
  2. und um die Stadthalle bestehen eine Reihe von Schulen, die fast so etwas wie ein Schulzentrum sind: die Volksschule Markt, die Mittelschule Markt, das Gymnasium, das Sonderpädagogische Zentrum, die Allgemeine Sonderschule Dornbirn, die Ausweichräume der Polytechnische Schule in der Stadthalle. In Reichweite befindet sich auch die Stadtbibliothek.
  3. Die Sonderschulen Österreichs sollen bis spätestens 2020 aufgrund der Bestimmungen der UN-Behindertenkonvention in den inklusiven Schulunterricht überführt werden. Dort werden damit Räume für andere Schulen frei.
  4. Es fehlen der Jugend im urbanen Raum niederschwellige Bewegung- und Sportangebote. Niederschwellig bedeutet insbesondere, dass die sportliche Betätigung nicht mit hohen persönlichen Aufwendungen verbunden sein darf.


Die Idee. Aus der geräumigen Stadthalle soll eine Abenteuerhalle entstehen, die gemeinsam von der Offenen Jugendarbeit und den verbandlichen Jugendorganisationen betrieben wird. Gemeinsam heißt hier: Zusammenarbeit. Die Offene Jugendarbeit bringt ihre Organisationserfahrung ein, die verbandliche Angebote und Veranstaltungen.

Neben den Skatern können hier auch andere Sportarten, die für einen Ganzjahresbetreib überdachte Räume brauchen, Platz finden. Das sind eine Reihe von Ballsportangeboten, Streetball, Artistik und Kinder- und Jugendzirkus, Bouldern, Trampolinspringen und vieles mehr. Eine Chillout-Ecke soll zum Verweilen einladen und an den Wocheneden könnte auch Midnight-Sport angesagt sein.

Das Projekt ist auch deshalb verlockend, weil für die bewegungsorientierten Jugendlichen an Schlechtwettertagen, im Winter und am Abend kaum alterstypische Angebote ohne Konsumzwang bestehen und eine Alternative zum wochenendlichen "Drinksport" darstellen.

Die Halle soll an Schultagen auch für den Schulsport, insbesondere für die umliegenden Schulen genutzt werden. Turn- und Sporträume gibt es ja an allen Schulen fast immer zu wenig. Sie könnte für die wachsende Nachmittagsbetreuung der Schüler und die Ganztagsschulen ein erweitertes Angebot bieten.

Arbeitsgruppe. Die Dornbirner Naturfreunde und die Junge Generation der SPÖ wünschen sich, dass mit den jetzigen Nutzern (RollHockeyClub Dornbirn), der Offenen Jugendarbeit Dornbirn und den interessierten verbandlichen Jugendorganisationen eine Arbeitsgruppe in Dornbirn eingerichtet wird, die sich mit der Verwirklichung und Planung dieses Projektes offen auseinandersetzt.

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