Donnerstag, 11. September 2014

[ #studieren ] Vorarlberger Landtagswahltag ist Muttertag für Studenten

Die Vorarlberger Maturanten haben keine nennenswerten Möglichkeiten im Lande Vorarlberg zu studieren. 

Von der österreichweiten ohnedies geringsten Maturantenzahl können daher viele nur weit entfernt studieren. Die ÖBB und die öffentlichen Verkehrsbetriebe haben Studentenermäßigungen abgeschafft. Damit ist es gerade den bedürftigeren Studenten nicht mehr möglich, den elterlichen Haushalt regelmäßig "heimzusuchen" und sie bleiben auch nach der Ausbildung Vorarlberg und seiner Wirtschaft als Talente und Fachkräfte fern.

Brain-Drain & Gain. Die Folgen sind vielfältige. Da werden familiäre Kontakte auf ein Minimum reduziert und Kinder und Eltern, Großeltern und Geschwister sehen sich allenfalls nur mehr auf Skype. Und Vorarlbergs Akademikerquote bleibt damit auch letztklassig, weil viele Studenten von ihrem Studienort nicht mehr heimkehren und dort Arbeit und Zukunft suchen und dort zum Wohlstand beitragen. Natürlich melden auch viele Studenten ihren Studienort als Hauptwohnsitz an, weil sie in manchen Studienorten Förderungen erhalten, die sie hier nicht erhalten. Damit entfallen den Vorarlberger Gemeinden auch die Mittel aus dem Finanzausgleich. Ganz zu schweigen von der kulturellen Ausdünnung, die erfolgt, wenn die studierende Jugend auch an den Wochenenden den Kulturveranstaltern fehlt. Wir fördern als den Brain-Drain der Vorarlberger Talente nach Anderswo und dort freut man sich natürlich über diesen Brain-Gain aus Vorarlberg.

Muttertag 21.September 2014. Aber einmal in fünf Jahren zahlt die Vorarlberger Landesregierung einen Zuschuss für eine Heimfahrt. Dann nämlich, wenn der Vorarlberger Landtag gewählt wird. Man setzt diese Kosten auf 25.000 Euro an. Der Grund ist unklar, denn bei der Wahl besteht ja das Briefwahlrecht und Studenten sollte man eigentlich zutrauen, dass sie den Stimmzettel ohne elterliche Anleitung ausfüllen und in ein Kuvert stecken können. Aber das gehört zu den vielen steuerfinanzierten Wahlwerbegeschenken und so  haben die Vorarlberge Studenten die Möglichkeit einmal mit einem Landesbeitrag nach Hause zu fahren, Mama, Papa, Großeltern und Geschwister zu sehen. Für manche Mutter wird darüber die Freude so groß sein, dass sie sich wie am Muttertag fühlt, auch wenn sie selber die Kinder bekochen wird. Nur zu hoffen, dass dabei der Wahltermin nicht versäumt wird, denn dann gibt es keinen bürokratischen Kostenersatz.

In Briefwahlzeiten ist ein solcher Fahrtkostenersatz unsinnig. Auch Mitbürger, die sich beruflich anderswo aufhalten, bekommen keinen derartigen Zuschuss. Wichtiger wäre, wenn die Studenten generell eine Fahrpreisermäßigung vom Studien- zum Wohnort erhielten. Das habe ich aber im bisherigen Landtagswahlkampf noch von niemanden gehört.

Aber das ist wohl wieder eine andere Sache.

[Forum ROMANum]⇒

Kommentare:

  1. Interessant.. wo gibts denn diese Kostenrückerstattung? ;)

    AntwortenLöschen
  2. Schülern, Studenten und Lehrlingen, die zur Teilnahme
    an der Landtagswahl 2014 von ihrem in einem anderen
    Bundeland oder im Ausland gelegenen Studien- bzw.
    Ausbildungsort nach Vorarlberg fahren, werden aus Landesmitteln
    die Kosten der Benützung von Verkehrsmitteln
    für die Hin- und Rückreise ersetzt, und zwar
    ▪▪ die Kosten der Benützung des kostengünstigsten
    öffentlichen Verkehrsmittels, die bei Inanspruchnahme
    der möglichen Fahrpreisermäßigungen entstehen,
    oder
    ▪▪ die Kosten der Benützung von Mietwagen im Sinne
    des Gelegenheitsverkehrsgesetzes, jedoch nur bis zu
    dem Betrag, der sich bei der Benützung eines öffentlichen
    Verkehrsmittels im Sinne der lit. a ergäbe.
    Bei der Anreise von einem im Ausland gelegenen Studien-
    bzw. Ausbildungsort ist der Ersatz überdies auf den
    Betrag beschränkt, der sich ergibt, wenn Wien als Studien-
    bzw. Ausbildungsort angenommen wird (= derzeit
    € 72,20).
    Die Kosten von Fahrten mit dem eigenen PKW oder als
    Mitfahrer in einem anderen Privat-PKW werden NICHT
    ersetzt. Desgleichen werden Fahrtkosten solcher Personen,
    die sich etwa nur zur Ausbildung in einem anderen
    Bundesland oder im Ausland aufhalten, während dieser
    Zeit aber ihr Gehalt weiter beziehen, NICHT ersetzt. Für
    Präsenzdiener und Zivildiener bestehen im Heeresgebührengesetz
    bzw. im Zivildienstgesetz Regelungen über eine
    Fahrtkostenvergütung für Heimfahrten.
    Die Auszahlung erfolgt in der Heimatgemeinde. In Dornbirn kann man den Fahrtkostenersatz beispielsweise dort auch am Wahltag abholen. Am besten beim Gemeindeamt anrufen. An sich müssten auch die Wahlkommissionen Bescheid wissen.

    AntwortenLöschen