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Montag, 6. Mai 2019

[ #kommunalpolitik ] Lokale Handlungsfelder nachhaltiger Familienpolitik


Städte und Regionen, in denen Familien sich wohl fühlen, sind für die Zukunft besser gewappnet. 

Der  deutsche Monitor Familienforschung, Ausgabe 20 "Lokale Handlungsfelder nachhaltiger Familienpolitik" zeigt die Aufgaben und Möglichkeiten lokaler Familienpolitik in einer Zeit auf, in der Familienfreundlichkeit als positiver Standortfaktor für Kommunen zunehmend wichtig wird.

Monitor Familienforschung. Der Monitor Familienforschung informiert jeweils auf wenigen Seiten kurz und prägnant eine interessierte Öffentlichkeit über die aktuelle demografische Entwicklung und ihre Auswirkungen. Freilich orientiert sich die bundesdeutsche Publikation an deutschen Umständen und Möglichkeiten, aber so anders sind Möglichkeiten kommunaler Familienpolitk auch in Österreich oder anderswo in Mitteleuropa nicht.

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Inhaltsverzeichnis:
I. Aufgaben und Möglichkeiten lokaler Familienpolitik
1.1 Aufgaben lokaler Familienpolitik
1.2 Möglichkeiten lokaler Familienpolitik
II. Vom Nutzen familienfreundlicher Politik in der Kommune
III. Lokale Planung und Steuerung Lokaler Familienpolitik
3.1 Grundlagen nachhaltiger Familienpolitik auf kommunaler Ebene
3.2 Familienberichterstattung als (Planungs-)Instrument kommunaler Familienpolitik
3.3 Information und Qualifizierung für Kommunen
IV. Dienstleistungszentren rund um die Familie und Mehrgenerationenhäuser
V. Familienleitstellen als Bürgerservice/Familienbüros
VI. Lokale Bündnisse für Familie
VII. Ausblick
Literatur
Linkliste

Dienstag, 11. Juli 2017

[ #zeitpolitik ] Familienzeitpolitik ein neues kommunales Politikfeld?

Kosten-Nutzen-Analyse einer kommunalen Familienzeitpolitik

Obwohl die Rahmenbedingungen für die zeitliche Gestaltung des Familienlebens von überragender Bedeutung für das Gelingen von Familie sind, ist Familienzeitpolitik noch relativ neu. In Deutschland wurde sue mit dem Siebten Familienbericht aus dem Jahr 2006 neben der Bereitstellung der Betreuungsinfrastruktur und finanziellen Unterstützungsleistungen für Familien als dritte Säule der Familienpolitik etabliert. Dabei wurde deutlich, dass Zeitprobleme von Familien häufig zu bedeutenden Teilen daraus resultieren, dass sich verschiedene, für die Familien relevante Zeitstrukturen schlecht miteinander in Einklang bringen lassen. So sind etwa Öffnungszeiten von Betreuungseinrichtungen, Arbeitszeiten und Fahrzeiten im öffentlichen Nahverkehr häufig schlecht aufeinander abgestimmt.

Verbesserte Möglichkeiten für die Zeitgestaltung von Familien können vorwiegend auf kommunaler Ebene geschaffen werden, insbesondere durch eine bessere Abstimmung der lokalen Zeitstrukturen und eine bedarfsgerechte Gestaltung zeitlicher Unterstützungsangebote für Familien. Dennoch ist es bisher noch nicht gelungen, kommunale Familienzeitpolitik systematisch als Teil der Kommunalpolitik zu etablieren. Ein zentraler Grund hierfür ist, dass kaum wissenschaftliche Untersuchungen zu kommunaler Familienzeitpolitik vorliegen. So ist es für die Entscheidungsträger schwierig, die positiven Effekte zeitpolitischer Maßnahmen auf kommunaler Ebene abzuschätzen.

Für kommunale Entscheidungsträger verbindet sich mit der Herausforderung, Familienzeitpolitik als kommunale Aufgabe umzusetzen,  immer auch die Frage, welche Kosten mit welchem Nutzen einhergehen. Familienzeitpolitik muss sich für Kommunen „rechnen“ und der Nutzen muss Kosten und Aufwand rechtfertigen können. Die vorliegende Studie, die vom IW Köln im Auftrag des BMFSFJ erarbeitet wurde, stellt konzeptionelle Umrisse einer Kosten-Nutzen-Analyse und modellhafte Berechnungen vor. Für kommunale Entscheidungsträger und Lokale Bündnisse für Familie bietet die Studie erste Ansätze für solche Berechnungen und kann ihnen als eine Argumentationsgrundlage für Familienzeitpolitik dienen.

[ #forumROMANum ] ⇒
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I. Einleitung 4
II. Konzeptionelle Grundlagen  6
2.1 Zeitverwendung von Familien  6
2.2 Gestaltungsmöglichkeiten bei der Zeitverwendung  8
2.3 Aufgabenteilung in der Familie und Unterstützung durch Dritte 9
2.4 Bedeutung lokaler Zeitstrukturen  11
2.5 Warte- und Wegezeiten 14
2.6 Ansatzpunkte für die kommunale Familienzeitpolitik  16
2.7 Räumliche Reichweite kommunaler Familienzeitpolitik  18
2.8 Institutionalisierung der kommunalen Familienzeitpolitik 19
III. Indikatoren zu kommunaler Familienzeitpolitik  21
3.1 Mobilität  21
3.2 Infrastruktur (Betreuung, Bildung, Pflege)  23
3.3 Arbeitswelt und Ausbildung  28
3.4 Gesundheit  30
3.5 Dienstleistungen und Versorgungen 32
3.6 Verwaltung  34
3.7 Freizeit  36
IV. Ökonomischer Nutzen kommunaler Familienzeitpolitik  40
4.1 Fachkräftesicherung  40
4.2 Steigerung der Attraktivität der Kommune  43
4.3 Bessere Teilhabechancen  45
4.4 Verbesserung des sozialen Miteinanders  49
V. Kosten-Nutzen-Analyse 51
5.1 Ausgaben für die Gestaltung kommunaler Familienzeitpolitik  51
5.2 Mehrausgaben für die Umsetzung kommunaler Familienzeitpolitik  52
5.3 Mehreinnahmen aus Nutzungsbeiträgen  55
5.4 Kosten-Nutzen-Vergleich 55
VI. Exemplarische Berechnung am Beispiel des Beitrags zur Fachkräftesicherung  58
6.1 Tatsächliche und gewünschte Erwerbsbeteiligung von Müttern  58
6.2 Potenziale besserer Kinderbetreuungs- und ÖPNV-Angebote 62
6.3 Gesamtfiskalische Effekte besserer Kinderbetreuungs- und ÖPNV-Angebote  65
VII. Zusammenfassung  69

Dienstag, 10. Februar 2015

[ #familie ] Familienfreundlichkeit oder Frauenfeindlichkeit?

Das Land Vorarlberg zeichnet regelmäßig "familienfreundliche Betriebe" aus. Das ist oft Anlass für Reden, Pressetermine und bunte Drucksachen mit denen sich die Politiker ins Bild setzen können.

Peinlich wirkt es, wenn das Familienfreundlichkeitssiegel ausgerechnet jenen überreicht wird, die ja ausdrücklich dazu geschaffen sind. Wenn der Vorarlberger Familienverband etwa das Siegel erhält, wird jeder denken "No-na".

Familienfreundlichkeit wird durch eine bunte Liste von Bewertungskriterien festgestellt. Neben vielem Selbstverständlichem und Leerformeln, sind so "wichtige" Punkte wie der vergünstigte Personaleinkauf in der eigenen Firma als besondere familienpolitische Leistungen.

Familienfreundlich ist anders. Deutlich wird die mangelnde Familien- und Frauenförderung der Politik schon bei den Arbeitsplatzkriterien: Jobsharing, Teilzeitarbeit, Telearbeit und Heimarbeit gelten als "familienfreundlich". Da stellen sich einem die Haare auf. Familienfreundlichkeit ist hier eine Kategorie des Verzichts auf einen Vollarbeitsplatz, ist hier ein Verzicht auf angemessene Versorgung im Alter, ist hier Verzicht auf Karriere und beruflichen Erfolg.

Familienunfreundlicher öffentlicher Rahmen. Statt Öffnungs- und Betreuungszeiten von Schulen, Kindergärten, statt öffentliche Verkehrsmittel den Bedürfnissen von Menschen und Betrieben generell anzupassen, wird von familienfreundlichen Betrieben verlangt:
"Flexible Arbeitszeitmodelle, die sowohl auf die familiäre Situation als auch auf die vorhandene Infrastruktur Rücksicht nehmen (z. B. Abstimmung der Arbeitszeiten mit den Zeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen und den Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel, Zeitkonten, Blockzeiten, Schichtmodelle)".
Männersache & Frauenarbeit. Das Hauptproblem wird aber sichtbar wenn man die öffentlich-rechtlichen Unternehmen, die ausgezeichnet wurden, näher anschaut, dann sieht man das generelle Problem. Wobei es ja geradezu erschreckend ist, dass man in Vorarlberg öffentlich-rechtliche Institutionen als familienfreundlich auszeichnen muss. Man würde meinen, dass in einem Land das täglich die Familie als ideologisches Muster im Munde führt, alle öffentlichen Institutionen per se familienfreundlich geführt werden. Eigentlich müsste man nicht diese Betriebe auszeichnen sondern den nicht ausgezeichneten öffentlichen Unternehmen auf die Finger schauen.  Aber zurück zu dem Problem: Die Beschäftigten dieser familienfreundlichen Betriebe sind zum zwei Dritteln weiblich, die Führung ist jedoch immer männlich.

Frauenarbeit = Carearbeit.  Dasselbe gilt auch für die Auszeichnungskategorie "Non-Profit-Unternehmen". In der Regel sind es öffentliche Unternehmen die nur aus rechtlichen Gründen ausgegliedert sind und in der Care-Ökonomie tätig sind.  Man könnte sie doch zur Familienfreundlichkeit per Weisung zwingen und nicht familienfreundlichen Vereinen die Subventionen streichen. Wäre doch ein Leichtes?

Care-Wirtschaft ist aber aus zweierlei Gründen schon nicht wirklich familienfreundlich, so sehr sie sich auch im Einzelnen anstrengen mögen: Care-Ökonomie ist noch immer typisch weibliche Tätigkeit und als solche schlecht bezahlt. Denn Frauen verdienen weniger, weil sie sogenannte Frauenberufe ergreifen. Dass diese schlechter bezahlt sind, ist ein Widerspruch zu meinem Gerechtigkeits- und Gleichheitsanspruch und entspricht einem patriarchalischen Familienbild. Da versagt die Forderung "Gleiche Arbeit - gleicher Lohn", weil diese "gleiche" Arbeit eben fast nur Frauen machen.

Aber das ist wieder ein anderes Thema.

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