Sonntag, 20. September 2015

[ #kommunalpolitik ] Gerechte Umwelt in Kommunen fördert soziale Chancengleichheit

Zahlreiche Studien zeigen zum Beispiel, dass ärmere Menschen häufig in einer stärker belasteten Umwelt leben und daraus oft erhebliche soziale sowie gesundheitlich bedingte Folgekosten entstehen. 

Umweltpolitik kann helfen, Armutsrisiken zu bekämpfen und sollte in Zukunft verstärkt als präventive Sozialpolitik verstanden werden. Zugleich muss die Umweltpolitik darauf achten, dass sie sozialverträglich ist, das heißt keine unzumutbaren Belastungen bei Haushalten mit geringen Einkommen erzeugt.

Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Eines der Gründerwerke der modernen Umweltbewegung in Deutschland war die Schrift von Alexander Mitscherlich „Die Unwirtlichkeit unserer Städte“ (1965). Allerdings: Schon für Friedrich Engels ist in seinem Werk „Lage der arbeitenden Klassen in England“ der Kampf gegen Diskriminierung und Umweltschäden eine Einheit, bei der die Schilderung der Umweltschäden in der Frühzeit der Industrialisierung einher geht mit der sozialen Anklage.

Umweltgerechtigkeit betrachtet deshalb auch die Auswirkungen von öffentlichem Grün auf das Soziale und stellt Umwelt und Mensch in das Zentrum der Betrachtung. In welchem Zusammenhang stehen urbane naturnahe Grünflächen, soziale Ungleichheit und Lebensqualität in der Stadt? Welchen Beitrag können Parkanlagen, Gärten und Wälder, Wasserläufe und andere innerstädtische Naturflächen für die Stadtentwicklung leisten? Was bedeuten naturnahe Freiräume in Städten für sozial benachteiligte Personen?

Die Natur in der Stadt erbringt vielfältige Dienstleistungen mit positiven Effekten auf die Gesundheit der Menschen. So reduzieren beispielsweise Pflanzen durch ihre Filterfunktion Staub- und Lärmemissionen, wodurch gas- und partikelförmige Luftschadstoffe gemindert werden und sich das Mikroklima verbessert. Die Lebensqualität von Menschen in ihrem direkten Wohnumfeld wird durch die Natur entscheidend beeinflusst – auch hierin liegt die soziale Dimension der biologischen Vielfalt.

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Lohnt sich ein Download? Ein Blick in den INHALT:
Vorwort des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
Vorwort der Deutschen Umwelthilfe
Umweltgerechtigkeit – eine vergessene Tradition der Umweltbewegung
Prof. Dr. Joachim Radkau
Umwelt- und Sozialverbände fordern: Mehr Grün in sozial benachteiligten Stadtteilen
UMWELTGERECHTIGKEIT IN DER STADTENTWICKLUNG
Die Bedeutung naturnaher Freiräume in urbanen Räumen
Elke Jumpertz 
Biologische Vielfalt in der Stadt – Ökologischer, sozialer und ökonomischer Faktor
der Stadtentwicklung
Peter Werner
Urbane Realitäten in sozial benachteiligten Quartieren
Ralf Zimmer-Hegmann
Umweltgerechtigkeit als neue ressortübergreifende sozialräumliche Strategie im Land Berlin
Dr.-Ing. Heinz-Josef Klimeczek
Grünnatur – Die unterschätzte Dimension der Stadtentwicklung
Prof. Dr.-Ing. Dittmar Machule
TEEB – The Economics of Ecosystem and Biodiversity – und die Umweltgerechtigkeit
Prof. Dr. Bernd Hansjürgens
BIOLOGISCHE VIELFALT BILDET!
Zusammenhänge zwischen Partizipation, Umweltgerechtigkeit und Umweltbildung
Elke Jumpertz
Das Naturbewusstsein der Deutschen
Dr. Silke Kleinhückelkotten
Die Bedeutung von Natur für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
Prof. Dr. Ulrich Gebhard
„Vitamin G“ für Bildschirmhocker
Prof. Dr. Gerhard Trommer
Biodiversität als Medium für die Resilienzentwicklung bei Kindern aus Sucht/psychisch
belasteten Familien
Renate und Rainer Bethlehem
Erfolgsbedingungen milieuspezifischer Umweltbildung für bildungsferne Schichten
Thomas Kappauf
Über die Autorinnen und Autoren

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