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Mittwoch, 13. September 2023

[ #geschichte ] Dornbirner Statt-Geschichten

 



[Free eBook] Dieser Band ist als Beitrag zu einer kritischen Stadt- und Regionalgeschichte zu verstehen.

Am Beispiel der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung Dornbirns in den letzten hundert Jahren werden von den Autoren Tendenzen deutlich gemacht, die auch für die Landesgeschichte Vorarlbergs Gültigkeit besitzen.
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Donnerstag, 10. August 2023

[ #geschichte ] Das Märchen von der Bauernrepublik im Bregenzerwald

Das Buch "Der Hintere Bregenzerwald - eine Bauernrepublik?" räumt mit dem Märchen von der Bregenzerwälder Bauernrepublik auf.
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Freitag, 4. August 2023

[ #geschichte ] Die Geschichte des EURO

Erst ein Jahrzehnt kennen wir diese Banknoten und Münzen - und schon eine Geschichte darüber? 

Gerade jetzt ein interessantes Thema, da mancherorts schon ernsthaft gewünscht wird, dass der Euro Geschichte sei. Ein kostenloses eBook erzählt.
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Samstag, 8. Juli 2023

[SozialesLeid ⇔ #SozialesLied ] Politisches Lied und Gedicht von Arbeitern und Bürgern 1848 - 1875


[eText] "Ein garstig Lied! Pfui! ein politisch Lied / Ein leidig Lied!", so lautet das Verdikt Johann Wolfgang von Goethes, das dieser im 1808 veröffentlichten "Faust I" der Figur des Brander in den Mund legt. In der Tat erfreute sich die politische Dichtung jedoch seit den 1830er Jahren in einer steigenden "Produktivität".

Politische Lieder und Gedichte aus der Zeit zwischen 1848 und 1875 stehen in dem elektronisch abrufbaren Text im Vordergrund. Damit wird im wesentlichen wissenschaftliches Neuland betreten. Die germanistische Forschung hat zwar einige Studien zu den politischen Liedern und Gedichten des Vormärz und der Revolution von 1848 hervorgebracht, die politische Lyrik der ohnehin ungeliebten Epoche des sogenannten Nachmärz dagegen mit Schweigen übergangen.

Kein Fest, kaum eine öffentlichkeitswirksame Versammlung des 19. Jahrhunderts konnte auf Lieder und Gedichte verzichten. Auch in der Zeit zwischen den Einigungskriegen und den ersten Jahren nach der Reichsgründung erklangen stets Lieder und Gedichte, wenn Menschen sich versammelten, um zu feiern, zu debattieren oder zu protestieren. Manche Lieder wurden regelrechte Erkennungszeichen, die es erlaubten, den Sänger sofort einer bestimmten politischen Richtung oder Partei zuzuordnen. Oft konnte aber auch der Gesang ein und desselben Liedes einen je unterschiedlichen politischen Anspruch widerspiegeln. Es war darum häufig nicht allein entscheidend, welches Lied gesungen wurde, sondern von wem und in welchem Rahmen es zum besten gegeben wurde. Und noch etwas:  Lieder mit politischem Inhalt - das war im 19. Jahrhundert (fast) selbstverständlich - konnten nur von Männern vorgetragen werden.


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Ein schneller Blick auf den Inhalt:

Einleitung

1. Im Spannungsfeld von Nähe und Abgrenzung - Zum Verhältnis von Gesang und Deklamation auf sozialdemokratischen und bürgerlichen Festen und Versammlungen
1.1 "Volksgesang" und Liederkämpfe - Politische Lieder inVersammlungen und auf der Straße
1.1.1 Die Bedeutung von Hymnen bei politischen Versammlungen
1.1.2 Lieder als Ausdruck von Protest und als ironischer Kommentar
1.1.3 Die Beerdigung von Parteigenossen als Mittel der politischen Demonstration
1.2 "Wo man singt, da laß' dich ruhig nieder …": Lieder und Gedichte auf politischen Festen
1.2.1 Stiftungsfeste - Leistungsschauen des Vereins
1.2.2 Propaganda und Geselligkeit: Arbeiterverbrüderungsfeste und Ausflüge
1.2.3 Rituale der Selbstvergewisserung und der Stärkung von Gemeinschaft - Die Lassalle-Feiern
1.2.4 Auf der Suche nach einer historischen Tradition: Die Märzfeiern der Sozialdemokratie

2. Die "gedichtete" Welt - Lieder und Gedichte als Schlüssel zur Weltsicht von Arbeitern und Bürgern zwischen 1848 und 1875
2.1."Und endlich wird ein Lied uns singen, dass nun die Welt erlöset sei!" - Bilder und Visionen von Gesellschaft
2.1.1 1848 - Der Kampf um die Ehre der Arbeit und die "heil'gen Rechte" des Volkes
2.1.2 "Brecht das Doppeljoch entzwei!" - Die Sozialdemokratie zwischen Kampf und Gesetz
2.1.3 Der König als Bewahrer des Rechtes und der Einheit - Konservative und liberale Gesellschaftsbilder
2.2 Der Kampf um das "Land der Eichen" - Zum Bild von Nation und Krieg
2.2.1 "Hermanns Geist" erwacht: Nationale Forderungen und Bilder in der Revolution von 1848
2.2.2 "Vaterlandslose Gesellen"? - Die Sozialdemokraten und die Nation
2.2.3. Alldeutschlands Siegeslieder": Die nationale Einheit aus liberaler und konservativer Sicht

3 Zwei Welten? - Eine Schlussbemerkung zum Verhältnis von sozialdemokratischer und bürgerlicher Kultur

4 Abkürzungsverzeichnis

5 Quellen- und Literaturverzeichnis
5.1 Quellen
5.2. Literaturverzeichnis
6 Anhang

Montag, 3. Juli 2023

[ #geschichte ] Ausgrenzung und Privilegierung als kommunales Ordnungsprinzip am Beispiel des Nenzinger Ortsteiles Mariex in Frastanz

 


Die Archivale des Monats April 2012 des des Vorarlberger Landesarchivs zeigt einen uns heute merkwürdig erscheinenden Streit der Gemeinden Nenzing und Frastanz. Während man im heutigen Verständnis meinen würde, dass sich die Gemeinden um die Vergrößerung ihres Einflussbereiches bemühten, waren sie offenbar um Kleinheit und Begrenztheit der Bürgerzahl engagiert. 

Der Sachverhalt weist eigentlich in die aktuelle heutige Zeit, wo der Widerstreit zwischen Agrargemeinschaften (als die alten Bürgergemeinden) und den Gemeinden weiterlebt. Ursprünglich waren alle Gemeindebewohner stets voll gleichberechtigt. Mit der Zunahme der Dorfbewohner durch Zuwanderung und mit dem Aufkommen neuer Berufsgruppen neben dem traditionellen Bauernstand und den Migrationsbewegungen des 20. Jahrhunderts änderte sich dies erheblich. Der Anteil der sogenannten nutzungsberechtigten Gemeindebewohner nahm ab, der Anteil der rechtelosen Gemeindebewohner nahm laufend zu. Mittlerweile beginnt sich auch bei der Vererbung zumindest langfristig eine Gleichstellung von Männern und Frauen zu realisieren.
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Freitag, 16. Juni 2023

[ #geschichte ] Vorarlberg zensiert "Der Prozeß (1948)" schon vor der Aufführung

 

Über das Fortdauern des klerikalen und nazistischen Antisemitismus auch im wiedererstandenen Vorarlberg

In Vorarlbergs Verwaltung hatten sich auch nach dem Wiedererstehen eines demokratischen Österreichs und eines selbständigen Vorarlbergs Haltungen und Personen etabliert. die der Ideologie des III.Reiches und seinem Antisemitismus auch nachtröglich nicht widerstehen wollten. Man stelle sich vor: Noch vor Fertigstellung des Filmes "Der Prozeß - Im Namen der Menschlichkeit" sprach die Vorarlberger Landesregierung Anfang 1948 ein Aufführungsverbot aus. Das führte im Februar 1948 zu einer parlamentarische Anfrage von sozialistischen Abgeordneten (Abg. Reismann u. Gen. Betr. Erlässe gegen die Aufführung eines noch in Vorbereitung stehenden Filmes „Der Prozeß“, Stenographische Protokolle des Nationalrates, 18.2.1948) an den Innenminister Helmer.
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Montag, 5. Juni 2023

[SozialesLeid⇔SozialesLied] Zu Straßburg auf der Schanz - Deserteurslied

Bild: Schweizer Reisläufer überqueren die Alpen. Nach der Eroberung von Cremona verlassen eidg. Söldner heimlich das frz. Heer und ziehen über das Gebirge nach Hause. 1513 (Diebold Schilling der Jüngere) Bildquelle: Wikimedia
Das Lied stammt aus der Spätzeit der Söldnerheere um 1790, als es in Frankreich ebenfalls noch das stehende Heer gab, das sich zumeist aus zwangsrekrutierten Soldaten zusammensetzte. Geschildert wird die Erschießung eines Schweizer Söldners, der zu den Preußen hatte überlaufen wollen. Noch heute stehen "Schweizer Söldner" im Vatikan.

Originalfassung. Das Lied existiert in zwei Fassungen, die wesentlich durch die "Anklage-Strophe" des Deserteurs unterschieden sind. In der ältesten Überlieferung (fliegendes Blatt des ausgehenden 18. Jahrhunderts) wird der Corporal angeklagt, der den Deserteur vermutlich festgenommen oder angezeigt hat.

Text: Zu Straßburg auf der Schanz

Zu Straßburg auf der Schanz,
Da ging mein Trauern an;
da wollt ich den Franzosen desertiern
und wollt es bei den Preußen probiern
ei, das ging nicht an.

Ein Stund wohl in der Nacht
habens mich gefangen gebracht;
Sie führten mich vor des Hauptmanns Haus,
Ach Gott, was soll werden daraus,
Mit mir ist's aus.

Frühmorgens um zehn Uhr
Stellt man mich dem Regimente vor
da soll ich bitten um Pardon,
Und werd doch kriegen meinen Lohn,
Das weiß ich schon.

Ihr Brüder allzumal,
Heut' seht ihr mich zum letztenmal;
Unser Korporal, der gstrenge Mann
ist meines Todes Schuld daran
Das klag ich an.

Ihr Brüder alle drei,
ich bitt, schießt allzugleich
Verschont mein junges Leben nicht,
Schießt, daß das rote Blut rausspritzt,
Das bitt ich euch.

O Himmelskönig!
Nimm du mein Seel dahin,
Nimm sie zu dir in Himmel hinein,
alwo doe lieben Englein sein
Und vergiß nicht mein!

Text: unbekannter Autor, auf fliegenden Blättern , Ende des 18. Jahrhunderts


Glättung und Umdichtung. Alle anderen (und neueren)  Fassungen,  bringen entweder die Nachdichtung "Zu Straßburg auf der langen Brück" oder lassen die Corporal-Strophe aus oder ersetzen sie durch die Fassung mit dem Alphornmotiv, die in der ersten gedruckten Fassung des Liedes, im Wunderhorn, wohl als Umdichtung der Herausgeber erscheint. Hier wird nicht der Corporal angeklagt, sondern die heimweherzeugende Melodie des Alphorns, die den Deserteur verführt, von seiner Truppe wegzulaufen.

Der Schweizer

1. Zu Straßburg auf der Schanz,
Da ging mein Trauern an;
Das Alphorn hört' ich drüben wohl anstimmen,
Ins Vaterland mußt ich hinüberschwimmen,
Das ging ja nicht an.

4. Ihr Brüder allzumal,
Heut' seht ihr mich zum letztenmal;
Der Hirtenbub ist nur schuld daran,
Das Alphorn hat mir's angetan,
Das klag ich an.

Zu Straßburg auf der langen Brück'

Zu Strassburg auf der langen Brück
da stand ich eines Tags
nach Süden wandt ich meinen Blick
in grauem Nebel lag´s
Da dacht´ ich mir: Dahinter
liegt in wunderbarem Reiz
mit seinen Almen, seinen Höh´n
dein Vaterland, die Schweiz

Und wie ich's dacht, und wie ich's sann
da zog ein Knab' vorbei,
der blies in's traute Alpenhorn
der Heimat Melodei.
Da ward mir's kalt, da ward mir's warm
rasch sprang ich in die Flut,
hinauf den Rhein mit starkem Arm
schwamm ich in frischem Mut

Hätt' mich nicht der Sergeant gesehn
da hätt' es keine Not;
jetzt haben sie mich eingebracht
und schiessen heut' mich tot.
O liebe Herren, glaubt mir dies
mich zog ein süsser Ton;
der Knabe, der das Alphorn blies
der trägt die Schuld davon

Nun führt hinaus mich vor das Tor
und messt die fünfzehn Schritt'
und schiesset wacker, doch zuvor
gewährt mir eine Bitt':
Blast mir das Alphorn noch einmal
in wunderbarem Reiz
und darin grüsst mir vieltausendmal
mein Heimatland, die Schweiz

Text: Salomon Mosenthal , vor 1847 (1821-1877)

Verschleierung. Die Corporal-Strophe als sozialkritische Anklage wurde zugunsten der den Sachverhalt poetisch verschleiernden, ideologisch unverdächtigen Alphornfassung im 19. Jahrhundert systematisch unterdrückt. In den Schul- und anderen Gebrauchsliederbüchern des 19. und 20. Jahrhunderts spielt das Lied in der Alphornfassung, versteht sich, eine bedeutsam Rolle. Allerdings lässt auch diese Fassung eine Frage offen: Was ist das für ein Sinn, einen Menschen wegen Heimwehs umzubringen?

Heimweh ist eine Schweizer Krankheit.  Der Elsässer Mediziner Johannes Hofer war der Erste, der 1688 in seiner Basler Dissertation De Nostalgia vulgo Heimwehe das Problem des Heimwehs erkannte und es zum Status einer Krankheit erhob, die fortan auch „Schweizerkrankheit“ genannt wurde. Symptome waren Entkräftung und Fieber bis hin zum Tod; eine Heilung konnte nur in der Heimreise bestehen.

Dass sich die Schweizer überhaupt so fern von ihrer Heimat befanden, lag an dem regen Handel mit schweizerischen Söldnern, die seit dem 13. Jahrhundert gegen "Provision" an den König von Frankreich und andere Länder verkauft wurden. Dieser als Reislauf bezeichnete Menschenhandel bildete für die Kantone eine wichtige Einnahmequelle. Das mittelhochdeutsche Wort Reis bedeutet hierbei den Aufbruch, das Fortbewegen oder Reisen, in diesem Zusammenhang die Kriegs-Reise, den Kriegszug. Die Schweizer waren also stärker und früher als andere Völker ihrer Heimat entrissen.

Die grosse Zeit der Reisläufer waren die Kriege um das Herzogtum Mailand um 1500. Die Schweizer Schlachten in Italien zählen mit zu den blutigsten Gemetzeln, die sich Söldnerheere je lieferten, wobei nicht selten auf beiden Seiten Schweizer Söldner standen. Eine Wende brachte die Reformation:  In reformierten Kantonen wie Zürich waren Gewerbe und Handel weiter fortgeschritten als in den katholischen Kantonen. Es machte hier wirtschaftlich wenig Sinn, kräftige junge Männer gegen Pensionen ins Ausland zu schicken, um sie als Söldner für auswärtige Mächte töten oder verkrüppeln zu lassen.

Der Zürcher Reformator Zwingli konnte daher 1519 die Abschaffung des Reislaufs in Zürich erreichen. Er verwendete in seinen berühmten Predigten gegen den Solddienst 1525 das Bild von den roten Hüten und Mänteln der römischen Kardinäle. Wenn man sie schüttle, fielen Dukaten und Kronen, wenn man sie auswinde, rinne das Blut der Söhne, Brüder, Väter und Verwandten heraus. Während die Pensionenherren und Hauptleute selbst in Seide, Silber, Gold und Damast aufträten, donnerte Zwingli, verkauften sie ihre Landsleutewie Vieh nach Italien. Weitere Kantone folgten, bis 1859 schließlich ein Bundesratsbeschluss den Reislauf in der gesamten Schweiz verbot. Davon übrig geblieben ist bis heute nur die Schweizer Garde des Vatikans

Die Schweizergarde und die amtliche Schweiz. Nach vatikanischem Recht ist die Schweizergarde eine militärische Formation. Nach einem Beschluss des schweizerischen Bundesrates ist sie eine Hausgarde mit rein polizeilichem Charakter. Diese Deutung bewahrt die Angehörigen der Garde davor, gegen das Militärgesetzbuch zu verstossen, das den Militärdienst für das Ausland unter Strafe stellt. Offiziell halten sich die Gardisten privat in Rom auf. Ihr Dienst wird in keiner Weise als Teil der obligatorischen Militärpflicht angerechnet. Folgerichtig bezahlen sie während dieser Zeit die schweizerische Militärpflichtersatzabgabe.

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Mittwoch, 31. Mai 2023

[ #ABC Schülerclub ] Vorarlberger Flysch - Ein Stück Afrika in Vorarlberg

 



Skizze aus dem Feldtagebuch von Michael Vacek (1848-1925), die er anlässlich seiner Begehungen der Glarner Alpen in den Jahren 1880 und 1881 angefertigt hatte.
© Geologische Bundesanstalt (GBA) - Fachabteilung Zentralarchiv

Der Aufsatz von Michael Vacek (28.9.1848 - 6.2.1925) "Ueber vorarlberger Kreide" aus dem Jahre 1879 steht als PDF online.

Die Kreidezeit (vor etwa 140 - 65 Mio. Jahren) markiert die Entstehung der Alpen. Es ist der Beginn des Nordwärtsdrängens der Afrikanischen Platte Richtung der Eurasischen Platte und der Einengung des Tethysmeeres. In mehreren Schüben werden unterschiedliche Schichten durch den Druck der Platten übereinander geschoben, Faltungen und Deckenüberschiebungen entstehen während die Meeressedimente aus dem Wasser herausgehoben werden.
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Freitag, 19. Mai 2023

[ #geschichte ] Der Lehrerinnenzölibat in Vorarlberg

Als die Lehrerinnen noch  "Fräuleins" waren.

Manche alt und verbittert, andere jung und liebenswürdig, immer aber unverheiratet. Dieses Bild aus zahlreichen Spielfilmen der Zwischenkriegszeit hat sich eingeprägt, und es hat einen realen Hintergrund. Denn Ursache für das Fräulein-Schicksal des weiblichen Lehrkörpers war das "Lehrerinnen-Zölibat", das bei Heirat grundsätzlich die Kündigung der Frau aus dem Dienstverhältnis vorsah. Ein knappes Dokument des Landesarchivs erzählt davon, ein eBook mit 233 Seiten mehr.
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Montag, 15. Mai 2023

[ #geschichte ] Alemannenmythos: Starke Alemannen - schwache Innerösterreicher


Das katholisch-konservative Lager schrieb im ausgehenden 19. Jhdt. die "Eigenständigkeit des Landes" auf seine Fahnen und setzte den "Alemannenmythos" als politisches Instrument ein.

Die Inhalte ethnischer Selbstbeschreibung gehorchen auch nach 1945, bis in die Gegenwart, politischen und sozialen Interessen der regionalen Machteliten. Im Jahre 1985 veröffentlichte der Völkerrechtler Theodor Veiter (1907 – 1994), der vier Jahre zuvor in Feldkirch eine "Forschungsstelle für Nationalitätenrechte und Regionalismus" eingerichtet hatte, ein Buch mit dem Titel "Die Identität Vorarlbergs und der Vorarlberger". In diesem Werk fasste Veiter, der einst trotz seiner Mitgliedschaft bei der NSDAP im austrofaschistischen Staat Karriere gemacht hatte, seine prinzipiell völkischen Grundpositionen und die Grundthesen des vorherrschende Alemannen-Mythos noch einmal zusammen.
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Freitag, 12. Mai 2023

[ #geschichte ] Kurt Bauer: Sozialgeschichtliche Aspekte des nationalsozialistischen Juliputsches 1934


[Free eBook]  Auch wenn sich Zeiten und Anlässe nicht gleichen, ja buchstäblich unvergleichbar sind, so gibt es doch Hinweise welche zum Denken in der politischen Elite führen sollten.

In den Augen der Putschisten bedeutete der Nationalsozialismus Fortschritt, Modernität, eine gesicherte soziale Existenz jenseits der Grunderfahrung des Mangels, einem Mangel den sie fast durchwegs in ihrer Kindheit und Jugend gemacht hatten und die Realisierung eines individuellen, möglichst selbstbestimmten Lebensentwurfes jenseits traditionaler Eingeengtheit in Familie, Beruf, Institutionen. In diesem Sinn stehen die Juliputsch-Beteiligten paradigmatisch für eine größere Gesamtheit, nämlich für jene Österreicher, die sich vor 1938 dem Nationalsozialismus zuwandten und in ihn ihre Hoffnungen setzten.
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Sonntag, 7. Mai 2023

[ #geschichte ] Der 3. November 1918 und Vorarlberg

 

Bildquelle: Von Jules Courvoisier - Vorarlberger Landesarchiv, Vorarlberg Archiv, Katalog Nr.VA01055, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2875161

In vielen Vorarlberger Familien blieb der 3. November 1918 für zwei Generationen ein Erinnerungsort, der mit Demütigung, Zorn und Verlust verbunden war. Verstärkt wurde das durch eine immer wiederkehrende zeitliche Verdichtung auf das Totengedenken an Allerheiligen, Allerseelen und am Seelensonntag, der 1918 auf den 3. November fiel, und heute noch als „Kriegersonntag“ begangen wird. 

Auch Vorarlberg war erschöpft, die Lage trostlos. 

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Freitag, 5. Mai 2023

[ #kunst ] Karlsruher Tulpenbuch - digitalisiert online


[Retrodigitalisat] Um die schöne Tulpe - ursprünglich beheimatet in Anatoliens Bergen, rankt sich eine der bekanntesten Finanzkrisen der Geschichte: Der erste "Börsencrash". Oder kamen die Tulpen schon durch die Mauren über Spanien nach Europa?

Die ersten Tulpen gelangten bereits fünfhundert Jahre früher nach Europa als bislang angenommen wurde. Das haben spanische Forscher herausgefunden. Demnach wurde die Zwiebelblume erstmals in der sogenannten "Umda" erwähnt, berichten die Wissenschaftler um Esteban Hernández Bermejo von der Universität von Cordoba und Expiración García von der School of Arabic Studies in Granada.
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Donnerstag, 4. Mai 2023

[ #kultur ] Eine begehbare Skulptur von Alfons Fritz: Das Kriegerdenkmal in Bludenz


In Bludenz unterhalb der alten Stadtpfarrkirche Hl. Laurentius wurde 1928 ein Kriegerdenkmal für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs errichtet. 

Alfons Fritz, ein bedeutenden Vorarlberger Architekt der Zwischenkriegszeit, plante eine Anlage die auf Grund der Formensprache und des Zugangs zum Thema des Erinnerns als überregional bedeutsam angesehen wird.

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Mittwoch, 3. Mai 2023

[ #geschichte ] Nationalsozialismus im Bregenzerwald


Es sind oft kleine Dinge, derer man sich aber auch in der Provinz uneingeschränkt freuen kann: Herr Thomas Schwärzler hat für die Erlangung der Matura sich im Rahmen seiner Fachbereichsarbeit mit dem Thema Nationalsozialismus im Bregenzerwald mit speziellem Bezug auf die Gemeinde Hittisau befasst.
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Dienstag, 2. Mai 2023

[ #naturschutz ] Krumbacher Moor: Archivierte Klimageschichte über 11000 Jahre


Das Moor ist auch Heimat für zahlreiche  bedrohte Arten und Pflanzen.      

Moore  haben mehr zu bieten als Schlamm und Torf. Neben einer  unglaublichen  Artenvielfalt und der Schönheit der Landschaft ist das  Moor Heimat für  zahlreiche bedrohte Arten und Pflanzen. Der Lebensraum  Moor ist etwas  sehr Spezielles und bietet einer großen Vielfalt an  Moorbewohnern einen  Platz zum Leben, angefangen bei Moosen über  fleischfressende Pflanzen  bis zu Schmetterlingen und Fröschen.

Die pollenanalytische Untersuchungen an zwei Bohrkernen aus dem Moor Salgenreute bei Krummbach im Vorderen Bregenzer Wald lieferte neue Erkenntnisse über die Vegetations- und Klimageschichte des Alpenraumes im frühen Holozän von ca. 11.500 bis ca. 5.000 Jahre vor heute! Die Basisproben aus dem Ton sind noch dem Spätglazial zuzuordnen. In dieser nur 20 cm mächtigen Schicht ist die spätglaziale Vegetationsentwicklung bis zum Beginn des Holozäns nur generell erfasst.
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Donnerstag, 27. April 2023

[ #geschichte ] Die Vorarlberger Wappen in der Wiener Votivkirche


Die Votivkirche wurde als Dank für ein misslungenes Messer-Attentat (18. Februar 1853) während eines Spazierganges auf Kaiser Franz Joseph I. erbaut und am 24. April 1879 anläßlich der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares Franz Josef und Elisabeth "Sisi" eingeweiht. 

An den Arkadenwänden der kaiserlichen "Denkmalskirche" finden sich auch die Wappen des Kaiserhauses, besser gesagt: der Kronländer. Im Kern sind das alle Wappen der Länder, welche im "Großen Titel des Kaisers von Österreich" enthalten sind.Und dort sind eben auch aufgeführt "Graf von Hohenems, Feldkirch, Bregenz, Sonnenberg etc."

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Dienstag, 25. April 2023

[ #kultur ] Museen in Vorarlberg


Herzlich willkommen in der Vorarlberger Museumslandschaft!

Mit über 60 Museen bei bald. 390.000 Einwohnern weist Vorarlberg eine außergewöhnliche Dichte an Ausstellungen und Sammlungen auf.
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[ #menschenrechte ] Handbuch Kultur & Geschichte der Roma


[FreE-Book] Rombase Pädagogik ist eine Handreichung für LehrerInnen, Roma-MediatorInnen und alle anderen Interessierten an Geschichte und Kultur der Roma - einer Europäischen Nation ohne eigenen Staat. Das Handbuch bietet in Form von Impulsartikeln einen Überblick über die Inhalte der Kulturdokumentation.

Ergänzt durch die Anregungen zur didaktischen Umsetzung Roma-spezifischer Themenbereiche, die Materialiensammlung sowie weiterführende Literatur und Links ermöglicht Rombase-Pädagogik einen einfachen Einstieg in die Thematik und unterstützt zugleich die sinnvolle Umsetzung der Inhalte.
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Dienstag, 18. April 2023

[ #geschichte ] Als Vorarlberg noch selbständig war: "Sommerzeit ist umgebracht."

Jodok Fink, Gemälde im Andelsbucher Rathaus

Im ersten Weltkrieg führten Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich als erste Staaten (1916) die Sommerzeit ein. Die habsburgische Kriegswirtschaft erhoffte sich damit eine Ressourceneinsparung in dem von ihr angezettelten Krieg, der Not und Elend auch an der"Heimatfront" verursachte. Vorarlberger Landtag und Landesregierung widersetzten sich. 
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