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Donnerstag, 1. März 2018

[ #arbeitszeit ] Geschlechtergerechtigkeit erfordert generelle Arbeitszeitverkürzungen


In den vergangenen Jahrzehnten hat sich ein Familienmodell herausgebildet, das sich durch einen Vollzeit arbeitenden Mann und eine Teilzeit arbeitende Frau auszeichnet. Ein Artikel von Therese Wüthrich aus dem Schweizer Denknetz Jahrbuch.

Die Teilzeitarbeit wurde für Frauen zum Standardrezept, um überhaupt Erwerbs- und Familienarbeit vereinbaren zu können. Mit der offensichtlichen Konsequenz, dass die traditionelle Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern weiter zementiert wird. Deshalb ist eine Diskussion für eine andere Arbeitsorganisation und eine neue Zeitpolitik sowie die Überwindung der herkömmlichen Trennung zwischen Erwerbsarbeitszeit und Lebenszeit von grundsätzlicher Bedeutung.
Erwerbsarbeit muss so verstanden und organisiert werden, dass sie nicht vom ›Rest des Lebens‹ isoliert wird, sondern in einem gesellschaftlichen Zusammenhang steht, der Frauen und Männer in gleicher Weise am zivilgesellschaftlichen Leben teilhaben lässt.


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Sonntag, 4. Juni 2017

[ #arbeit ] Die Mehrheit will 35-Stunden-Woche

Beschäftigte wollen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit.

„Wir müssen das Mantra der Arbeitgeber: Vollzeit plus Überstunden plus Flexibilität plus Leistungsdruck durchbrechen. Das sind keine Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Die Beschäftigten wollen mehr Selbstbestimmung anstatt Fremdbestimmung in der Arbeitszeit“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der der deutschen Gewerkschaft IG Metall.

Die große Mehrheit (67,9 Prozent) der Beschäftigten wünscht sich die 35-Stunden-Woche oder kürzere Arbeitszeiten. So will jeder Fünfte (20,2 Prozent) die Vollzeitarbeit gar auf weniger als 35 Stunden reduzieren. Mehr als vier von fünf Befragten (82,3 Prozent) sind der Auffassung, dass es gut wäre, die Arbeitszeit zeitweise absenken zu können, etwa für die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildung. Dafür erwarten die Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich.

Das Votum der Beschäftigten ist eindeutig: Sie setzen auf eine Umverteilung der Arbeitszeit entlang des Lebenslaufes. Dieser arbeitszeitpolitische Aufbruch kann weder durch den Einzelnen noch durch einzelne Betriebsräte durchgesetzt werden. Dazu sind verlässliche tarifliche und gesetzliche Regelungen nötig.

Auch wenn die Arbeitszeitrealitäten in den Betrieben und Abteilungen unterschiedlich sind, so bestimmen doch die gleichen Faktoren über die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Von den Befragten, die mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind, haben mehr als 90 Prozent (93,6 Prozent) planbare Arbeitszeiten. Von jenen, die sich unzufrieden zeigen, gilt dies nicht einmal für jeden Zweiten (48,1 Prozent). In der Gruppe der Unzufriedenen klagen 37,7 Prozent über überlange Arbeitszeiten von über 40 Stunden, fast zwei Drittel (62,0 Prozent) geben an, dass sie sich ständig gehetzt und unter Zeitdruck fühlen.

Gefordert ist nun eine Arbeitszeitpolitik, die jene Faktoren stärkt, die die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen und jene eingrenzt, die zur Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit führen, betonte der IG Metall-Vorsitzende: „Ob Beschäftigte zufrieden oder unzufrieden sind mit ihrer Arbeitszeit, darauf haben überall dieselben Faktoren Einfluss. Egal, ob Schichtarbeiter oder Einkäuferin - für alle gilt: Sie wollen selbstbestimmte Arbeitszeiten. Das zeigt die Befragung sehr eindrucksvoll.“

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Mittwoch, 12. April 2017

[ #zeitpolitik ] Arbeitszeitverkürzung macht Glück und Nachhaltigkeit

Impulse für die politische Debatte des Wuppertal Instituts.

Warum kürzere Arbeitszeiten Wohlbefinden, Gesundheit, Klimaschutz und Ressourcengerechtigkeit fördern. Das Impulspapier stellt Zusammenhänge von Wachstum, Arbeitsplätze, Glück und Nachhaltigkeit her.

Umwelt- und Wirtschaftspolitik, so schien es Jahrzehnte lang, stehen im Widerspruch. Was hilft der gesunde Wald, wenn Millionen keine Arbeit haben? Zwar gehen mit Arbeitslosigkeit seit Einführung der sozialen Sicherungssysteme nicht länger Not, Leid und Elend einher. Aber das Stigma bedrückt die Betroffenen und ist für die Gesellschaft eine Last. Und so ist die Schaffung von Arbeitsplätzen das Kernziel aller Politik. Allzu oft werden dabei allerdings die Interessen der zukünftigen Generationen vernachlässigt. Neue Straßen und Flughäfen oder deren Ausbau wie auch Gewerbeparks im Grünen werden mit dem Arbeitsplatzargument legitimiert.

Dabei gibt es zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit ein sozial und ökologisch wesentlich verträglicheres Konzept: die gerechtere Verteilung der zur Verfügung stehenden Erwerbsarbeitszeit. Die Arbeitslosigkeit ließe sich zumindest rechnerisch abschaffen, wenn die Menschen im Schnitt 30 Stunden in der Woche für Lohn arbeiteten. Dieser als "Kurze Vollzeit für alle" bezeichnete Ansatz ist so plausibel, dass man sich über die dürftige Resonanz in Politik und Gesellschaft wundert.

Wuppertal Institut. Das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie ist eine gemeinnützige GmbH, deren alleiniger Eigentümer das deutsche Bundesand Nordrhein-Westfalen ist.

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Ein Blick auf den Inhalt:
Zusammenfassung 5
Einführung 6
Arbeit 7
Vollbeschäftigung und Wirtschaftswunder 7
Arbeitsvolumen und
Erwerbspersonen potenzial 8
Die Kurze Vollzeit 9
Löst die demographische Entwicklung das Problem von allein? 11
Strategien und Maßnahmen 13
Widerstände und Mythen 18
Die ganze Arbeit 27
Glück 32
Leben und Arbeiten in Balance 32
Vom Glück des Nichtstuns 35
Vom Glück der Freiwilligkeit 36
Wirtschaftswachstum und Glück 37
Gesundheitsförderung 39
Partnerschaftliche Teilung der Arbeit 40
Off ene Türen 42
Ermächtigung der Arbeitnehmer 44
Nachhaltigkeit 44
Klimachaos 44
Ressourcenkrise 46
Ausblick: Stagnationsprävention 51
Literatur 54