Donnerstag, 28. Mai 2015

[ #stadtluft ] Stadtnatur I: Vorarlbergs suburbane Kulturlandschaft


Stadt wird insbesondere in den Ballungszentren als das ausgesprochene Gegenteil von Natur verstanden und schon gar nicht als Landschaft.

Selbst in der "Gartenstadt" Dornbirn ist man geneigt, Landschaft lediglich als zersiedeltes Gebilde, allenfalls als Flecken- und Flickwerk von Natur wahrzunehmen. Tatsächlich sind viele planerischen Entscheidungen häufig architektonische Einzelentscheidungen und und Denkmalschutzobjekte Insellösungen. Grünanlagen eher verlegener Christbaumschmuck denn bewusste Integration in eine urbane Kulturlandschaft, die einen ganz anderen Bedarf an Natur und Verständnis von Natur haben muss als er in den allseits gegenwärtigen Blumentrögen zum Ausdruck kommt.

Darüber lohnte es sich auch im weitgehend urbanen Vorarlberger Rheintal über die Gemeindegemarkungen hinaus nachzudenken und dann auch gemeinsam zu handeln. In Wirklichkeit ist das Vorarlberger Rheintal ja längst eine einzige - freilich vergleichsweise junge - Stadt. Und eben weil sie erst eine in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zusammengewachsene Stadt mit vielen einzelnen lokalen Autoritäten und konkurrierenden Zielvorstellungen ist, kann sie noch nicht das sein, was eine urbane Kulturlandschaft ausmacht, bleibt sie insgesamt ein suburbanes Konglomerat.

Denkanstöße. Auf der Website der Vorarlberger Naturfreunde findet man einen Download, eine hervorragende und materialreiche Dokumentation einer internationalen Tagung zur Gefährdung historischer urbaner Kulturlandschaften und zu den Möglichkeiten ihrer Bewahrung für die kommunale und regionale Entwicklung. Die dort gegenständlichen urbanen Kulturobjekte sind zwar vorwiegend "Geschichte" vergleichsweise "alter" Kultur- und Bevölkerungsagglomerationen, aber auch hier kann man aus der Geschichte eben eines, nämlich lernen.

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