Mittwoch, 3. Juni 2015

[ #armut ] Armut: Begegnungen mit Betroffenen

Es gibt viele gute Gründe, Armut zu bekämpfen, die Zeugnisse von Betroffenen gehören dafür zu den besten.

Nur mit Zahlen kann man die Armut nicht erfassen, denn hinter diesen Zahlen stehen Menschen: Menschen mit Problemen, mit Existenzängsten und auch mit Wünschen und Hoffnungen. Um diesen Menschen eine Stimme zu geben, ist die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern einen neuen Weg gegangen. So werden für die jährlichen Sozialberichte jeweils zwei Bände verfasst:

Während der erste Band schwergewichtig Zahlen, Fakten und Analysen enthält, gibt der zweite Band mit Ausschnitten aus Interviews einen Einblick in die Lebensgeschichten und Perspektiven armutsbetroffener Menschen. Sechs Porträts geben Einblicke in die Lebensrealitäten von armutsbetroffenen Personen: Immer wieder umziehen, weil die Wohnung zu teuer wird, Freunde nur selten besuchen, weil das Bahnbillett zu viel kostet, sich nur hie und da den Luxus leisten, einen Schokoladenkuchen zu backen – so sieht Armut im Kanton Bern im Einzelfall aus.

Damit hat man eine Antwort auf den Umstand gefunde, dass Arme in der politischen Auseinandersetzung häufig mit einer latenten Aggressivität bekämpft werden statt gegen die Armut zu arbeiten. Rechte Ideologen greifen nicht nur den Sozialstaat an, sondern grenzen ärmere Menschen auch sprachlich aus.

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