Dienstag, 20. Juni 2017

[ #interkultur ] Interkulturelles Zusammenleben und Integration als kommunalpolitische Herausforderung

Österreich ist de facto zu einem Einwanderungsland geworden. Interkulturalität und Integrationspolitik wurden damit auch zu gesellschaftspolitisch "heißen" Themen.

Integrationspolitik erfordert auch Maßnahmen auf Gemeindeebene, denn Integration findet im Sinne des täglichen Zusammenlebens in der Gemeinde, im Stadtteil, im Wohnviertel statt.

Größere Städte und mittlere Gemeinden mit einem höheren Anteil ausländischer StaatsbürgerInnen erkennen nach Jahrzehnten der Zuwanderung die Wichtigkeit einer aktiven Integrationspolitik.

Mit diesem Handbuch will das Interkulturelle Zentrum Orientierungen für Handlungsstrategien auf kommunaler Ebene aufzeigen. Das Handbuch ist Ergebnis eines Projektes, das von der Europäischen Union, dem Bundesministerium für Inneres und der Landesakademie Niederösterreich gefördert wurde.

Hervorzuheben ist, dass Integration nicht als einseitige Anpassungsleistung der ZuwandererInnen verstanden wird, sondern als Prozess der gezielte Maßnahmen und Rahmenbedingungen von der Aufnahmegesellschaft erfordert. In diesem Verständnis ist Integrationspolitik als Querschnittsaufgabe einer Politik zu verstehen, die auf Gleichstellung der einheimischen und zugewanderten Bevölkerung abzielt. Ihre Aufgabe ist es, Strukturen zu schaffen, die auch der zugewanderten ausländischen Bevölkerung politische Partizipation ermöglicht.

[ #forumROMANum ]

Montag, 19. Juni 2017

[ #entwicklung ] Der Westsahara-Konflikt - Die letzte Kolonie?

Wie Marokko die Rohstoffe der Westsahara plündert.

1976 gründeten Sahrauis in ihrem Kampf für eine unabhängige Westsahara die Demokratische Arabische Republik Sahara. Bis heute aber ist die völkerrechtliche Anerkennung ausgeblieben.


medico ist von Anfang an Teil der internationalen Hilfe für die Flüchtlingsrepublik. So werden die Selbstverwaltungsstrukturen in den Lagern in der algerischen Wüste gestärkt und die Öffentlichkeit für die Belange der Sahrauis sensibilisiert.

Comic von Mauro Entrialgo. Eine gezeichnete Einführung in den letzten ungelösten Kolonialkonflikt Afrikas: Geschichte kompakt von 1442 über den "Grünen Marsch" bis heute, umstrittene Rohstoffe, die Mauern, das Referendum, die Flüchtlingslager, die Hauptpersonen und ein Mini-Wörterbuch Hassania.

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[ #flucht ] An den Zäunen in den Köpfen rütteln: Warum Menschen fliehen

Der Begriff Flüchtlingskrise ist irreführend. Vielmehr gilt es, die Weltkrise in den Blick zu nehmen, die Flucht und Migration auslöst.

Verzweifelte Flüchtlinge, die an den Zäunen der Europäischen Union (EU) rütteln – verstörende Bilder wie diese haben im Sommer 2015 die humanitäre Katastrophe des syrischen Bürgerkrieges und das Elend von Millionen Menschen, die aus verschiedenen Ländern der Welt vor Krieg, Gewalt oder Armut fliehen, in das öffentliche Bewusstsein hierzulande zurückgebracht. Und Tausende in Deutschland und anderen Ländern haben mit ihrer spontanen Hilfsbereitschaft gezeigt, dass es Alternativen zur Ausgrenzung gibt.

Inhumane Propaganda. Aber gerade jetzt, da diese Broschüre entsteht, haben diejenigen die Meinungsführerschaft übernommen, die Ängste davor schüren, dass Deutschland und Europa von Geflüchteten überrannt werden. Ein alles überlagernder Handlungsdruck der Flüchtlingsabwehr beherrscht heute das Geschehen. Die Fragen, wie viele Flüchtlinge tatsächlich nach Europa oder Deutschland wollen, welche legalen Wege der Zuwanderung geschaffen und welche Maßnahmen zur Sicherung des Asylrechts getroffen werden sollten, stellt fast niemand mehr. Unausgesetzt arbeiten die EU und die Regierungen ihrer Mitgliedsländer hingegen daran, Flucht und Migration nach Europa wieder weitgehend zu unterbinden.

Mit dieser Broschüre möchte Medico und die deutsche Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) dazu anregen, bei der Rede über Fluchtursachen und ihre Bekämpfung genau hinzuhören. Sie möchten Stoff liefern für informierte, reflektierte und engagierte Beiträge zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Flucht und Migration, die hierzulande zunehmend von Angst und Ausgrenzung bestimmt ist.
Herausgegeben von medico international und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

[ #forumROMANum ]
Lohnt sich ein Download? Ein schneller Blick auf das Inhaltsverzeichnis sagt mehr:
  • Vorwort
  • Warum Menschen fliehen
  • Auf der Flucht
  • Krieg und Gewalt
  • 9 Einführung/ 10 Länderbeispiel Syrien/ 11 Porträt Shaza Alfayome
  • Perspektivlosigkeit und Armut
  • 13 Einführung/ 14 Länderbeispiel Mali/ 15 Porträt Ibrahim Camara
  • Diskriminierung und Verfolgung
  • 17 Einführung/ 18 Länderbeispiel Kosovo/ 19 Porträt Sedat und Nazmir Hasani
  • Rohstoffhandel und Landraub
  • 21 Einführung/ 22 Länderbeispiel Sierra Leone/ 23 Porträt Daramy Abdulai
  • Umweltzerstörung und Klimawandel
  • 25 Einführung/ 26 Länderbeispiel Bangladesch/ 27 Porträt Mollika Begum
  • Ausblicke

Sonntag, 18. Juni 2017

[ #citoyen ] „Double Shift“ - Ein Schulbeispiel von wirklichen Samaritern

Wie das arme Jordanien hunderttausenden Flüchtlingskindern eine Schulbildung ermöglicht!

Morgens werden die jordanischen Kinder unterrichtet, nachmittags Schülerinnen und Schüler aus Syrien. „Double-Shift“ (Doppelschicht) heißt das Modell, das Jordanien einsetzt, um zusätzlich zu den eigenen Schulkindern hunderttausenden von Flüchtlingskindern aus dem benachbarten Bürgerkriegsland eine Schulbildung zu ermöglichen. Wie gelingt es einem kleinen Land wie Jordanien eine so gewaltige Herausforderung zu meistern? In einem gemeinsamen Forschungsprojekt haben das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), die Universität der Künste (UdK) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) das jordanische Schulsystem in den Blick genommen, das mit seinem Doppelschicht-System zum Vorbild für andere Länder werden könnte, die Kinder von Flüchtlingen und Migranten in ihr Schulsystem aufnehmen möchten. Die Ergebnisse des Projekts werden auf der multimedialen Webseite „Double Shift“ dokumentiert.

Das Doppelschicht-System wird von Jordanien seit 1960 praktiziert – ein Lösungsansatz, um überfüllte Klassenräume öffentlicher Schulen in Jordanien zu entlasten. Heute, mit mehr als 400.000 zusätzlichen Kindern aus Syrien, ist „Double-Shift“ ein effektives Instrument, um ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen und sie in die Gesellschaft Jordaniens zu integrieren. Derzeit gibt es 100 Doppelschicht-Schulen im Land. Die interaktive Webseite double-shift.org dokumentiert in Bildern, Videos und Grafiken erstmals umfassend in einer Kombination von sozialwissenschaftlichen und gestalterischen Methoden den Alltag an den jordanischen Schulen in Zeiten des Syrienkonflikts.

„Double Shift“ hat seine Anfänge im „Visual Society Program“, einer Kooperation zwischen dem WZB und der Universität der Künste (UdK), die von David Skopec initiiert wurde. Das Programm zeichnet sich dadurch aus, dass Gestalter/-innen und Sozialwissenschaftler/-innen zusammenarbeiten und forschen. Das Projektteam besteht aus Steffen Huck, dem Direktor der Abteilung Ökonomik des Wandels am WZB, Heike Harmgart, Leiterin des Resident Office der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in Jordanien, den Gestalterinnen Paula Ellguth und Marjam Fels und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Philipp Albert (alle drei WZB). Zweimal war das Team für mehrere Wochen in Jordanien; sie besuchten Schulen, sprachen mit Schulleiterinnen, Vertretern von NGOs (UNICEF, United States Agency for International Development) und Ministerien und interviewten Eltern. In Workshops wurden zudem die Schülerinnen und Schüler nach ihren Wünschen und Zielen befragt.

Das Projekt zeigt: Dem Land gelingt es überwiegend, die Flüchtlingskinder zu integrieren, doch der Schulalltag bleibt wegen fehlender Ressourcen wie Wasser, Räume, Schulmöbel und -materialien eine Herausforderung. Außerdem gibt es auch kritische Stimmen im Land, unter anderem weil die jordanischen und syrischen Kinder meist getrennt unterrichtet werden. „Dennoch ist das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer überwältigend und die Bilanz positiv“, sagt Steffen Huck.

Auch für die jordanische Wirtschaft könnte sich die Investition in Bildung für syrische Flüchtlingskinder als Gewinn erweisen. Vor allem durch das Doppelschicht-System gelingt es dem Land, mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand Kinder zu einer Schulbildung zu verhelfen. Die Analyse „benefits through education“ im Projekt zeigt: Wenn den verbleibenden 79.500 registrierten Flüchtlingskindern aus Syrien, die derzeit noch nicht in Schulen integriert sind, Bildung durch das Doppelschichtsystem ermöglicht werden könnte, würde für Jordanien ein wirtschaftlicher Mehrwert von 266 Millionen Dollar entstehen.

Aus Sicht von Heike Harmgart ist die Investition in die Bildung ein wesentlicher Bestandteil für das ressourcenarme Jordanien – die Kinder sind die Zukunft des Landes.


[ #forumROMANum ]

Dienstag, 13. Juni 2017

[ #geschichte ] Stadtluft macht frei!


Für viele Leibeigene waren die Städte, seit der zweiten Hälfte des 12. Jhs. die Stätten ihrer Sehnsucht. 

Erst hier schienen Freiheit, Unabhängigkeit und Glück für alle Menschen möglich zu sein. So flüchteten viele unfreie Bauern in die Städte. Wenn sie nicht „binnen Jahr und Tag“ von ihrem "Eigentümer" zurückgefordert wurden, waren sie "frei". Auch wenn diese Zuwanderer meist noch nicht dieselben Rechte hatten, immerhin waren sie keine Leibeigenen mehr!

Vorarlberger-Bloghaus-Service. Dies ist nur der Hinweis auf einen Beitrag eines hier verlinkten Weblogs, einer Website oder eines Downloads. Mehr erfährt man, wenn man den untenstehenden Links folgt! Nütze auch den Link „[Google Search] ⇒ “. Er liefert allenfalls einen aktuelleren Link im Falle einer Verwaisung und/oder auch zusätzliche oder aktuellere Infos!
[ #forumROMANum ]

Freitag, 9. Juni 2017

[ #geschichte ] Fußball 1938: Österreich geht unter, aber Austria überlebt

Walter Nausch kehrte aus dem Schweizer Asyl zurück und führte das österreichische Team bei der Weltmeisterschaft 1954 mit dem 3. Platz zum größten Erfolg seiner Geschichte.

Austria statt Ostmark. Der Wiener Amateur-Sportklub, die Abspaltung der Wiener Cricketer und nachmalige Austria, war nicht zuletzt der Verein des assimilierten, bürgerlichen Wiener Judentums. Im April 1938 wurde der FK Austria zwar vorerst in SC Ostmark umbenannt. Aber schon im Juli 1938 erfolgte die Rücknahme der Zwangstaufe. Während der gesamten Naziherrschaft erinnerte allein die "Austria" an Österreich.

Wunder von Bern.
Ein Beitrag im "balesterer", dem "Magazin zur offensiven Erweiterung des Fußballhorizonts", erinnert an das Schicksal und die Bedeutung jüdischer und nazikritischer Fußballer. Auf Grund seines Widerstandes gegen den Nationalsozialismus musste Walter Nausch, eine zentrale Figur des legendären Wunderteams, im November 1938 in die Schweiz fliehen.


Walter Nausch. Walter Nausch kam über die "Josefstädter Toskana", Libertas und den WAC zur Austria. Er spielte im Wunderteam, gewann als Aktiver zweimal den Mitropacup (heutige Champions-League) und ging 1938 in die Schweiz zu den Grasshoppers, weil er sich weigerte, sich von seiner jüdischen Frau scheiden zu lassen. Noch 1939 wurde Nausch von Austriafunktionären in Zürich besucht und bekam die goldene Ehrennadel mit Brillanten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte der Wiener in seine zerstörte Heimat zurück, war Trainer der Austria und führte als Trainer der wiedergegründeten österreichischen Nationalmannschaft das Team bei der Weltmeisterschaft 1954 mit dem 3. Platz zum größten Erfolg seiner Geschichte.


[ #forumROMANum ]

Sonntag, 4. Juni 2017

[ #arbeit ] Die Mehrheit will 35-Stunden-Woche

Beschäftigte wollen mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit.

„Wir müssen das Mantra der Arbeitgeber: Vollzeit plus Überstunden plus Flexibilität plus Leistungsdruck durchbrechen. Das sind keine Arbeitszeiten, die zum Leben passen. Die Beschäftigten wollen mehr Selbstbestimmung anstatt Fremdbestimmung in der Arbeitszeit“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der der deutschen Gewerkschaft IG Metall.

Die große Mehrheit (67,9 Prozent) der Beschäftigten wünscht sich die 35-Stunden-Woche oder kürzere Arbeitszeiten. So will jeder Fünfte (20,2 Prozent) die Vollzeitarbeit gar auf weniger als 35 Stunden reduzieren. Mehr als vier von fünf Befragten (82,3 Prozent) sind der Auffassung, dass es gut wäre, die Arbeitszeit zeitweise absenken zu können, etwa für die Erziehung von Kindern, die Pflege von Angehörigen oder berufliche Weiterbildung. Dafür erwarten die Beschäftigten einen finanziellen Ausgleich.

Das Votum der Beschäftigten ist eindeutig: Sie setzen auf eine Umverteilung der Arbeitszeit entlang des Lebenslaufes. Dieser arbeitszeitpolitische Aufbruch kann weder durch den Einzelnen noch durch einzelne Betriebsräte durchgesetzt werden. Dazu sind verlässliche tarifliche und gesetzliche Regelungen nötig.

Auch wenn die Arbeitszeitrealitäten in den Betrieben und Abteilungen unterschiedlich sind, so bestimmen doch die gleichen Faktoren über die Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Von den Befragten, die mit ihrer Arbeitszeit zufrieden sind, haben mehr als 90 Prozent (93,6 Prozent) planbare Arbeitszeiten. Von jenen, die sich unzufrieden zeigen, gilt dies nicht einmal für jeden Zweiten (48,1 Prozent). In der Gruppe der Unzufriedenen klagen 37,7 Prozent über überlange Arbeitszeiten von über 40 Stunden, fast zwei Drittel (62,0 Prozent) geben an, dass sie sich ständig gehetzt und unter Zeitdruck fühlen.

Gefordert ist nun eine Arbeitszeitpolitik, die jene Faktoren stärkt, die die Arbeitszeitzufriedenheit erhöhen und jene eingrenzt, die zur Unzufriedenheit mit der Arbeitszeit führen, betonte der IG Metall-Vorsitzende: „Ob Beschäftigte zufrieden oder unzufrieden sind mit ihrer Arbeitszeit, darauf haben überall dieselben Faktoren Einfluss. Egal, ob Schichtarbeiter oder Einkäuferin - für alle gilt: Sie wollen selbstbestimmte Arbeitszeiten. Das zeigt die Befragung sehr eindrucksvoll.“

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