Samstag, 27. Juni 2015

[ #EU ] Europas Schulbücher: „Modernes Europa“ versus „antiquierter Islam“?

Die Darstellung von Islam und Muslimen in europäischen Schulbüchern: Sowohl in Österreich als auch in Frankreich und Spanien wird Islam in Schulbüchern als Religion der Unterwerfung unter starre Regeln oder patriarchalische Kultur gezeigt. Häufig wird suggeriert, dass jedes Alltagsverhalten aller Musliminnen und Muslime auf die Religion zurückzuführen und von bestimmten Vorgaben bestimmt ist:

„Für Mohammeds Anhänger, die Muslime, ist der Koran Glaubens- und Gesetzbuch für das Zusammenleben und das tägliche Verhalten“ 
(ÖBV 2007. Geschichte und Geschehen 2. Wien)

Heutige Schulbücher europäischer Länder halten an vereinfachenden Darstellungen des Islam fest und verstetigen damit die Wahrnehmung von Musliminnen und Muslimen als (vorwiegend) religiös markiertem  Kollektiv  außereuropäischer  „Anderer“  – dies  zeigt eine Analyse des Georg-Eckert-Instituts  für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig.

Die untersuchten Geschichts- und Politiklehrbücher aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien  und England wecken beziehungsweise verstärken mehrheitlich den Eindruck, als existierten „der Islam“ und „ein modernes Europa“  als sich gegenseitig ausschließende und in sich homogene Einheiten mit konfrontativen Berührungen, jedoch weitgehend ohne Überschneidungen und Ähnlichkeiten.

ECKERT EXPERTISE. Die wissenschaftliche Arbeit des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) ist in hohem Maße anwendungsorientiert. Das GEI entwickelt seine Forschungsprojekte in der Auseinandersetzung mit konkreten gesellschaftlichen Problemen und auf der Basis kulturwissenschaftlicher Durchdringung. Seine Forschungsergebnisse haben deshalb für die gesellschaftliche Praxis einen bedeutenden Stellenwert und seine Expertisen sind häufig Ausgangspunkt und Grundlage weiterer Forschung.

Georg-Eckert-Institut (GEI). Die zentrale Aufgabe des Georg-Eckert-Instituts besteht in der Erforschung historisch, politisch und geographisch bedeutsamer Darstellungen in Schulbüchern und anderen schulrelevanten Bildungsmedien. Seine Forschungs- und Transferaktivitäten reflektieren den vielschichtigen Charakter von Schulbüchern ebenso wie soziale und politische Kontexte.

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Kontext 4
Fragen und Methoden 5
Ergebnisse 6
Heterogenität der Unterrichtsmaterialien 6
Nationale Besonderheiten 6
Ähnlichkeit der Deutungsmuster 7
Deutungsmuster der Entstehungs- und Expansionsgeschichte des Islam –
Islam als Gesetzesreligion 8
Deutungsmuster des mittelalterlichen Islam – homogen,
kulturell überlegen, stagnierend 10
Deutungsmuster des Islam in der Gegenwart – politisch, bedrohlich
und anders 13
Fazit 18
Eurozentrismus als grundlegendes Element  20
Ausblick 21
Empfehlungen für Schulbücher 22
Islam und Europa – Inklusion statt Abgrenzung  23
Islam als Vielfalt 23
Musliminnen und Muslime heute – Islam, Islamismus und Säkularisierung 24
Literatur

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