Montag, 18. Dezember 2017

[ #GESELLSCHAFT ] Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat

[Free eBook] Die Gemeingüter erleben angesichts der aktuellen Klima-, Finanz- und Ernährungskrise eine Renaissance. Das ist ein Fazit des 500 Seiten starken Sammelbandes „Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat“, der von der Commons-Expertin Silke Helfrich und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegeben wird. 

Über 90 Autorinnen und Autoren aus rund 30 Ländern stellen in ihren Beiträgen ein modernes Konzept der Commons vor, das klassische Grundannahmen der Wirtschafts- und Gütertheorie in Frage stellt und Wegweiser für eine neue Politik sein kann.


Druckausgabe: Verlagsinformation. Silke Helfrich, Heinrich-Böll-Stiftung (Hg.) Commons - Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat - April 2012, 528 S., Hardcover , 24,80 € - ISBN 978-3-8376-2036-8

[ #forumROMANum ] ⇒
Lohnt sich ein Download. Mehr Information durch einen Blick auf den Inhalt:
Barbara Unmüßig | 13 
Vorwort 
Silke Helfrich/David Bollier | 15 
Commons als transformative Kraft. Zur Einführung 
Silke Helfrich | 24 
Danke  
Kapitel I 
Commons. Ein Paradigmenwechsel
Jacques Paysan | 28
Mein steiniger Weg zu den Commons. Ein Rückblick 
Andreas Weber | 32 
Wirtschaft der Verschwendung. Die Biologie der Allmende  
Friederike Habermann | 39 
Wir werden nicht als Egoisten geboren   
Rob Hopkins | 45 
Resilienz denken  
Martin Beckenkamp | 51 
Der Umgang mit sozialen Dilemmata. Institutionen und Vertrauen 
in den Commons   
Stefan Meretz | 58 
Ubuntu-Philosophie. Die strukturelle Gemeinschaftlichkeit der Commons Silke Helfrich | 66 
Das »Betriebssystem« der Commons. Version 0.5
Ugo Mattei | 70
Eine kurze Phänomenologie der Commons
Brigitte Kratzwald | 79
Commons und das Öffentliche. Wem gehören öffentliche Dienstleistungen?
Silke Helfrich | 85 
Gemeingüter sind nicht, sie werden gemacht
Michael Heller | 92
Die Tragik der Anti-Allmende
James B. Quilligan | 99
Warum wir Commons von öffentlichen Gütern unterscheiden müssen
Veronika Bennholdt-Thomsen | 107
Subsistenz — Perspektive für eine Gesellschaft, die auf Gemeingütern gründet
Josh Tenenberg | 112
Technik und Commons
Franz Nahrada | 122
Das Commoning von Mustern und die Muster des Commoning. Eine Skizze
Ein Gespräch zwischen Roberto Verzola, Brian Davey,
Wolfgang Höschele und Silke Helfrich | 131
Commons: Quelle der Fülle?
Kapitel  I I
Kapitalismus, Einhegungen,  Widerstand
Peter Linebaugh | 145
Commons: Von Grund auf eingehegt
Hartmut Zückert | 158
Allmende: Von Grund auf eingehegt
Liz Alden Wily | 166
Globaler Landraub. Die neue EinhegungP.V. Satheesh | 177 
Transgene Versprechen. Über die Folgen der Gentechnologie in der Landwirtschaft
Antonio Tricarico/Heike Löschmann  | 184
Finanzialisierung – ein Hebel zur Einhegung der Commons
Cesar Padilla | 196
Bergbauprojekte bedrohen Gemeingüter. Das Beispiel Südamerika
Maude Barlow | 201
Wasser ist Gemeingut. Vorschläge zu seiner Rettung
Vinod Raina | 206
Was ist rückständig: Subsistenzwirtschaft oder moderne Entwicklung?
Der Widerstand gegen Staudämme
Gerhard Dilger | 215
Belo Monte oder die Zerstörung der Commons
Hervé Le Crosnier | 218
Die Geschichte stottert oder wiederholt sich. Neue Commons, neue Einhegungen
Jonathan Rowe | 224
Wer den Namen bestimmt, definiert die Verhältnisse
Massimo de Angelis | 227
Krise, Kapital und Vereinnahmung – braucht das Kapital die Commons?
Gustavo Esteva | 236
Hoffnung von unten. Das besondere Prinzip des Zusammenlebens in Oaxaca
Lili Fuhr | 244
Neue Deutsche Rohstoffstrategie – eine moderne »Enclosure of the Commons«?
Ana de Ita | 248
Die Zerstörung von Commons durch den Naturschutz
Beatriz Busaniche | 251
Geistige Eigentumsrechte und Freihandelsabkommen. Eine unendliche Geschichte
David Bollier | 259
Globale Einhegungen im Dienste des Imperiums.
Die NATO als »Kommandeur  der Commons«
Kapitel I I I
Commoning – soziale Innovationen weltweit
George Por | 264
Commoning lernen
Christa Müller | 267
Reiche Ernte in Gemeinschaftsgärten. Beim Urban Gardening
findet der Homo oeconomicus sein Korrektiv
Katharina Frosch | 273 
Mundraub? Allmendeobst!
Margrit Kennedy | 275
Leben im Lebensgarten
Thomas H. Greco | 278
Die Rückeroberung der Kredit-Allmende.
Auf dem Weg zur Schmetterlings-Gesellschaft
Stefan Rost | 285
Das Mietshäuser Syndikat
Geert de Pauw | 288
Die Stadt von morgen steht auf Gemeinschaftsland
Beate Küppers | 292
Artabana – Gesundheitsversorgung in die eigenen Hände nehmen
Sabine Lutz | 295
Shared Space: Geteilter Raum ist doppelter Raum
Gerd Wessling | 299
Transition – Initiativen des Wandels
Takayoshi Kusago | 302
Von Minamata lernen. Gut leben in lokalen Gemeinschaften
Mayra Lafoz Bertussi | 309
»Faxinais« und ihre Nutzer. Commons in einem komplexen Verhältnis zum Staat
Gloria L. Gallardo Fernández/Eva Friman | 313
Küstennahe Commons in Chile.
Kompetente Menschen, starke Institutionen, reiche NaturShrikrishna Upadhyay | 321
Frischer Wind in den Wäldern.
Gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung und Lebenssicherung in Nepal
Papa Sow/Elina Marmer | 328
Salz und Handel am Lac Rose.
Der Lebensunterhalt senegalesischer Gemeinschaften
Gustavo Soto Santiesteban/Silke Helfrich | 335
Der Schaum dieser Tage: Buen Vivir und Commons.
Ein Gespräch
Adriana Sanchez/Silke Helfrich | 344
Der Code ist das Saatgut der Software. Ein Interview
Kapitel  I V
Wissensallmende für den gesellschaftlichen Wandel
Christian Siefkes | 348
Peer-Produktion – der unerwartete Aufstieg
einer commonsbasierten Produktionsweise
Carolina Botero Cabrera/Julio Cesar Gaitán | 354
Von Märchen und Autorenrechten
Mike Linksvayer | 359
Creative Commons: Die Wissensallmende in unsere Hände nehmen
Benjamin Mako Hill | 366
Freiheit für Nutzer, nicht für Software
Federico Heinz | 371
Öffentliche Verwaltung braucht Freie Software
Thomas Gegenhuber/Nauman Haque/Stefan Pawel | 375
Linz: Von der Stahlstadt zur Open-Commons-Region.
Wie eine Kommune von einem Bekenntnis zur Allmende profitieren kann
David E. Martin | 378
Innovationen emanzipieren. Global Innovation CommonsJavier de la Cueva/Bastien Guerry/Samer Hassan/Vicente J. Ruiz Jurado | 385
Move Commons: Labels für soziale Initiativen. Ein Vernetzungsinstrument
Philippe Aigrain | 390
Die Grundlagen einer langlebigen, 
commonsbasierten Informationsproduktion
Michel Bauwens/Franco Iacomella | 397
Die Peer-to-Peer-Ökonomie und eine neue commonsbasierte Zivilisation
Rainer Kuhlen | 405
Wissensökonomie und Wissensökologie zusammen denken
Kapitel V
Commons produzieren,  Politik neu denken
David Bollier/Burns H. Weston | 416
Das Menschenrecht auf eine saubere Umwelt und die Renaissance der Commons
Prue Taylor | 426
Das Gemeinsame Erbe der Menschheit.
Eine kühne Doktrin in einem engen Korsett
Ryan T. Conway | 434
Ideen für den Wandel – der Institutionenvielfalt Sinn geben
Michael J. Madison/Brett M. Frischmann/Katherine J. Strandburg | 443
Von Wissen und anderen Reichtümern. Kulturelle Commons konstruieren
Michel Bauwens | 450
Peer-Produktion und Peer-Governance der digitalen Commons
Esther Mwangi/Helen Markelova | 455
Lokal, regional, global? Mehrebenen-Governance und die Frage des Maßstabs
Gerhard Scherhorn | 466
Die Welt als Allmende. Für ein gemeingütersensitives Wettbewerbsrecht
Ottmar Edenhofer/Christian Flachsland/Bernhard Lorentz | 473
Die Atmosphäre als globales Gemeingut
Julio Lambing | 479
Stromallmende: Wege in eine neue IndustriegesellschaftDirk Löhr | 487
Das Scheitern der Bodenprivatisierung.
Zum überfälligen Kurswechsel in der Entwicklungspolitik
Alberto Acosta | 493
Die komplexe Konstruktion der Utopie. Ein Blick auf die Initiative Yasuní-ITT
Christine Godt/Christian Wagner-Ahlfs/Peter Tinnemann | 500
Equitable Licensing – den Zugang zu Innovationen sichern
Nikos A. Salingaros/Federico Mena-Quintero | 508
Peer-to-Peer-Stadtplanung: Aus Erfahrung lernen.
Neuere Entwicklungen in der Stadtplanung
Silke Helfrich | 516
Epilog
Sachregister | 520

Sensationelles Programmder Vorarlberger Naturfreunde für 2018!

Programm  VORARLBERG FREI.

Wer viel in der Natur unterwegs ist, wird fast zwangsläufig sensiblisiert für das, was in ihr und der Umwelt vorgeht und lernt die ökologischen Zusammenhänge und Querverbindungen verstehen.
Das neue Jahresprogramm der Vorarlberger Naturfreunde ist eine beredte Antwort darauf. Es enthält längst nicht alle Angebote, denn dafür bräuchte es eine Buchpublikation. Es spornt jedenfalls an, bereitet Freude und Spaß und zeugt von einer bewundernswerten Kompaktheit, Dichte und Vielfalt. Wer täglich aktuell sein will nützt auch die Website der Vorarlberger Naturfreunde und deren Social-Media-Angebote.

Dass dies gelingen kann, liegt am großartigen Engagement der Tourenleiterinnen, den Touren- und Veranstaltungsleitern, die akribisch und minutiös ihre Aktivitäten vorbereiten und umsetzen.
Hinzu kommen die Koordinations- und Adminstrationsaufgaben der Ortgruppen, von Geschäftsstelle und Redaktion, des Grafikers sowie zahlreicher fleißiger Hände im Hintergrund. Ohne des Zusammenspiels aller, würde es schwerfallen, ein solch gelungenes Werk zu produzieren.

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Sonntag, 17. Dezember 2017

[ #fundraising ] Fundraising durch Storytelling


Wie bekommt eine Nonprofit- Organisation Aufmerksamkeit für ihr Fundraising über das Storytelling? Eine spannende Bachelorthesis.

Storytelling („Geschichten erzählen“) ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form einer Metapher weitergegeben und durch Zuhören aufgenommen wird. Die Zuhörer werden in die erzählte Geschichte eingebunden, damit sie den Gehalt der Geschichte leichter verstehen und eigenständig mitdenken. Das soll bewirken, dass das zu vermittelnde Wissen besser verstanden und angenommen wird.

Geschichten erzählen erfüllt viele Aufgaben: Lebenserfahrung vermitteln, Wissen weitergeben, Sachinformationen vermitteln, Problemlösungen aufzeigen, Denkprozesse einleiten, Rollenerwartungen definieren, Verhaltensänderung anregen, Repertoire an Verhaltensweisen erweitern, Unterhaltung, Normen und Werte vermitteln, Anschauungsvermögen fördern, zum Handeln motivieren, Hoffnung stiften und Sinn geben.

Heute wird Storytelling neben der Unterhaltung durch Erzähler unter anderem auch in der Bildung, im Wissensmanagement, als Methode zur Problemlösung und als Marketing-Methode eingesetzt.

Aus der Einleitung:
"Storytelling wird schon seit langem erfolgreich als Technik in Professionen wie dem Journalismus oder in der Public Relation (PR) eingesetzt. Demnach ist der Weg nicht weit, sich die Frage zu stellen, ob Storytelling nicht auch im Fundraising Anwendung finden kann, um auf seine Organisation aufmerksam zu machen und sich auf dem Spendenmarkt gegen konkurrierende Organisationen hervorzuheben.

Aufgrund dieser Idee wird in der folgenden Bachelorthesis Storytelling im Bezug auf die Profession des Fundraisings genauer nachgegangen. Anhand der Frage: „Wie bekommt eine Nonprofit-Organisation Aufmerksamkeit für ihr Fundraising über das Storytelling?“ soll beantwortet werden, ob das Problem der Aufmerksamkeitsgewinnung von NPOs mit Hilfe der Methode des Storytellings gelöst werden kann. 
Hierzu wird im ersten Teil Storytelling definiert und dessen Wirkung auf den Menschen beschrieben. Daraufhin wird der Aufbau und welche Elemente eine wirkungsvolle Geschichte beinhalten sollte, erläutert. 
Im nächsten Schritt wird Fundraising in den Marketingbegriff eingebettet und die Wirkmechanismen des Storytellings werden mit der Kommunikationspolitik des Fundraisings in Verbindung gebracht, um deren Nutzen auf die kommunikationspolitischen Ziele zu überprüfen. Daran anknüpfend wird anhand der Einordnung des Fundraisings in die Kommunikationskanäle der Media-, Direkt- und Dialogwerbung, sowie des Internets als Kommunikationskanal, beispielhaft beschrieben, wie eine mögliche Umsetzung des Storytellings für das Fundraising aussehen könnte." 
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Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis 4
Abkürzungsverzeichnis 4

Kapitel 1: Einleitung 5

Kapitel 2: Definitionen 6
 2.1 Fundraising 6
 2.2 Storytelling 7

Kapitel 3: Die Wirkung von Storytelling 9
 3.1 Geschichten wirken unbewusst 9
 3.2 Geschichten sind emotional 10
 3.3 Geschichten lösen Beteiligung aus 10
 3.4 Geschichten wirken belohnend 11
 3.5 Geschichten sind von Bedeutung 12
 3.6 Geschichten bestehen aus Mustern 13
 3.7 Geschichten bestehen aus Bildern 14
 3.8 Zusammenfassung 15

Kapitel 4: Der Aufbau von Geschichten 16
 4.1 Die Struktur und die Dramaturgie 16
 4.2 Die Handlung und das Ziel 20
 4.3 Das Setting 20
 4.4 Die Charaktere 21
 4.4.1 Der Held 21
 4.4.2 Die Helfer 22
 4.4.3 Der Gegner 22

Kapitel 5: Storytelling im Fundraising 23
 5.1 Begriffliche Einbettung ins Marketing 23
 5.1.1 Produktpolitik 23
 5.1.2 Preispolitik 24
 5.1.3 Vertriebspolitik 24
 5.1.4 Kommunikationspolitik 25
 5.2 Ziele der Kommunikationspolitik und Storytelling 26
 5.2.1 Kognitiv-orientierte Kommunikationsziele 26
 5.2.2 Affektiv-orientierte Kommunikationsziele 28
 5.2.3 Konativ-orientierte Kommunikationsziele 29
 5.3 Zusammenfassung 30
 5.4 Beispiele zur Einsetzung von Storytelling im Fundraising 31
 5.4.1 Storytelling in der Mediawerbung 31
 5.4.1.1 Fernsehwerbung 31
 5.4.1.2 Radiowerbung 32
 5.4.1.3 Kinowerbung 32
 5.4.1.4 Printwerbung 32
 5.4.1.5 Außenwerbung 33
 5.4.2 Storytelling in der Direktwerbung 33
 5.4.2.1 Mailing 33
 5.4.2.2 Hauswurfsendung 33
 5.4.2.3 Newsletter 35
 5.4.3 Storytelling in der Dialogwerbung 35
 5.4.3.1 Dauer- und Großspender 37
 5.4.3.2 Events 37
 5.4.3.3 Telefon 38
 5.4.4 Storytelling in der Onlinewerbung 39
 5.4.4.1 Website 39
 5.4.4.2 Blogg 41
 5.4.4.3 Social Media Sites 43
 5.4.4.4 Zusammenfassung von Storytelling in der Onlinewerbung 44

Kapitel 6: Fazit 44

Literaturverzeichnis 48
Eidesstattliche Erklärung 51
Anhang 52

Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Das Motivsystem des Menschen
Abb. 2 Muster in Geschichten
Abb. 3 Funktionen von Geschichten
Abb. 4 Das klassische Drama in fünf Akten
Abb. 5 Erscheinungsformen der Kommunikation
Abb. 6 Storytelling im Informationsflyer
Abb. 7 Beispiel eines Newsletter
Abb. 8 Die Spenderpyramide
Abb. 9 Die Spendenbetreuung
Abb. 10 Storytelling auf einer Internetseite
Abb. 11 Einzelgeschichten Betroffener als Unterkategorie auf einer

Internetseite
Abb. 12 Storytelling in Form von Videos auf einer Internetseite
Abb. 13 Beispiel eines Internetbloggs
Abb. 14 Storytelling auf Social Media Sites

Samstag, 16. Dezember 2017

[ #menschenrechte ] Zahnlose Kinder- und Jugendrechte in Österreich


Die UN-Kinderrechtskonvention gilt für die Altersgruppen von 0 bis 18 Jahren und umschließt daher auch die Rechte von jungen Menschen von 14 bis 18 Jahren, die in Österreich als Jugendliche definiert sind.

Österreich war eines jener Länder, die die Kinderrechtskonvention am ersten Tag (26. Jänner 1990) unterzeichnet hatten. Nach der Genehmigung durch den Nationalrat am 26. Juni 1992 wurde die Konvention am 6. August 1992 ratifiziert. 30 Tage nach der Ratifizierung ist die Kinderrechtskonvention am 5. September 1992 in Österreich in Kraft getreten, jedoch mit einem Erfüllungsvorbehalt, der eine direkte Anwendbarkeit durch Gerichte oder Behörden verhindert. Damit werden Menschenrechte ausgeklammert, denn Kinderrechte sind Menschenrechte!

Die Kinderrechtskonvention beruht auf vier Prinzipien
  • Das Recht auf Gleichbehandlung: Kein Kind darf benachteiligt werden - sei es wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, seiner Staatsbürgerschaft, seiner Sprache, Religion oder Hautfarbe, einer Behinderung oder wegen seiner politischen Ansichten.
  • Wohl des Kindes hat Vorrang: Wann immer Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Kinder auswirken können, muss das Wohl des Kindes vorrangig berücksichtigt werden - dies gilt in der Familie genauso wie für staatliches Handeln.
  • Das Recht auf Leben und Entwicklung: Jedes Land verpflichtet sich, in größtmöglichem Umfang die Entwicklung der Kinder zu sichern - zum Beispiel durch Zugang zu medizinischer Hilfe, Bildung und Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch.
  • Achtung vor der Meinung des Kindes: Alle Kinder sollen als Personen ernst genommen und respektiert und ihrem Alter und Reife gemäß in Entscheidungen einbezogen werden.

Symbolpolitik. Seit dem Jahre 2011 sind ein Teil der Kinderrechte in Österreich im Verfassungsrang. Obwohl das Verfassungsgesetz über die Rechte von Kindern nun den  Vorrang des Kindeswohles (Artikel 1 BVG Kinderrechte) und die Beteiligung und Berücksichtigung der Meinung von Kindern und Jugendlichen (Artikel 4 BVG Kinderrechte) vorsieht, bleibt die Umsetzung der Kinderrechtskonvention in Österreich mangelhaft. Zwar wäre nun für die im BVG geregelten Kinderrechte es allenfalls möglich, einen Bescheid einer Behörde oder ein Gesetz zu bekämpfen, von dem man glaubt, dass es die verankerten Rechte einschränkt. Doch praktisch kommt dem kaum eine Bedeutung zu. Zudem enthält das Verfassungsgesetz nur jene Teile der Konvention die eher sybolischen Wert haben oder ohnedies bereits Gegenstand der österreichischen Rechtsordnung waren, wie etwa das Verbot der Kinderarbeit. Jene Teile welche wirklich praktische Folgen hätten, also das Leben für Kinder (und Eltern) einfacher und gerechter gestalten würden, wurden ausgeklammert.

Erfüllungsvorbehalt. Da Österreich die Kinderrechtskonvention aber mit einem Erfüllungsvorbehalt ratifiziert hat, heißt das, dass man sich nicht unmittelbar auf die Konvwentionsrechte berufen kann, sie kann also nicht direkt vor den Gerichten angewandt werden. Das trifft im Besonderen eben auf die von dem Bundesverfassungsgesetz nicht geregelten Teile der Kinderrechtskonvention zu. Damit bleiben Rechte aus der Konvention, wie jene auf Gesundheit, Bildung, Freizeit und Spiel oder Lebensstandard und Kinderarmutsbekämpfung als nicht klagbar auf der Strecke. Sie aber wären es vor allem gewesen, welche die Kinder gebraucht hätten.

Endlich fehlt auch das  Individualbeschwerderecht. Es sichert Kindern in aller Welt zu, dass Rechtsverletzungen geahndet werden. Österreich muss das Individualbeschwerderecht für Kinder rasch gesetzlich verankern und das 3. Zusatzprotokoll der Kinderrechtekonvention ratifizieren.

Selbst in der verfassungsgesetzlichen Regelung wurde ein neuer schäbiger Gesetzesvorbehalt eingebaut (Art.7), der besonders im Fremdenrecht die Kinderrechte beschränken soll. Diese Beschränkung war vor allem auf Intervention der FPÖ notwendig, welche sonst dem Verfassungsgesetz nicht zugestimmt hätte.

Kinderarmut. Zum umfassenden Schutz nach der Kinderrechtekonvention gehört, Kinder vor akuter Armut und Ausgrenzung zu schützen. Die Umsetzung in Österreich tut das nicht. Die Österreichische Volkshilfe nennt dazu Zahlen: Die neuesten EU-SILC Zahlen zeigen, dass 313.000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre in Österreich armutsgefährdet sind. 41.000 Kinder und Jugendliche leben in Haushalten, die sich keinen notwendigen Arztbesuch leisten können, 228.000 Kinder leben in feuchten und von Schimmel besetzten Wohnräumen, 287.000 leiden unter Lärmbelästigung.

Bildungspolitik. Zum Recht auf Förderung und Entwicklung und der von der UN-Konvention geforderten Gleichheit gehörte auch, allen Kindern in Österreich die Chance auf Bildung und Ausbildung zu gewähren. Das würde aber bedeuten, endlich ein Schulsystem, das nicht frühzeitig selektiert, sondern alle nach ihren Talenten und Begabungen fördert, endlich zu realisieren.


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Samstag, 9. Dezember 2017

[ #freihandel ] Der neue EU-Kolonialismus: The pursuit of commodities


Die EU-Handels- und Rohstoffpolitik bedroht die Entwicklung der Welt.

Die EU versucht ihre Rohstoffinteressen über Freihandelsabkommen durchzusetzen: Entwicklungsländer sollen Handelsbarrieren abbauen und neuen Investitionsregeln zustimmen.

Das hat Folgen. Die Europäische Union geht neue Wege, um ihren Unternehmen und Investoren den Zugang zu Rohstoffen in Entwicklungsländern zu erleichtern. Dazu zählt auch eine neue Strategie, die in Brüssel vorangetrieben wird - die Rohstoffinitiative. Diese Initiative wird stark von europäischen Unternehmen bestimmt, die sich einen günstigen Zugang zu Rohstoffen sichern wollen.

Der vorliegende Bericht von WEED (World Economy, Ecology & Development ist eine NGO) zeigt, dass sich bereits die gegenwärtige Politik der EU äußerst negativ auf Entwicklungsländer auswirkt.

Sollten die neuen Initiativen der EU Erfolg haben, könnte sich die Situation noch verschärfen, denn die geplanten Maßnahmen würden Entwicklungsländern wichtige politische Instrumente nehmen, mit denen sie bisher ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung wirksam lenken können. Darüber hinaus ist zu befürchten, dass Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen durch europäische Unternehmen zunehmen werden. Schlimmstenfalls führt die EU-Strategie zu einem Ressourcenraub, der Teil eines neuen Kampfes um Afrika und andere Regionen ist und der Entwicklungsländer in eine neue Spirale der Armut treiben wird.

Kritische Aspekte: Zum einen versucht die EU, von Entwicklungsländern die Zustimmung zu einem Verbot bzw. einer Eindämmung von Ausfuhrbeschränkungen zu erwirken, denn viele Entwicklungsländer beschränken die Ausfuhr von Rohstoffen, um ihre einheimische Industrie zu unterstützen, durch Ausfuhrsteuern Einkünfte für öffentliche Aufgaben zu erzielen oder die Umwelt zu schützen.

Zum anderen möchte die EU neue Investitionsregeln aushandeln, die europäischen Unternehmen einen bisher unerreichten Zugang zu den Märkten und Rohstoffen in Entwicklungsländern verschaffen würden. Danach müssten Entwicklungsländer europäischen Unternehmen die gleichen oder noch umfassendere Rechte einräumen wie einheimischen Unternehmen.

Viele Entwicklungsländer sind auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen, doch der Vorstoß der EU würde es ihnen erschweren, diese so zu regulieren, dass sie die lokale Entwicklung positiv beeinflussen.

Die derzeitige Handelspolitik im Rohstoffbereich lenkt damit von den eigentlich wichtigen Zielen ab: Die Reduzierung des übermäßigen Ressourcenverbrauchs in Europa und die Förderung eines gerechten globalen Systems zur nachhaltigen Nutzung der weltweiten Ressourcen.


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Inhalt der WEED-Dokumentation zur schnellen Orientiung über die Information:

Zusammenfassung Seite 4
Einführung Seite 8
1. Die Rohstoffinitiative und Freihandelsabkommen
1.1 Die Rohstoffinitiative Seite 9
1.2 Probleme mit der Rohstoffinitiative Seite 11
1.3 Probleme mit Freihandelsabkommen Seite 12
2. Entwicklung wird verhindert: Der Kampf um Ausfuhrsteuern
2.1 Ausfuhrbeschränkungen und ihre Anwendung Seite 14
2.2 Die Vorteile von Ausfuhrsteuern für Entwicklung Seite 16
2.3 Ziele der EU Seite 22
2.4 Der Druck der EU in der WTO und bei Freihandelsabkommen Seite 24
3. Investitionen: Für Entwicklung oder für EU-Unternehmen?
3.1 Investitionen und Entwicklung Seite 28
3.2 Die Ziele der EU Seite 31
3.3 Widerstand aus den Entwicklungsländern Seite 34
3.4 Die Entwicklung des Rohstoffsektors wird eingeschränkt Seite 37
3.5 Probleme mit Unternehmen der EU Seite 38
Politische Empfehlungen Seite 43
Anhänge Seite 45
Anmerkungen und Quellen Seite 48

[ #migration ] Gemeinsam Natur (er)leben - Migrationshandbuch in drei Sprachen

Die Naturfreunde wollen über Zusammenhänge von Klimawandel und Migration diskutieren und sich aktiv für Integration engagieren. 

Das Nachmachen und Kopieren ist ausdrücklich erwünscht. Das Handbuch „Gemeinsam Natur (er)leben“ der Naturfreunde Internationale (NFI) stellt nicht nur Integrationsprojekte der Naturfreundebewegung und anderer Vereine aus insgesamt fünf Ländern vor, sondern möchte generell zivilgesellschaftliche Organisationen dazu ermutigen, MigrantInnen aktiv anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.

Erstmals präsentiert wurde die Broschüre im Rahmen des Naturfreunde-Kongresses in Graz. Es geht darin um Grundsätze und Beispiele für interkulturelles Arbeiten im Umweltbereich. Sowohl die Nord-Süd-Partnerschaften der Naturfreunde-Internationale als auch solidarisches Handeln in Europa werden vorgestellt.

Naturfreunde Internationale.
Die Naturfreunde Internationale ist der 1895 gegründete weltweite Dachverband und Mitglied der Green 10, einer Plattform der zehn größten europäischen Umweltorganisationen.

Inhalt
Zeichen setzen: So geht es!
Solidarität leben
Migration und nachhaltige Entwicklung
So geht’s: Beispiele von Naturfreunden
Inspiration: Beispiele von anderen
Publikationen und weitere Informationen

Die Broschüre „Gemeinsam Natur (er)leben“ ist dreisprachig (D/E/F) erschienen und steht unten bei den LINKs als PDF zum Download bereit.

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[ #menschenrechte ] Roma: Erhebung der Europäischen Union zu Minderheiten und Diskriminierung

Wikimedia: Fire, Roma Camp at St-Denis near Paris 
Die größte ethnische Minderheit der Europäischen Union kämpft nach wie vor mit nicht hinnehmbarer Diskriminierung und ist bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Diensten benachteiligt.

In Anbetracht der Tatsache, dass 80 Prozent der befragten Roma unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle ihres Landes leben, dass jeder/jede dritte Roma in einer Unterkunft ohne Leitungswasser lebt, dass jedes dritte Roma-Kind in einem Haushalt lebt, in dem in den vergangenen Monaten mindestens einmal jemand hungrig zu Bett ging, und dass Roma-Kinder bei allen Bildungsindikatoren schlechter dastehen als ihre Altersgenossen, die keine Roma sind, belegt dieser Bericht eine erschütternde, doch unabweisbare Realität: Die größte ethnische Minderheit der Europäischen Union kämpft nach wie vor mit nicht hinnehmbarer Diskriminierung und ist bei der Versorgung mit lebensnotwendigen Diensten benachteiligt.

Daten aus dem Roma-Bericht, die die Abschnitte zu Erwerbstätigkeit, Wohnraum und Teilhabe an Bildung betreffen, wurden im FRA-Datenexplorer und im EU-MIDIS II Main results report aktualisiert. Dies geschah aufgrund einer Neubewertung der angewandten Gewichtungen und Definitionen.
Der Bericht unterstreicht nicht nur die Tatsache, dass beim Zugang zu Beschäftigung, Bildung, Wohnung und medizinischer Versorgung für Roma noch immer hohe Barrieren bestehen, sondern belegt auch, dass vier von zehn Roma in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von Diskriminierung wurden, jedoch nur ein Bruchteil von ihnen diesen Zwischenfall weiterverfolgte. Dieser Bericht ist zwar ernüchternd, doch stellt er mit seinen unentbehrlichen Informationen eine einzigartige Quelle für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger dar, die sich dafür einsetzen, dass Roma im Hinblick auf ihre Grundrechte mit anderen gleichberechtigt behandelt werden.

Grundlage für den Bericht ist eine Erhebung, bei der ausgehend von knapp 8 000 persönlichen Befragungen Informationen zu fast 34 000 Roma in neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) erhoben wurden. Er enthält ausgewählte Ergebnisse der zweiten von der FRA durchgeführten EU-Erhebung zu Minderheiten und Diskriminierung (EU-MIDIS II), bei der rund 26 000 Personen mit Migrations- oder ethnischem Minderheitenhintergrund, die in der EU leben, befragt wurden. Die zweite Erhebung der Europäischen Union zu Minderheiten und Diskriminierung ist vor dem Hintergrund des Engagements der Agentur zu sehen, Daten zu solchen Gruppen zu erheben und zu veröffentlichen, die in Erhebungen über die Allgemeinbevölkerung nicht abgedeckt werden. Es handelt sich um die dritte Erhebung der FRA, in deren Mittelpunkt Roma stehen.

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Inhalt

Warum ist diese Erhebung notwendig?
Wichtigste Ergebnisse und Stellungnahmen der FRA
Was zeigen die Ergebnisse?
Armut und Lebensbedingungen am Rande der Gesellschaft
Erwerbsbeteiligung
Bildung
Gesundheit
Wohnraum
Diskriminierung und die eigenen Rechte kennen
Die Umfrage im Überblick