Donnerstag, 2. Juli 2015

[ #reichtum ] Geld wäre genug da: Eurokrise, Staatsverschuldung und privater Reichtum


Ein konsequenter und mutiger Beitrag aus der deutschen Wirtschaftsforschung führt die Politik vor.

Zwangsanleihen und einmalige Vermögensabgaben auf höhere Privatvermögen könnten zur Refinanzierung und zum Abbau der Staatsschulden in Europa herangezogen werden, ohne dass eine Dämpfung der Konsumnachfrage zu befürchten wäre. Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) ergeben für Deutschland ein Aufkommen von etwa 230 Milliarden Euro bei einer Abgabe von 10 Prozent auf private Vermögen über 250 000 Euro. Betroffen wären die reichsten acht Prozent der Bevölkerung. Vermutlich lassen sich in den europäischen Krisenländern auf diesem Weg ebenfalls erhebliche Einnahmen erzielen. „Die Belastung der großen Privatvermögen könnte die Staatsfinanzen in Europa stabilisieren“, sagt DIW-Experte Stefan Bach. Damit wäre ein wichtiger Schritt zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte getan, und wachstumsfördernde Reformen würden erleichtert.

Vermögensabgaben – ein Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen in Europa von Stefan Bach in DIW Wochenbericht 28/2012:
"Die Schätzung der Aufkommenseffekte solcher Abgaben für die Krisenländer ist mangels Daten nur schwer möglich. Für Deutschland ergeben Simulationsrechnungen des DIW Berlin bei einem persönlichen Freibetrag von 250000 Euro (Ehepaare 500000 Euro) eine Bemessungsgrundlage von 92 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Zwangsanleihe oder eine Abgabe in Höhe von zum Beispiel zehn Prozent auf diese Bemessungsgrundlage könnten somit gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts – rund 230  Milliarden Euro – mobilisieren. 
Betroffen wären die reichsten acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung.
Vermutlich lassen sich in den europäischen Krisenländern auf diesem Weg ebenfalls erhebliche Einnahmen erzielen. Damit wäre ein wichtiger Schritt
zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte getan, und wachstumsfördernde Reformen würden erleichtert."
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Inhalt:
  • Bericht von Stefan Bach: Vermögensabgaben – ein Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen in Europa 3
  • Interview mit Stefan Bach: »Belastung der Privatvermögen könnte Staatsfinanzen stabilisieren« 12
  • Am Aktuellen Rand Kommentar von Gert G. Wagner: Steuergerechtigkeit als Zukunftsinvestition 16

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