Sonntag, 22. November 2015

[ #soziale-sicherheit ] Ein politisches Must: Interkulturelle Öffnung der Altenpflege

Die vorliegende Diplomarbeit an der Universität Wien (Fakultät für Sozialwissenschaften), basierend auf der Grounded Theory (ein sozialwissenschaftlicher Ansatz zur systematischen Auswertung vor allem qualitativer Daten), befasst sich mit den Vorstellungen türkischsprechender Migrant/inn/en in Wien bezüglich ihres Alterns.  Eine Arbeit, die durchaus über Wien hinaus beachtet werden darf.

Analysiert werden die Wünsche und Vorstellungen türkischsprechender Migrant/inn/en vor dem Hintergrund der selbst in Wien noch kaum vorhandenen interkulturellen Öffnung der Altenpflege.

Mehrheitlich wird der Wunsch nach einem kultursensiblen Altenheim in Wien seitens türkischsprechender Migrant/inn/en als Alternative zum Altern in der Familie geäußert. Allerdings projizieren die Migrant/inn/en in diesen Wunsch nach einem kultursensiblen Altenheim ihre eigenen Bedürfnisse, da aufgrund der fehlenden spezifischen Angebote (wie z.B. auch auf muslimische bzw. türkische Patient/inn/en ausgerichtete Tageskliniken oder Heimhilfen) keine Erfahrungen gemacht werden konnten. Die Ablehnung lokaler (österreichischer) Altenheime ist wiederum durch das Fehlen kultursensibler Angebote begründet, wobei die Sprache, die Körperpflege, und das Essen eine Hauptrolle spielen. Von zentraler Bedeutung ist die Kommunikation in der eigenen Muttersprache.

Eine Minderheit der ersten Generation besteht darauf, im Alter in der Familie gepflegt zu werden und lehnt jede Art von Altenheim ab. Auffallend ist die Haltung der zweiten Generation, die Eltern im Alter bei sich pflegen zu wollen. Motiviert ist dies durch Achtung, Schuld, Verpflichtung und teilweise starkem Schamgefühl gegenüber der Gesellschaft. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen die dringende Notwendigkeit einer interkulturellen Öffnung der Altenpflege auf.

Die PDF-Datei der Diplomarbeit kann kostenfrei heruntergeladen werden. Bitte beachten Sie aber die Urheberrechte.

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