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Freitag, 12. Mai 2023

[ #geschichte ] Kurt Bauer: Sozialgeschichtliche Aspekte des nationalsozialistischen Juliputsches 1934


[Free eBook]  Auch wenn sich Zeiten und Anlässe nicht gleichen, ja buchstäblich unvergleichbar sind, so gibt es doch Hinweise welche zum Denken in der politischen Elite führen sollten.

In den Augen der Putschisten bedeutete der Nationalsozialismus Fortschritt, Modernität, eine gesicherte soziale Existenz jenseits der Grunderfahrung des Mangels, einem Mangel den sie fast durchwegs in ihrer Kindheit und Jugend gemacht hatten und die Realisierung eines individuellen, möglichst selbstbestimmten Lebensentwurfes jenseits traditionaler Eingeengtheit in Familie, Beruf, Institutionen. In diesem Sinn stehen die Juliputsch-Beteiligten paradigmatisch für eine größere Gesamtheit, nämlich für jene Österreicher, die sich vor 1938 dem Nationalsozialismus zuwandten und in ihn ihre Hoffnungen setzten.
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Donnerstag, 9. Februar 2023

[ #kultur ] Vorarlberger Kitschtransport: Wiener Funken

 


Der Vorarlberger Funkenbrauch wurde 2010 in die UNESCO-Liste Immaterielles Kulturerbe in Österreich aufgenommen. Seit den 1980er-Jahren wird mit Unterbrechungen auch in Wien ein Vorarlberger Funken abgebrannt, gefördert aus Mitteln der Vorarlberger Landesregierung aus dem ohnedies knappen Kulturförderungsbudget.
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Mittwoch, 9. März 2022

[ #philosophie ] Thomas Morus: Utopia


Das Buch war so prägend, dass man fortan jeden Roman, in dem eine erfundene, positive Gesellschaft dargestellt wird, als Utopie oder utopischen Roman bezeichnete. 

Rahmenhandlung sind die Erzählungen eines Seemannes, der eine Zeit lang bei den Utopiern gelebt haben will. Der Roman beschreibt eine auf rationalen Gleichheitsgrundsätzen, Arbeitsamkeit und dem Streben nach Bildung basierende Gesellschaft mit demokratischen Grundzügen. In der Republik ist aller Besitz gemeinschaftlich, Anwälte sind unbekannt, und unabwendbare Kriege werden bevorzugt mit ausländischen Söldnern geführt.
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Freitag, 10. April 2020

[ #wirtschaft ] Free eBook: Soziologie kapitalistischer Dynamik


[Free eBook/PDF] Das vorliegende Working Paper beruht auf einer dreiteiligen Vortragsreihe am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln im Februar 2009. Autor des brandaktuellen Papers ist Christoph Deutschmann, Professor für Soziologie an der Universität Tübingen.

Abstract. Thema des Beitrags ist das "growth miracle" (William Baumol) des modernen Kapitalismus. Die These ist, dass die historisch völlig einzigartige gesellschaftliche Dynamik des 19. und 20. Jahrhunderts sich als "wirtschaftliches Wachstum" allein nicht zureichend fassen lässt. Ihre Erklärung verlangt vielmehr nach einem genuin soziologischen Ansatz.

Zunächst werden die vorliegenden modernisierungstheoretischen Erklärungsversuche kritisch resümiert und eine alternative soziologische Theorieperspektive aufgezeigt, die insbesondere auf die Geldtheorien von Simmel und Marx zurückgreift.


Schließlich werden die Grundlinien einer soziologischen Mehrebenenerklärung kapitalistischer Dynamik skizziert. Auf ihrer Grundlage werden drei Wachstumsszenarien – ein positives und zwei negative – skizziert, die zur Erhellung der Hintergründe der aktuellen Wirtschaftskrise beitragen können.


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Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf den Inhalt:
I Kapitalismus und Religion: Eine unorthodoxe Perspektive 5
1 Einleitung 5
2 Die These Robert Nelsons vom „religiösen“ Charakter der Ökonomie 11
3 Religion in der modernen Gesellschaft 14
4 Geld als „allgemeines Mittel“: Simmel 18
5 Die „Große Transformation“ und der Kapitalismus 23
6 Resümee 29
II Eine Mehrebenenanalyse kapitalistischer Dynamik (Teil 1): Institutionelle und soziokulturelle Rahmungen unternehmerischer Aufstiege 30
1 Einleitung 30
2 Eine klassentheoretische Makro-Mikro-Perspektive 33
3 Logik der Situation 36
Die Situation aus der Beobachterperspektive 36
Die Wahrnehmung der Situation durch die Akteure 37
III Eine Mehrebenenanalyse kapitalistischer Entwicklung (Teil 2):
Innovation als sozialer Prozess 48
1 Logik der Selektion 48
2 Logik der Aggregation 53
3 Diskussion 58
Literatur

Donnerstag, 21. März 2019

[ #xenophobie ] Entkomplexisierung: Zwischen Illusion und Verschwörung


Trügerische Sicherheit: Illusionen - Halluzination - Täuschung - Stereotyp - Verschwörungstheorie.

Optische Täuschungen können nahezu alle Aspekte des Sehens betreffen. Eine dem Stereotyp vergleichbare Wahrnehmungstäuschung und Entkomplexisierungsfunktion, der man sich auch durch angestrengte "Aufklärung" und Information nicht immer entziehen kann. Diese Vereinfachung schafft wohl aber auch zusätzliche Probleme. Dramatisch wird es, wenn Verschwörungsideologien, ihre stereotypenund monokausalen Vorstellungen über Verschwörungen gegen kritische Revision buchstäblich immunisieren.

Illusionen und Halluzinationen. In der Alltagssprache werden Illusionen auch als falsche Vorstellungen bezeichnet. Illusionen entstehen meist durch eine Umdeutung bzw. Fehldeutung von Sinneseindrücken. Illusionen können durch starke Hoffnungen oder Affekte hervorgerufen werden, die Phantasie ist dabei häufig stark beteiligt. In der Psychiatrie spricht man von Illusionenen, wenn wirkliche Gegebenheiten verfälscht wahrgenommen werden bzw. wenn zu Wahrnehmungen etwas hinzugefügt wird. Beispiel: Ein krummer, kleiner Baum wird in der Dämmerung nicht als Baum, sondern als bedrohliche Menschengestalt wahrgenommen. Im Gegensatz zu den Halluzinationen liegt bei den Illusionen ein Sinnesreiz vor (wie z.B. der Baum), der jedoch subjektiv umgedeutet wird, z.B. in eine Gestalt.

Optische Täuschungen. 
Das sind Fehler in unserer Wahrnehmung - und keine "Illusionen". Wenn wir eine optische Täuschung betrachten, so nehmen wir etwas war, das in Wirklichkeit so gar nicht existiert. Entscheidend dafür, ist der Weg vom Auge zum Hirn. Eigentlich funktioniert unser Auge wie ein Fotoapparat. Durch die Augenlinse fällt ein Bild von der Außenwelt auf die Netzhaut. Dort sorgen über 120 Millionen Sehstäbchen und -zapfen für ein natürliches Abbild unserer Umgebung. Und dennoch fallen wir immer wieder auf optische Täuschungen herein. Ein guter Anlass auch andere scheinbar objektive Wahrnehmungen auf den Prüfstand zu stellen.

Selektion der Information. Das Abbild der Umwelt gelangt auf kompliziertem Weg in unser Gehirn. Rund 800.000 Nervenzellen sind daran beteiligt. An dieser Stelle entstehen bereits erste optische Täuschungen. Da unsere Umwelt viel zu viel visuelle Reize bietet, muss das menschliche Gehirn "entscheiden", welche Informationen es zulässt. Auch wenn die Menschen unterschiedlich reagieren und sich nicht bei allen Objekten in gleicher Weise täuschen lassen, so bleibt doch das Faszinierende, dass man noch so genau hinsehen kann, - die Augen spielen dennoch einen Streich.

Akustische Täuschungen. Optische Täuschungen demonstrieren uns, dass wir oft "falsch" sehen. Wie oft aber hören wir etwas anderes? Das Gehirn moduliert bei den optischen Täuschungen Bilder nach seinen altbewährten Reizverarbeitungsstrategien. Ganz Gleiches geschieht beim Gehör. Mit Erfolg auch in der Musik bereits von J.S. Bach eingesetzt.

Shepard-Effekt. Die wohl bekannteste akustische Täuschung ist der Shepard-Effekt (benannt nach seinem Entdecker). Dieser Effekt täuscht dem Zuhörer eine steigende (oder fallende) Melodie vor, obwohl die Tonhöhe insgesamt gleich bleibt. Bereits Johann Sebastian Bach bediente sich dieser Technik in einem Friedrich dem Großen gewidmeten "Musikalischen Opfer". Welch geschickte Täuschung: So wie die Modulation sollte auch der Ruhm des Monarchen steigen. In seinem Buch "Goedel, Escher, Bach, ein endlos geflochtenes Band" gibt der Autor Douglas R. Hofstadter ein Rezept zur Konstruktion einer Shepard-Tonfolge an. Auf der Website des Gymnasiums Korschenbroich [D] findet man eine Anleitung, die Shepard-Tonfolge zu erzeugen.

Stereotyp. Das ist eine feststehende, starre Vorstellung entsprechend dem Namen: Von französisch stereotype, eigentlich: mit gegossenen feststehenden Typen gedruckt. Hier ist damit eine starre Vorstellung, ein geprägtes Vorurteil über bestimmte Wesensmerkmale oder Verhaltensmerkmale von anderen Menschen oder Gruppen gemeint. Es bezeichnet stark vereinfachte Verallgemeinerungen und schablonenhafte Beurteilungen in bezug auf Personen, Gruppen oder Völker. Stereotype können neutral sein, meistens sind sie aber abwertend (berufliche oder religiöse Stereotype). Häufig dienen sie der national(istisch)en Charakterisierung, z.B. "Alle Deutschen sind fleißig, alle Italiener lieben Nudeln" odt auch in der Form des Witzes (Friesen-Witze, Blondinen-Witze).

Stereotypische Vorstellungen sind leicht weiterzuvermitteln, besonders an Menschen, die sich noch kein eigenes Urteil über etwas bilden konnten und bei denen solche falschen Meinungen deshalb besonders fest haftenbleiben. Stereotype bestimmen das Verhalten des Menschen und werden bereits in der Kindheit erlernt. Schon der dt.- amerikanische Physiker Albert Einstein (1879-1955) meinte einst: "Es ist leichter ein Atom zu spalten, als ein Vorurteil".

Die frühen Studien zur Erforschung von Vorurteilen stammen von US-amerikanischen Psychologen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In vielen Definitionen wird ein Vorurteil seitdem als ein vorschnelles Urteil auf Grundlage unzureichender Informationen gekennzeichnet, das zudem übergeneralisiert ist (nach dem Muster: "alle Frauen sind ..."). Es wird zudem als starres Urteil gekennzeichnet, dass auch bei widersprüchlichen Informationen nicht geändert wird, also weitgehend veränderungsresistent ist.

Vorurteile entstehen auch "nützlicherweise" dadurch, dass wir in unserer Wahrnehmung darauf angewiesen sind, bestimmte Sachverhalte dadurch zu vereinfachen, dass wir sie zu Stereotypen zusammenfassen, sie also in bestimmte Kategorien einordnen.Sie zielen aber besonders oft auf soziale Minderheiten innerhalb einer Gesellschaft, von denen man sich auf diese Weise abschirmen kann, ohne sich mit ihren Problemen auseinandersetzen zu müssen. Vorurteile werden oft mit der Erziehung vermittelt (auch die Bereitschaft, Vorurteile aufzunehmen), und es ist schwer, verfestigte Vorurteile wieder abzubauen.

Verschiedenen Erklärungsansätze und empirischen Studien machen deutlich, dass Vorurteile auch wichtige Funktionen für die einzelne Person bzw. für soziale Gruppen erfüllen können:

1. Vorurteile dienen der Orientierung in einer komplexen Welt, reduzieren Unsicherheit und bieten Verhaltenssicherheit; sie ermöglichen die Herstellung und Aufrechterhaltung von Selbstwertgefühlen.
2. Vorurteile dienen durch Ein- und Ausgrenzungen der Gruppenbildung und ermöglichen die Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts der Eigengruppe und ein negatives Konzept von Fremdgruppen. Sie machen die Verschiebung aggressiver Gefühle auf Fremdgruppen möglich und können so auch die Solidarität innerhalb der Eigengruppe erhöhen.
3. Vorurteile dienen der Legitimierung von Herrschaft und tragen dazu bei, den Status quo der ungleichen Machtverteilung zwischen Majoritäten und Minoritäten zu erhalten;
4. Vorurteile dienen über die Bereitstellung von "Sündenböcken" und Mythenbildungen der Stabilisierung von Herrschaftsverhältnissen: Über Fremd- und Feindbilder werden Gruppengrenzen festgelegt, und damit auch die Grenzen der Solidarität.

Vorurteile in Abgrenzung zu Stereotypen und Feindbildern. Im alltäglichen Sprachgebrauch und in einigen wissenschaftlichen Ansätzen wird kaum oder gar nicht zwischen Vorurteilen und Stereotypen (Klischees) unterschieden. Demgegenüber grenzt die Einstellungsforschung die beiden Phänomene deutlicher voneinander ab. Unter Einstellungen wird eine relativ stabile Tendenz von Menschen verstanden, auf bestimmte Objekte mit ganz bestimmten Wahrnehmungen, Meinungen, Vorstellungen, Gefühlen und Verhalten zu reagieren. Der Begriff des Stereotyps bezieht sich dabei auf kognitive Prozesse, der Begriff des Vorurteils auf gefühlsmäßige Be- bzw. Abwertungen. Mit Blick auf die Abwertung ethnischer Minderheiten ist der Vorurteilsbegriff nicht unumstritten. Statt von "ethnischen Vorurteilen" - so insbesondere sozialwissenschaftliche Ansätze - müsse vielmehr von "Rassismus" gesprochen werden, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um ein Problem verirrter oder falsch denkender Einzelner handle, sondern um ein kontinuierliches und kollektives Phänomen moderner Gesellschaften.

Während also die Einstellungsforschung (die eher dem Bereich der Psychologie zuzuordnen ist) ein Vorurteil als von Gefühlen bestimmte negative Bewertung beschreibt, die analytisch von diskriminierenden Verhaltensweisen zu unterscheiden ist, interpretieren Rassismusforscherinnen und -forscher (die häufig bei den Sozialwissenschaften einzuordnen sind) Rassismus nicht nur als ein der Gefühlswelt zuzuordnendes Phänomen, sondern als Ausgrenzungspraxis, die mit der damit verbundenen faktischen Macht der Durchsetzung einhergeht. Die Einstellungsforschung widmet sich mehr dem Individuum und seinen Vorurteilsstrukturen, die Rassismuskritik interpretiert vor allem strukturelle Erscheinungsformen von Rassismus und problematisiert Ansätze der Einstellungsforschung als unpolitisch, weil sie die strukturelle und machtvolle Verankerung individueller Vorurteile und Rassismen in den gesamtgesellschaftlichen Diskurs nicht thematisiere.

Verschwörungstheorien. Verschwörungstheorien vermischen Fakten mit erfundenen Behauptungen und bauen auf stereotypen Feindbildern auf. Auch wenn viele wahnhafte Bezüge haben, sind die Anhänger nicht wahnsinnig. Vom Wahn unterscheidet sich der Verschwörungstheoretiker schon dadurch, dass de Wahnsinnige mit seinem Wahn in der Regel einsam ist während der Verschwörungsgläubige sich in einer Gemeinschaft mit Gleichgesinnten befindet. Sie nehmen in einer Zeit der Säkularisierung und dem damit verbundenen Verlust an Welterklärung oft religiöse Züge oder die Funktionen von Religionseratz an. Unbeachtet sollte dabei nicht bleiben, dass Verschwörungstheorien auch häufig Ergebnis autoritärer politischer Propaganda oder Geschäftsideen von Buchautoren sind. Untersuchungen zeigen auch einen anderen Zusammenhang auf, der Glaube an solche Theorien korreliert mit dem Bildungsgrad, auch wenn höhere Bildung nicht gegen Verschwörungstheorien automatisch immunisiert.

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Mittwoch, 27. Juni 2018

[ #partizipation ] "Offene Kommune"


Leider nur in Anderswo: Offene Kommune ist eine neutrale deutsche Bürgerbeteiligungsplattform mit dem Ziel, einen direkten Dialog zwischen Bürgern, Kommunen und Organisationen zu ermöglichen. 

Die Plattform lädt alle gesellschaftlichen Akteure ein, zu Diskussionen und Entscheidungsprozessen beizutragen. Das Projekt, unterstützt vom Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB), befindet sich noch in einer frühen Testphase und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Allen Beteiligten wird dabei die Möglichkeit gegeben, frühzeitig und auf gleicher Augenhöhe, gemeinsam über kommunale Anliegen zu diskutieren und Lösungskonzepte zu erarbeiten. Dies kann sowohl in aktiver, als auch in passiver Rolle geschehen: Bereits bestehende Texte können studiert und verfolgt oder auch eigene Vorschläge und Kommentare eingebracht werden.

OpenSource. OffeneKommune.de basiert auf der Open Source Beteiligungssoftware Adhocracy, die vom Liquid Democracy e.V.. entwickelt wird.Dadurch werden nachhaltige und demokratische Diskurse, sowie eine selbstverwaltete Nutzung gewährleistet, die auf den zentralen Grundfunktionen von Adhocracy beruhen:

Transparenz: Alle Entscheidungen, Textveränderungen und Abstimmungen sind zu jedem Zeitpunkt von jedem einzelnen Nutzer transparent nachvollziehbar. Zudem sind auch alle kommunalen Gruppen nach außen hin offen und transparent. Auch ohne Registrierung können alle Beiträge und Inhalte betrachtet werden. 
Selbstverwaltung: In OffeneKommune.de verwalten sich alle kommunalen Gruppen selbst. Dabei gibt es keine Vormoderation der Gruppenverwalter oder gar eine globale Moderation. Eingebrachte Vorschläge und Kommentare können nicht gelöscht werden, sondern von den Mitgliedern der kommunalen Gruppe bewertet und somit gemeinsam entschieden werden, welche Beiträge als wichtig oder störend empfunden werden.

Kostenlos. Als neutrale, kostenlose Beteiligungsplattform ist OffeneKommune.de für jeden frei zugänglich und lädt alle gesellschaftlichen Akteure und Gruppierungen ein, an Diskussionen und Entscheidungsprozessen teilzunehmen. Die Plattform soll es Interessierten ermöglichen, in einen direkten Dialog zu kommunalen Anliegen zu treten. Um eine Diskussion auf Augenhöhe zu gewährleisten, haben alle angemeldeten Nutzerinnen und Nutzer die selben Möglichkeiten: Alle Nutzer können Vorschläge einbringen, diskutieren, kommentieren und bewerten.

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Freitag, 9. Februar 2018

[ #reichtum ] Der neue Feudalismus: Pikettys Thesen kurz und bündig erklärt


Die österreichische Arbeiterkammer hat eine Broschüre zu Pikettys Thesen online gestellt. 

Der französische  Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty landete in den USA einen Megabestseller und das auch noch mit einer Kapitalismuskritik. Das Buch, "Das Kapital im 21. Jahrhundert" ist mittlerweile ein Standardwerk, die weltweit umfassendste Datensammlung zum Thema Ungleichheit. Er warnt vor einem neuen Feudalismus und sieht die europäische Gesellschaft wie in einer Monarchie.

Thomas Piketty zeigt, dass das Ausmaß der Umverteilung von Arbeit zu Kapital in Zeiten von entfesselten Finanzmärkten, Privatisierungen und internationalem Steuerwettbewerb untragbar geworden ist. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind leistungslose Einkommen aus hohen Vermögen, wie etwa aus großen Erbschaften, wieder so ausschlaggebend für den sozialen und ökonomischen Status wie zuletzt in der Monarchie. Deshalb sind viele Menschen auch in Österreich besorgt, dass die Ungleichheit immer weiter zunimmt und der gesellschaftliche Reichtum in nur wenigen Händen konzentriert ist. Für die Arbeiterkammer ist Gerechtigkeit eine wesentliche Forderung, die auch eine gerechtere Verteilung von Vermögen und Einkommen umfasst. Denn die immense Vermögenskonzentration widerstrebt nicht nur dem Gerechtigkeitsempfinden, sondern bedeutet auch eine erhebliche wirtschaftliche Instabilität, wie Piketty eindrucksvoll darlegt.


These 1
Die Bedeutung von Kapital im Vergleich zum jährlich erwirtschafteten Einkommen steigt seit Mitte des 20. Jahrhunderts an.
These 2
Die Daten zeigen eine drastische Vermögensungleichheit: die meisten Menschen haben nur sehrwenig Vermögen; nur sehr wenige Menschen besitzen sehr viel.
These 3
Seit den 1980ern steigen hohe Einkommen besonders stark, mittlere und niedrige Einkommen stagnieren hingegen. Die Einkommensungleichheit spitzt sich folglich zu.
These 4
Durch die hohen Vermögensrenditen wachsen Vermögen schneller als die Wirtschaftsleistung eines Landes. Einige Jahrzehnte im 20. Jahrhundert stellten zwar eine historische Ausnahme dar, jetzt
nehmen die Vermögen jedoch wieder schneller zu als die Wirtschaft.
These 5
Erbschaften haben eine große Bedeutung für die ungleiche Verteilung von Vermögen. Die Geburtslotterie bestimmt, wer sehr reich wird, denn nur wenige Menschen kommen in den Genuss einer großen Erbschaft.
These 6
Wenn die steigende Ungleichheit nicht durch politische Maßnahmen eingedämmt wird, werden sich soziale Unruhen häufen und demokratische Strukturen ausgehöhlt.
These 7
Um das weitere Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich zu bremsen, ist eine progressive Besteuerung von Vermögen und Einkommen unerlässlich.

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Sonntag, 31. Dezember 2017

[ #transparency ] Studie: Marktordnung für Lobbyisten - Wie Politik den Lobbyeinfluss regulieren kann

„Marktordnung für Lobbyisten“ heißt eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung, die  auch als PDF-Download kostenlos und online zur Verfügung steht. Kein nur "deutsches" Thema, ein europäisches!

Klüngelei. Seit einigen Jahren haben die Begriffe „Lobby“, „Lobbyismus“ und „Lobbyisten“ im öffentlichen Sprachgebrauch Hochkonjunktur. Lobbyismus ist ein Synonym geworden für Filz und Klüngel, Kapitalismuskritik, Klientelinteressen und Einflussnahme auf die Gesetzgebung.

Dank der Recherchen investigativer Journalisten werden regelmäßig Fälle von illegitimer Einflussnahme aufgedeckt, die zu gesellschaftlichen Debatten, manchmal auch zu politischen Skandalen führen. Schon lange gibt es verschiedene Forderungen, Lobbyismus gesetzlich zu regulieren. Einige Vorschläge orientieren sich dabei an bereits erfolgreich wirksamen Gesetzen in anderen Ländern.  Doch weder journalistische Berichterstattung noch gesellschaftliche Diskussionen scheinen bei den Gesetzgebern nachhaltig Gehör zu finden. Nicht nur in Deutschland ist der „Lobbymarkt“ bisher unreguliert. Ignoriert der Gesetzgeber das Thema weiter, dann droht dies nicht nur seinem Ansehen, sondern der Demokratie insgesamt zu schaden:

Studie. Die Untersuchung der Otto Brenner Stiftung hebt sich in mehrfacher Hinsicht von anderen Publikationen ab, die es rund um das Thema Lobbyismus gibt. Einerseits istdie Fülle des Materials zu betonen, auf der die Untersuchung aufbaut. Unter www.lobby-studie.de wird es erfreulicherweise auch niedrigschwellig öffentlich zugänglich und überprüfbar gemacht.

www.lobby-studie.de. Das Material reicht von einer umfangreichen Auswertung von Presseartikeln der letzten zehn Jahre über eine fundierte Analyse der diversen Regulierungsforderungen bis hin zu einer erstmaligen Auswertung der einschlägigen (deutschen) Parlamentsdebatten. Die Untersuchung basiert zudem auf mehr als 40 qualitativen Experteninterviews.  Eine weitere Stärke der Studie liegt in ihrem systematischen Vorgehen. Die Autoren erliegen nicht der Versuchung, den Einzelfall zu skandalisieren, sondern werfen einen kritischen Blick auf das grundlegende Verhältnis von Politik und Ökonomie, die diese „Einzelfälle“ überhaupt erst ermöglichen.

Otto-Brenner-Stiftung. Die Otto Brenner Stiftung ist die Wissenschaftsstiftung der IG Metall mit Sitz in Frankfurt am Main. Anspruch ist es, im Rahmen gezielter Projektförderung Arbeit und Wirken Otto Brenners, dem langjährigen Vorsitzenden der IG Metall, fortzuführen. Die Stiftung versteht sich als kritisches gesellschaftspolitisches Forum, das sich mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands und Europas auseinandersetzt. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Analyse Ostdeutschlands sowie der Länder Mittel- und Osteuropas.

[ #forumROMANum ] ⇒
Inhalt: 
Vorbemerkung der Autoren  5
Einführung  7
Eine pragmatische Version des Lobbybegriffs  9
1 Lobby: Ein schillerndes Phänomen 9
2 Lobbyismus und  Interessenvertretung  9
3 Der Bürger als  Lobbyist  11
4 Der Lobbyist als  Politikberater 12
5 Die Lobby als Markt und dessen Ordnung  12
6 Macht, Einfluss und die Lobby  15
Marktordnung für Lobbyisten
I Die Ausgangslage 17
1 Lobby in der Demokratie: Legitim und funktional 17
2 Lobby in der Demokratie: Problematisch . 18
2.1 Konkurrenz  18
2.2 Asymmetrie  19
2.3 Intransparenz  21
2.4 Die Nebengeschäfte der Abgeordneten  24
2.5 Der Drehtür-Effekt . 27
2.6 Plattformen für  Lobbyverdacht 30
2.7 Die öffentliche  Wahrnehmung  36
2.8 Die Folgen für die Demokratie 38
3 Prämissen der Marktordnung für Lobbyisten  41
3.1 Ein Konsensprojekt  41
3.2 Ziele  43
3.3 Die normative Orientierung  43
3.4 Das Parlament im Mittelpunkt  44
3.5 Die Reichweite  der Marktordnung  45
II Die Eckpunkte  47
III Begründung und Erläuterungen 52
1 Erläuterungen allgemeiner Grundzüge   52
1  1  Gegenstand  52
1.2 Ziel  52
1.3 Nutzen 52
1.4 Leitbilder  52
1.5 Ein demonstrativer Akt  gegen Legitimationsdefizite   53
1.6 Gleiches Recht für  alle Interessen . 53
1.7 Transparenz 54
1.8 Chancengleichheit  54
1.9 Eine Bresche für  die Interessenvertretung   5 5
1.10 Sanktionen bei Verstößen56
1  1 1  Bürokratie und Technik  56
1.12 Normativ konsistent und pragmatisch  57
1.13 Grenzen der Marktordnung  57
2 Begründung einzelner Elemente der Marktordnung  57
2.1 Akkreditierte Lobbyisten   57
2.2 Lobby- bzw Transparenzregister  60
2.3 Verhaltenskodex  für Lobbyisten   62
2.4 Transparenz der Einflussnahme auf die Gesetzgebung  63
2.5 Begrenzung der Nebentätigkeiten  von Abgeordneten  66
2.6 Karenzzeiten für Amts- und Mandatsinhaber  71
2.7 Verbot von Leihbeamten  78
2.8 „Kanzleigesetze“ einschränken 83
2.9 Einstellung des Regierungssponsorings  83
2.10 UN-Konvention gegen Korruption  88
Marktordnung für Lobbyisten: Zehn  Thesen  89
Anhang
Literaturverzeichnis   93
Verzeichnis der Schaubilder, Tabellen und Übersichten  97
Hinweise zu den Autoren  99

Montag, 18. Dezember 2017

[ #GESELLSCHAFT ] Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

[Free eBook] Die Gemeingüter erleben angesichts der aktuellen Klima-, Finanz- und Ernährungskrise eine Renaissance. Das ist ein Fazit des 500 Seiten starken Sammelbandes „Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, der von der Commons-Expertin Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird. 

Über 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Ländern stellen in ihren Beiträgen ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik sein kann.


Druckausgabe: Verlagsinformation. Silke Helfrich, Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.) Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat - April 2012, 528 S., Hardcover , 24,80 € - ISBN 978-3-8376-2036-8

[ #forumROMANum ] ⇒
Lohnt sich ein Download. Mehr Information durch einen Blick auf den Inhalt:
Barbara Unmüßig | 13 
Vorwort 
Silke Helfrich/David Bollier | 15 
Commons als transformative Kraft. Zur Einführung 
Silke Helfrich | 24 
Danke  
Kapitel I 
Commons. Ein Paradigmenwechsel
Jacques Paysan | 28
Mein steiniger Weg zu den Commons. Ein Rückblick 
Andreas Weber | 32 
Wirtschaft der Verschwendung. Die Biologie der Allmende  
Friederike Habermann | 39 
Wir werden nicht als Egoisten geboren   
Rob Hopkins | 45 
Resilienz denken  
Martin Beckenkamp | 51 
Der Umgang mit sozialen Dilemmata. Institutionen und Vertrauen 
in den Commons   
Stefan Meretz | 58 
Ubuntu-Philosophie. Die strukturelle Gemeinschaftlichkeit der Commons Silke Helfrich | 66 
Das »Betriebssystem« der Commons. Version 0.5
Ugo Mattei | 70
Eine kurze Phänomenologie der Commons
Brigitte Kratzwald | 79
Commons und das Öffentliche. Wem gehören öffentliche Dienstleistungen?
Silke Helfrich | 85 
Gemeingüter sind nicht, sie werden gemacht
Michael Heller | 92
Die Tragik der Anti-Allmende
James B. Quilligan | 99
Warum wir Commons von öffentlichen Gütern unterscheiden müssen
Veronika Bennholdt-Thomsen | 107
Subsistenz — Perspektive für eine Gesellschaft, die auf Gemeingütern gründet
Josh Tenenberg | 112
Technik und Commons
Franz Nahrada | 122
Das Commoning von Mustern und die Muster des Commoning. Eine Skizze
Ein Gespräch zwischen Roberto Verzola, Brian Davey,
Wolfgang Höschele und Silke Helfrich | 131
Commons: Quelle der Fülle?
Kapitel  I I
Kapitalismus, Einhegungen,  Widerstand
Peter Linebaugh | 145
Commons: Von Grund auf eingehegt
Hartmut Zückert | 158
Allmende: Von Grund auf eingehegt
Liz Alden Wily | 166
Globaler Landraub. Die neue EinhegungP.V. Satheesh | 177 
Transgene Versprechen. Über die Folgen der Gentechnologie in der Landwirtschaft
Antonio Tricarico/Heike Löschmann  | 184
Finanzialisierung – ein Hebel zur Einhegung der Commons
Cesar Padilla | 196
Bergbauprojekte bedrohen Gemeingüter. Das Beispiel Südamerika
Maude Barlow | 201
Wasser ist Gemeingut. Vorschläge zu seiner Rettung
Vinod Raina | 206
Was ist rückständig: Subsistenzwirtschaft oder moderne Entwicklung?
Der Widerstand gegen Staudämme
Gerhard Dilger | 215
Belo Monte oder die Zerstörung der Commons
Hervé Le Crosnier | 218
Die Geschichte stottert oder wiederholt sich. Neue Commons, neue Einhegungen
Jonathan Rowe | 224
Wer den Namen bestimmt, definiert die Verhältnisse
Massimo de Angelis | 227
Krise, Kapital und Vereinnahmung – braucht das Kapital die Commons?
Gustavo Esteva | 236
Hoffnung von unten. Das besondere Prinzip des Zusammenlebens in Oaxaca
Lili Fuhr | 244
Neue Deutsche Rohstoffstrategie – eine moderne »Enclosure of the Commons«?
Ana de Ita | 248
Die Zerstörung von Commons durch den Naturschutz
Beatriz Busaniche | 251
Geistige Eigentumsrechte und Freihandelsabkommen. Eine unendliche Geschichte
David Bollier | 259
Globale Einhegungen im Dienste des Imperiums.
Die NATO als »Kommandeur  der Commons«
Kapitel I I I
Commoning – soziale Innovationen weltweit
George Por | 264
Commoning lernen
Christa Müller | 267
Reiche Ernte in Gemeinschaftsgärten. Beim Urban Gardening
findet der Homo oeconomicus sein Korrektiv
Katharina Frosch | 273 
Mundraub? Allmendeobst!
Margrit Kennedy | 275
Leben im Lebensgarten
Thomas H. Greco | 278
Die Rückeroberung der Kredit-Allmende.
Auf dem Weg zur Schmetterlings-Gesellschaft
Stefan Rost | 285
Das Mietshäuser Syndikat
Geert de Pauw | 288
Die Stadt von morgen steht auf Gemeinschaftsland
Beate Küppers | 292
Artabana – Gesundheitsversorgung in die eigenen Hände nehmen
Sabine Lutz | 295
Shared Space: Geteilter Raum ist doppelter Raum
Gerd Wessling | 299
Transition – Initiativen des Wandels
Takayoshi Kusago | 302
Von Minamata lernen. Gut leben in lokalen Gemeinschaften
Mayra Lafoz Bertussi | 309
»Faxinais« und ihre Nutzer. Commons in einem komplexen Verhältnis zum Staat
Gloria L. Gallardo Fernández/Eva Friman | 313
Küstennahe Commons in Chile.
Kompetente Menschen, starke Institutionen, reiche NaturShrikrishna Upadhyay | 321
Frischer Wind in den Wäldern.
Gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung und Lebenssicherung in Nepal
Papa Sow/Elina Marmer | 328
Salz und Handel am Lac Rose.
Der Lebensunterhalt senegalesischer Gemeinschaften
Gustavo Soto Santiesteban/Silke Helfrich | 335
Der Schaum dieser Tage: Buen Vivir und Commons.
Ein Gespräch
Adriana Sanchez/Silke Helfrich | 344
Der Code ist das Saatgut der Software. Ein Interview
Kapitel  I V
Wissensallmende für den gesellschaftlichen Wandel
Christian Siefkes | 348
Peer-Produktion – der unerwartete Aufstieg
einer commonsbasierten Produktionsweise
Carolina Botero Cabrera/Julio Cesar Gaitán | 354
Von Märchen und Autorenrechten
Mike Linksvayer | 359
Creative Commons: Die Wissensallmende in unsere Hände nehmen
Benjamin Mako Hill | 366
Freiheit für Nutzer, nicht für Software
Federico Heinz | 371
Öffentliche Verwaltung braucht Freie Software
Thomas Gegenhuber/Nauman Haque/Stefan Pawel | 375
Linz: Von der Stahlstadt zur Open-Commons-Region.
Wie eine Kommune von einem Bekenntnis zur Allmende profitieren kann
David E. Martin | 378
Innovationen emanzipieren. Global Innovation CommonsJavier de la Cueva/Bastien Guerry/Samer Hassan/Vicente J. Ruiz Jurado | 385
Move Commons: Labels für soziale Initiativen. Ein Vernetzungsinstrument
Philippe Aigrain | 390
Die Grundlagen einer langlebigen, 
commonsbasierten Informationsproduktion
Michel Bauwens/Franco Iacomella | 397
Die Peer-to-Peer-Ökonomie und eine neue commonsbasierte Zivilisation
Rainer Kuhlen | 405
Wissensökonomie und Wissensökologie zusammen denken
Kapitel V
Commons produzieren,  Politik neu denken
David Bollier/Burns H. Weston | 416
Das Menschenrecht auf eine saubere Umwelt und die Renaissance der Commons
Prue Taylor | 426
Das Gemeinsame Erbe der Menschheit.
Eine kühne Doktrin in einem engen Korsett
Ryan T. Conway | 434
Ideen für den Wandel – der Institutionenvielfalt Sinn geben
Michael J. Madison/Brett M. Frischmann/Katherine J. Strandburg | 443
Von Wissen und anderen Reichtümern. Kulturelle Commons konstruieren
Michel Bauwens | 450
Peer-Produktion und Peer-Governance der digitalen Commons
Esther Mwangi/Helen Markelova | 455
Lokal, regional, global? Mehrebenen-Governance und die Frage des Maßstabs
Gerhard Scherhorn | 466
Die Welt als Allmende. Für ein gemeingütersensitives Wettbewerbsrecht
Ottmar Edenhofer/Christian Flachsland/Bernhard Lorentz | 473
Die Atmosphäre als globales Gemeingut
Julio Lambing | 479
Stromallmende: Wege in eine neue IndustriegesellschaftDirk Löhr | 487
Das Scheitern der Bodenprivatisierung.
Zum überfälligen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik
Alberto Acosta | 493
Die komplexe Konstruktion der Utopie. Ein Blick auf die Initiative Yasuní-ITT
Christine Godt/Christian Wagner-Ahlfs/Peter Tinnemann | 500
Equitable Licensing – den Zugang zu Innovationen sichern
Nikos A. Salingaros/Federico Mena-Quintero | 508
Peer-to-Peer-Stadtplanung: Aus Erfahrung lernen.
Neuere Entwicklungen in der Stadtplanung
Silke Helfrich | 516
Epilog
Sachregister | 520

Dienstag, 28. November 2017

[ #wirtschaft ] Neuausrichtung der sozialen Marktwirtschaft: Wohlstand, Wachstum, Investitionen

[Free eBook] Sammelband im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung

Die aktuellen politischen Diskussionen und Entscheidungen drehen sich um nichts weniger als die Neuausrichtung unserer sozialen Marktwirtschaft. Dass eine solche Neuausrichtung notwendig ist, haben die Finanzmarktkrise und ihre Folgekrisen in der Realwirtschaft und die Staatsschuldenkrise mit kaum zu überbietender Dramatik gezeigt. Es geht uns um Kernfragen der Gestaltung unseres Lebens und unserer Gesellschaft:

Fragen über Fragen. Was ist Wohlstand? Was sind die zukünftigen Quellen des Wachstums? Können die Wertschöpfung und die Produktivität im Dienstleistungssektor wachsen, oder ist dies nur in der Industrie möglich? Welche Bedeutung sollen die Binnennachfrage und der Export zukünftig für unser Wachstum haben? Wie können reale Investitionen statt Finanzinvestitionen befördert werden? Wie lassen sich Wachstum und Ressourcenverbrauch entkoppeln?

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Vorbemerkung  3

Themenfeld I: 
Was ist Wohlstand?
Einführung ins Thema
Michael Vassiliadis  6
Die Vermessung des Fortschritts
Konkurrierende Strategien zur
Verallgemeinerung widerstreitender
Wachstumsverständnisse
Matthias Ecke und Sebastian Petzold  9
Die Idee des Fortschritts in der
Wahrnehmung junger Deutscher
Frederik Beck und Max Neufeind  22
Kommentar
Die soziale Dimension ist elementar
Wilhelm Schmidt  39
Kommentar
Eigenes Denken refl ektieren
Daniela Kolbe  41

Themenfeld II: 
Was sind die Quellen des Wachstums
in der Zukunft?
Einführung ins Thema
Michael Dauderstädt  44
Lebenslauforientierte Bildungs-, Arbeitsmarkt- und
Familienpolitik als Grundlage für sozialen und
wirtschaftlichen Fortschritt
Sven Rahner, Martin Bujard  47
Deutsche Wirtschaftspolitik im 21. Jahrhundert:
Zu erwartende Herausforderungen und sozialdemokratische
Antworten auf Basis grundlegender volkswirtschaftlicher
Konzepte
Christian Leschinski, Adam Bock, Stefano Consiglio  61
Kommentar
Spezifi sch deutsche, unternehmerische wirtschaftspolitische
Lösungen benötigt
Ingo Rollwagen und Thomas Mayer  77
Kommentar
Lebenschancen besser absichern
Hubertus Heil   79

Themenfeld III: 
Wie werden aus Finanzinvestitionen reale
Investitionen?
Einführung ins Thema
Gustav Horn   82
Von Finanzgewinnen zu langfristigem Wachstum:
Krisenprävention über Investitionen in Grundlagenforschung und Bildung
Arne Weiß und Robert Maderitsch  84
If you can’t beat them – join them?
Aktionärsdemokratie in Status segmentierten
Kapitalmärkten
Katarina Sikavica   96
Kommentar
Fragen nach dem Anreiz 110
Horst Gischer
Kommentar
Mit Steuern gegensteuern und bessere Regeln finden
Joachim Poß   112

Freitag, 10. November 2017

[ #mehr-demokratie ] Die Theorie der Sozialen Demokratie - Thomas Meyer

Das 700seitige Werk "Theorie der Sozialen Demokratie" von Thomas Meyer steht im Internet als PDF  online.

Nicht die libertäre Demokratie mit ihrer Fixierung auf Markt- und Eigentumsfreiheit, sondern erst die soziale Demokratie gewährleistet die Erfüllung aller Grundrechte des demokratischen Rechtsstaates. Die allgmeine Demokratietheorie kennzeichnet nämlich ein merkwürdiges Paradoxon. Während die kapitalistische Marktwirtschaft zumeist als ermöglichende Bedingung liberaler Demokratie verstanden wird, gelten die radikalen Ungleichheiten, die sie erzeugt, zugleich auch als eine ihrer zentralen Gefährdungen.

Thomas Meyer, Politikwissenschaftler und Leiter der Akademie für politische Bildung der Friedrich Ebert Stiftung, der bereits seit vielen Jahren zu dem Thema forscht und veröffentlicht, hat eine
umfassende „Theorie der Sozialen Demokratie“ (2004) geschrieben. In diesem voluminösen, fast 700 Seiten starken Werk nimmt er bereits zu Beginn eine klare Trennung vor:
Soziale Demokratie ist zuerst einmal politische Theorie, und dann erst politische Programmatik. Diese beiden Ebenen müssten auseinander gehalten werden.
Kernbestand der Sozialen Demokratie sei es, die „formalen“ Prinzipien der liberalen Demokratie um die Aspekte soziale Gerechtigkeit und (politische) Teilhabe zu erweitern. Soziale Demokratie basiert nach Meyer auf der Gültigkeit und dem Bestand universeller Grundrechte. Es geht darum, die sozialen Risiken, die einzelne Individuen oder Gruppen von der Inanspruchnahme oder Realisierung ihrer Grundrechte abhalten, zu identifizieren unddiese Risiken zu entschärfen bzw. zu bekämpfen (wie etwa Arbeitslosigkeit, ungenügende Bildung, Krankheit etc.).

Die Soziale Demokratie hat zwar den Wohlfahrtsstaat gewissermaßen zur Voraussetzung, geht aber deutlich über diesen hinaus. Ihre Wirksamkeit erstreckt sich über fast alle Bereiche von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

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Vorwort 5
I. Einleitung 13
1. Theorieanspruch 13
2. Strukturüberblick 33

II. Politische Philosophie 35
3. Politischer Liberalismus im Widerspruch 35
4. Ein Systementwurf Sozialer Demokratie 52
5. Soziale Bürgerschaft 72
6. Universelle Grundrechte 80
7. Soziale Risiken und Grundrechte 89
8. Selbstverantwortung und Bürgerpflichten 115
9. Politische Anthropologie 129
10. Gerechtigkeit und politische Integration 140
11. Nachhaltigkeit und Soziale Demokratie (Lew Hinchman) 171

III. Politische Theorie 193
12. Politische Handlungspflichten 193
13. Akteure, Systeme und Strategien 197
14. Politische Steuerung und Soziale Demokratie 202
15. Gesellschaftliche Demokratisierung 214
16. Öffentlichkeit und politischer Prozess 225
17. Zivilgesellschaft und liberale Demokratie 237

IV. Politische Ökonomie 251

A. Paradigmenwechsel Globalisierung 251
18. Handlungsbedingung Offene Märkte 251

B. Ökonomie (mit Jan Turowski) 252
19. Grundrechte und politische Ökonomie 252
20. Eigentum und Freiheit 257
21. Öffentliche Güter und Bürgerrechte 262
22. Der Markt-Staat Verbund 272
23. Die Einbettung der Wirtschaft 277
24. Varianten des Kapitalismus 279
10 Inhalt
25. Wirtschaftsverfassung Sozialer Demokratie 289
26. Kapitalismustypen im Vergleich 291
27. Soziale Marktwirtschaft 295
28. Soziale Marktwirtschaft und Globalisierung 298
29. Steuerungspragmatismus 305
30. Ökonomische Regulation 308
31. Modelle makroökonomischer Regulation 310
32. Das Primat der Politik 317

C. Sozialstaat (mit Maren Eichert) 319
33. Grundrechte und Sozialstaat 319
34. Regime sozialer Sicherung 321
35. Wohlfahrtsstaat und Wohlfahrtsgesellschaft 336
36. Sozialstaatsfinanzierung und Steuerstruktur 337
37. Arbeit und Menschenwürde 350
38. Schlüsselressource Bildung 363
39. Narrative des Sozialstaats 370
40. Soziale Demokratie Europa 373

D. Ressourcen, Chancen und Restriktionen 388
41. Perspektiven der Nachhaltigkeit 388
V. Politik der Globalisierung 395
42. Soziale Demokratie und Globalisierung 395
43. Sozialen Demokratie in der globalen Peripherie 401
44. Globale Bürgerschaft 419
45. Globales Regieren 425
46. Die globale Einbettung der Märkte 441
47. Soziale Globalisierung 448
48. Globalisierung und politische Kontingenz 456

VI. Politische Kultur 461
49. Soziale Demokratie und kultureller Universalismus 461
50. Kulturelle Grundlagen für Soziale Demokratie in Ostasien (Eun-Jeung Lee) 465
51. Soziale Demokratie als politische Kultur 482
52. Soziale Demokratie und kultureller Pluralismus (Lew Hinchman) 488
53. Kulturelle Differenz und soziale Bürgerschaft 505

VII. Politische Praxis 513
54. Der Dritte Weg. Modernisierung und Globalisierung 513
55. Soziale und Libertäre Demokratie. Empirische Befunde 533

VIII. Demokratietheorie 571
56. Politische Akteure Sozialer Demokratie 571
57. Trade-Offs und Dilemmas 585
58. Pragmatismus und Reflexivität 592
59. Gestalten und Anpassen 597
60. Defekte und konsolidierte Demokratie 601
61. Schlussbemerkung 609
62. English Summary (Lew Hinchman, Jan Turowski) 611

Literatur 633
Autoren und Mitarbeiter 697
Dank 699
Namensindex 701

Donnerstag, 31. August 2017

[ #reichtum ] Free eBook: Thomas Piketty und die Verteilungsfrage

326 Seiten gedrängte Information von erstklassigen Autoren als kostenlosen Download. Preis ansonsten im Buchhandel: 8,30 EUR.

Thomas Piketty hat mit seinem Werk „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ großes Aufsehen erregt und mannigfaltige Diskussionen in einer breiteren Öffentlichkeit entfacht. Dieser Sammelband diskutiert ausgewählte theoretische und empirische Aspekte des Werkes mit einem speziellen Fokus auf Deutschland. Dadurch sollen einerseits die Verständlichkeit von Pikettys Analysen erhöht und der Zugang zu spezifischen Teilaspekten erleichtert werden. Zugleich soll zur kritischen Auseinandersetzung mit Pikettys Ergebnissen und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen aber auch mit seiner Rezeption in Deutschland angeregt werden.

Autoren.
Stefan Bach, geboren 1964, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Staat am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung DIW Berlin und Privatdozent an der Universität Potsdam, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät.
Julian Bank, geboren 1986, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozialökonomie an der Universität Duisburg-Essen und Herausgeber des Blogs Verteilungsfrage.org.
Charlotte Bartels, geboren 1984, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für öffentliche Finanzen an der Freien Universität Berlin und koordiniert das Promotionskolleg „Steuer- und Sozialpolitik bei wachsender Ungleichheit“.
Timm Bönke, geboren 1979, ist Juniorprofessor für öffentliche Finanzen an der Freien Universität Berlin.
Peter Bofinger, geboren 1954, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Hagen Krämer, geboren 1963, ist Professor für Economics an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft.
Miriam Rehm, geboren 1982, ist Referentin für Verteilung und Makroökonomie in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien.
Philipp Scheuermeyer, geboren 1987, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Geldpolitik und internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Würzburg.
Kai Daniel Schmid, geboren 1980, ist Wissenschaftler am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung und leitet das Referat „Makroökonomie und Einkommensentwicklung“.
Johannes Schmidt, geboren 1967, ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft.
Matthias Schnetzer, geboren 1983, ist Referent für Verteilungsfragen in der Abteilung Wirtschaftswissenschaft und Statistik der Arbeiterkammer Wien sowie Lektor für Wirtschaftspolitik
an der Wirtschaftsuniversität Wien.
Dorothee Spannagel, geboren 1980, ist Referatsleiterin für Verteilungsanalyse und Verteilungspolitik im Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung.
Ulrike Stein, geboren 1973, ist Leiterin des Referats „Wirtschaftspolitische Beratung, Modellsimulation“ im Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.
Till van Treeck, geboren 1980, ist Professor für Sozialökonomie an der Universität Duisburg-Essen.

[ #forumROMANum ] ⇒
Ein Blick auf den Inhalt vor dem Download:
Autoren v
Vorwort vii
Einleitung 1
Die Piketty-Rezeption in Deutschland 8 - Julian Bank
Make No Mistake, Thomas! Verteilungstheorie und Ungleichheitsdynamik bei Piketty 35 - Hagen Krämer
Zur Bedeutung von r > g in Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ 70 - Till van Treeck
Das „Kapital“ im 21. Jahrhundert 98 - Peter Bofinger und Philipp Scheuermeyer
Kapital und Sparen bei Piketty: Einige saldenmechanische Anmerkungen 130 - Johannes Schmidt
Die statistische Erfassung hoher Einkommen, Vermögen und Erbschaften in Deutschland 156 - Charlotte Bartels und Timm Bönke
Persönliche Vermögensteuern in Deutschland: Entwicklung und Perspektiven 189 - Stefan Bach
Kapitaleinkommen und Einkommensungleichheit in Deutschland 238 - Kai Daniel Schmid und Dorothee Spannagel
Einkommensungleichheit: Das vernachlässigte Problem der steigenden Lohnungleichheit 267 - Ulrike Stein
Piketty revisited: Vermögensungleichheit in Europa 288 - Miriam Rehm und Matthias Schnetzer

Montag, 24. Juli 2017

[ #GESELLSCHAFT ] Sklaven des Wachstums

Nachhaltiges Wachstum ist eine Illusion. Grünes Wachstum ist ein Widerspruch in sich. 
"Was die grüne Bewegung geschafft hat, ist, dass jetzt alles das Siegel "nachhaltig" trägt: der dickste BMW, die Olympischen Spiele, neue Finanzprodukte. Ganz böse könnte man sagen: Die Umweltbewegung hat uns ein besseres Gewissen beschert, ein Alibi, ein Placebo."

Der Vortrag „Sklaven des Wachstums“ wurde von Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, am im Rahmen der Veranstaltung „Vision im Haus Huth“ gehalten. Reiner Klingholz erklärt in seinem gleichnamigen Buch die Umweltbewegung für gescheitert. Und skizziert einen überraschend anderen Weg in eine bessere Zukunft.

Daimler und Benz Stiftung. DieDaimler und Benz Stiftung hat ausgewählte Podcasts mit Vorträgen von Wissenschaftlern zusammengestellt, die bei Stiftungsveranstaltungen gehalten wurden. Die Mitschnitte umfassen ganz unterschiedliche Themengebiete.

[ #forumROMANum ]