Informationen zur Politischen Bildung, Nr. 41. Seit dem Schuljahr 2016/17 liegt für die Sekundarstufe I ein neuer Lehrplan für das Fach „Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung“ vor, in welchem sechs Module für die Politische Bildung vorgesehen sind.
Themenhefte. Die Schriftenreihe „Informationen zur Politischen Bildung“ legt zu jedem dieser Module ein Themenheft vor, das die Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung des Lehrplans im Unterricht unterstützen möchte.
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Die Wahlstrategien progressiver Parteien in Europa können in vier Kernstrategien unterteilt werden. Das ist das zentrale Ergebnis dieser Analyse in sieben Ländern. Als erfolgversprechend mit Blick auf die Wähler haben sich demnach die zwei Strategien erwiesen, die entweder auf ökonomisch und kulturell gemäßigte Positionen oder ökonomische Polarisierung setzen.
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Wenn wir in der Wahlzelle ein Kreuzchen machen, dann ist das selten nur Ausdruck vernünftiger Überlegungen.
Eine Wahlentscheidung ist im Gegensatz zu einfachen politischen Parolen und simplen Kopfsalat auf Plakatwänden das Ergebnis eines hochkomplexen Prozesses der politischen Willensbildung. Weltanschauung, Sozialisation, Werthaltungen, Milieu und vieles andere fließen in das Wahlverhalten ein. Die zunehmende Pluralisierung und Liberalisierung der Gesellschaft, die Vielfalt der Lebensstile, die Auflösung sozialer Milieus, die Entideologisierung, ... haben berechenbares Wahlverhalten kleiner gemacht. Die Wähler sind beweglicher geworden. Beweglichkeit bedeutet aber mehr als nur Wechselwähler zu sein. Gewechselt wird auch immer häufiger von den Wählern zu den Nichtwählern.
A Krise muaß her. Andererseits wird in der sozialwissenschaftlichen amerikanischen Literatur wieder von "Class-Voting" gesprochen und ist auch hier mit der Krise in manchen politischen Lagern die Hoffnung auf bewusstere, kritischere oder gar klassenbewusste Wähler entstanden. Dass aber eine Krise nicht das bewusstere Wahlverhalten fördert, weiß man spätestens seit der legendären Marienthal-Studie von Marie Jahoda ("Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langdauernder Arbeitslosigkeit"). Die dort festgestellte Resignation und Entpolitisierung großer Teile der Arbeitslosen läuft dem Wunschdenken, dass die Krise Menschen politischer oder gar zu Revolutionären macht, diametral entgegen. Und schon Bruno Kreisky hatte das Wissen darüber: "Und wenn mich einer fragt, wie denn das mit den Schulden ist, dann sag ich ihm das, was ich immer wieder sage: Dass mir ein paar Milliarden mehr Schulden weniger schlaflose Nächte bereiten als ein paar hunderttausend Arbeitslose mehr bereiten würden."
A Krise muaß her (Text: Wolfgang Teuschl/Musik: Willi Resetarits/Georg Herrnstadt) (2:42)
Partei in den Genen. Zu den komplexen sozialen Umwelteinflüssen kommen persönlichkeitsbezogene Einflussfaktoren dazu. Wie sehr sich Menschen für politisches Geschehen interessieren und wie stark sie sich am politischen Prozess beteiligen, hängt auch von Persönlichkeitseigenschaften ab. Es gibt bereits eine Reihe von Studien, die Politikpräferenzen auch mit Genen, also durch Vererbung begründen wollen: Wenn Persönlichkeitseigenschaften auch genetisch bedingt sind, dann ist auch Wahlverhalten Ausfluss dieser Persönlichkeit.
Unbestritten, wenn auch mit etwas sinkender Tendenz ist, dass Wahlverhalten auch ganz ohne Gene "vererbt" wird, nämlich durch die Primärgruppe Familie. Sie ist nach wie vor der Raum, in dem sich politische Reifungsprozesse abspielen, wo politisches Verhalten gefördert oder unterdrückt wird.
Das Easy-Abstimmungsbuechli der Jugendparlamente soll die Jugend zur Mitbestimmung gewinnen.
Schluss mit Bahnhof. Wer als Schweizer Jugendlicher bisher beim Studieren seines Abstimmungsmaterials nur Bahnhof verstand, hat nun eine weitere Möglichkeit sein Wissen zu vertiefen. «Easy-Abstimmungsbüechli» nennt sich die Broschüre, welche in mehr und mehr Schweizer Kommunen über die Abstimmungsthemen informiert. Durch ein jugendfreundliches Layout und einfach verständliche Texte sollen die Abstimmungen jungen Stimmberechtigten näher gebracht werden.
Modell auch für Anderswo. Für die nationalen Schweizerischen Wahlen - also für die repräsentative Demokratie - gibt es ebenfalls ein Easy-Wählen-Büechli. Dies ist eine Schritt-für-Schritt Wahlanleitung, welche in Zusammenarbeit mit dem Projekt www.easyvote.ch erstellt wurde. Das "Easy-Abstimmungsbüechli" informiert also auch über die eidgenössischen und kantonalen Abstimmungsvorlagen und stellt Kandidaten vor. Aber auch für die einzelnen Abstimmungen bisher sind die (Abstimmungs-)Buechli - als digitales Anschauungsmaterial für direkte Demokratie online.
easyvote. Die beteiligten Jugendparlamentarier hatten die ursprünglichen Pilot-Broschüren selbst geplant und geschrieben! Sämtliche Angebote werden noch heute nach dem Motto «Von der Jugend für die Jugend» und unter Einbezug unserer über 150 Ehrenamtlichen produziert. easyvote will die Wahl- und Stimmbeteiligung der 18- bis 25-Jährigen langfristig auf 40 % erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, stärkt easyvote das politische Interesse und die Bürgerpflicht durch Förderung von Gesprächen sowie die Verbreitung von Informationen zu Abstimmungen, Wahlen und konkreten politischen Themen. Durch einfache und neutrale Abstimmungs- und Wahlinformationen und politische Bildung reduziert easyvote die materielle Überforderung.