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Donnerstag, 1. März 2018

[ #arbeitszeit ] Geschlechtergerechtigkeit erfordert generelle Arbeitszeitverkürzungen


In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein Familienmodell herausgebildet, das sich durch einen Vollzeit arbeitenden Mann und eine Teilzeit arbeitende Frau auszeichnet. Ein Artikel von Therese Wüthrich aus dem Schweizer Denknetz Jahrbuch.

Die Teilzeitarbeit wurde für Frauen zum Standardrezept, um überhaupt Erwerbs- und Familienarbeit vereinbaren zu können. Mit der offensichtlichen Konsequenz, dass die traditionelle Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern weiter zementiert wird. Deshalb ist eine Diskussion für eine andere Arbeitsorganisation und eine neue Zeitpolitik sowie die Überwindung der herkömmlichen Trennung zwischen Erwerbsarbeitszeit und Lebenszeit von grundsätzlicher Bedeutung.
Erwerbsarbeit muss so verstanden und organisiert werden, dass sie nicht vom ›Rest des Lebens‹ isoliert wird, sondern in einem gesellschaftlichen Zusammenhang steht, der Frauen und Männer in gleicher Weise am zivilgesellschaftlichen Leben teilhaben lässt.


 [ #forumROMANum ] ⇒

Sonntag, 31. Januar 2016

[ #fair ] Firmen Check - Auf dem Weg zu einem Existenzlohn?

Welche Modemarke vertritt existenzsichernde Löhne? Dieser Bericht zeigt es.

Die Clean Clothes Kampagne hat über 50 führende europäische Marken und Bekleidungsfirmen befragt und erhoben, was diese Unternehmen konkret tun, um existenzsichernde Löhne in den Kleider-, Schuh-, und Textilfabriken ihrer Lieferketten sicherzustellen.
Mehr erfahren. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link und zusätzliche Infos!
[ #forumROMANum ] ⇒

Dienstag, 8. Dezember 2015

[ #pension ] Arme Vorarlberger Arbeitnehmer-Pensionisten

Zum Lesen anklicken!
Vorarlbergs Senioren aus dem Arbeitnehmerstand sind nicht zu beneiden. Sie beziehen Österreichs niedrigsten Pensionen. 

Gegenüber einem Wiener Durchschnittspensionisten beziehen sie jährlich 2400 Euro weniger Pension. Aber auch wenn man die Durchschnittspenionen vom Neusiedlersee bis zum Bodensee durchrechnet - da liegen beileibe auch weniger prosperierende Regionen, dann hat der Vorarlberger "Durchschnittspensionist" immer noch am Jahresende 1.800 Euro weniger auf dem Konto als seine "restösterreichischen" Altersgenossen.

Ungereimtheiten. Anders verhält es sich bei den Pensionsbeziehern die selbständig waren. Die haben nach Wien (1.439 Euro) die zweithöchsten Durchschnittspensionen (1.414 Euro) im Bundesländerranking. Wie kann es das geben, dass die Arbeitnehmer in Vorarlberg so schlecht auf das Alter hin abgesichert sind, während die Selbständigen die höchsten Durchschnittspensionen erreichen. Sicher hat das mit den Frauenlöhnen, der mangelnden Mobilität wegen fehlender Kinderbetreuungseinrichtungen und mit der Lohnsituation in Vorarlberg zu tun. Ein solidarische fortschrittliche Gesellschaft stellt man sich beileibe anders vor. Offenbar wurde für die Selbständigen besser gesorgt als für die Arbeitnehmer. Offenbar hätte man den Arbeitnehmern höhere Löhne bezahlen können und damit auch höhere Pensionen erreicht.

Hausgemachte Ungerechtigkeiten.Vergleicht man die Zahlen in den anderen Bundesländern, dann stellt man fest, dass in Wien die Arbeitnehmer-Pensionen und die Selbständigen Pensionen in etwa gleich hoch sind, in allen anderen Bundesländern - mit Ausnahme von Vorarlberg - liegen die Selbständigen-Pensionen zum Teil sogar deutlich unter den Arbeitnehmerpensionen. Nur in Vorarlberg beziehen die Selbständigen im Jahresdurchschnitt 2.500 Euro mehr an Pensionseinkommen als die pensionierten Arbeitnehmer.

Man würde meinen, dass bei derart niedrigen Pensionen viele Vorarlberger Bezieher von Pensionsleistungen eine Ausgleichszulage (d.i. eine Art Mindestpension) erhalten. Doch dem ist nicht so. Während in Österreich jeder zehnte Pensionist eine Ausgleichszulage erhält, sind es in Vorarlberg weit weniger. Nur 8,7 % der Pensionsbezieher erhalten hier eine Aufbesserung der Pension auf die "Mindestrente". Es darf angenommen werden, dass viele bedürftige Vorarlberger vorsätzlich oder fahrlässig abgehalten werden ihre Ansprüche geltend zu machen.

Wie überhaupt auffällt, dass die wenigen Bauernpensionen sehr häufig von der Republik eine Ausgleichszulage erhalten (23,1 %). Aus dem österreichischen Budget erhalten die bedürftigen Arbeiter im Durchschnitt 274 Euro Ausgleichszulage, Angestellte 246, Eisenbahner 225, Bergbauarbeiter 198, Selbständige hingegen 305 und Bauern gar 399 Euro monatlich. Eine Ungleichverteilung, die die politischen Wahlwerber doch entweder aufzeigen oder erklären können sollten.

Aber das ist wohl eine andere Geschichte.

[Forum ROMANum]⇒

Mittwoch, 29. Juli 2015

[ #Armutsbericht #Vorarlberg ] Altersarmut made in Vorarlberg: Vorarlberger haben niedrigste Pensionen Österreichs

Zum Lesen Grafik anklicken
In Vorarlberg leben ~ 85.000 PensionistInnen. 

Ungleichgewicht. Das sind um 15.000 mehr als vor zehn Jahren. Rund 74.000 sind in der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeitnehmer, 11.000 bei den Selbständigen versichert. Sie erfahren keine Gleichbehandlung. Die Pensionsbezieher aus dem Stand der Arbeitnehmer in Vorarlberg haben die niedrigsten Pensionen, die der Selbständigen in Vorarlberg die höchsten Österreichs.

Aber was schert das die Politik?

Der Sachverhalt ist seit vielen Jahren so und auch bekannt, ohne dass sich irgendeine Partei, eine Gewerkschaft, eine Institution oder auch nur ein Pensionistenvertreter der Sache annimmt. Mein Freund Bernhard Amann hat schon 2010 darauf hingewiesen (Wussten Sie, dass Vorarlbergs Senioren die kleinsten Pensionen bekommen?). Aber die Diskussion läuft immer um dasselbe. Man müsse das Pensionsalter der Frauen oder gar insgesamt erhöhen, die Menschen werden zu alt oder die Pensionen seien in Zukunft "nicht sicher" oder eben "gesichert". Daneben spricht man höchstens noch von ein paar Prozetpunkten plus oder minus.

Niemand in Vorarlbergs Politiklandschaft geht diesem Skandal auf den Grund. Warum? Weil man es nicht wissen will und vor allem weil die Altersarmut weiblich und in Vorarlberg durch die Politik selbstgemacht ist. Die Verantworlichen reden lieber über ihren Tagesblabla und die Medien berichten eben über diesen. So ist es für alle Seiten am bequemsten.

Die Durchschnittspension von Herrn und Frau Vorarlberger die als Arbeitnehmer ihre Pension angespart haben beträgt in Vorarlberg 1.219 €. Schon der Tiroler Pensionist - er hat die zweitschlechteste Pension - erhält im Jahr 1000 Euro mehr, der aus Niederösterreich monatlich mehr als 200 € mehr, das ergibt im Jahr über 3000 Euro mehr. Diese Zahlen gelten wohlgemerkt einschließlich allfälliger Ausgleichszulagen und Kinderzuschüssen.

Vorarlberger Arbeitnehmer altersarm. Und dann der Blick auf die Pensionsversicherung der Unselbständigen. Sie bekommen Österreichs höchste Pensionen von durchschnittlich 1458 €, im Jahretwa 3000 € mehr als die Arbeitnehmer Vorarlbergs. Der Unterschied zu den nächsthöchsten Pensionen, die sind in Wien, ist gerade mal ein Euro, also in etwa gleich.

Schauen wir uns nun aber die Differenz zwischen Arbeitnehmer- und Unternehmer-Pensionen an:

Bundesland
Arbeitnehmer-Pension(A)
Unternehmer-Pension(U)
Plus für U

Wien
1.424 €
1.457 €
+  33€
Vorarlberg
1.219 €
1.458 €
+ 239€

Differenz zu Vorarlberg
-205 €
+ 1 €
+ 206 €

Müder Politiktross. Weitere Informationen erhält man in Vorarlberg dazu nicht. Wer sich interessiert, der möge die Zahlen im Handbuch 2015 der österreichischen Sozialversicherung nachlesen (S. 87). Im Übrigen gilt das weiter was ich schon vor einem Jahr in einem Blogbeitrag "Arme Vorarlberger Arbeitnehmer-Pensionisten" geschrieben habe. Es lohnt sich dort weiter zu lesen.

Freilich hat der seinerzeitige Blogbeitrag den Verantwortlichen nicht gefallen und sie haben ihn einfach ignoriert. Die für diesen Missstand Verantwortlichen haben nämlich keine kleine Pension sondern Pensionsprivilegien, die weit über das hinaus gehen was man hier schon eine gute Pension nennen könnte. Der sichtlich müde Vorarlberger Politiktross produziert damit Politikverdruss.

Dass unsere Alten nicht mehr betteln gehen. Ferdinand Freiligrath, ein großen liberalen Freigeist der bürgerlichen Revolution von 1848, forderte in einem Gedicht, das die seinerzeitige Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie freudig in ihr Kulturgut aufnahm, dass "unsere Alten nicht mehr betteln gehen":
"Was wir ersehnen von der Zukunft Fernen,
Dass uns Arbeit und Brot gerüstet stehen,
Dass unsere Kinder in der Schule lernen
Und unsere Alten nicht mehr betteln gehen." 
Aber das ist wohl wieder eine andere Geschichte - leider eben Geschichte.

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